jaskyrJaskyr Belanor entstammt einer der ältesten und reinsten Blutlinien aus Lar’Sustriel. Es mag nicht verwunderlich sein, dass die Gier nach Macht in seiner Natur liegt, eine Gier, die seine Augen immer wieder sehnsüchtig nach Nir’alenar wandern lassen. Denn ein Mensch, der eine solche Abstammung sein Eigen nennt, kann es nur schwerlich verwinden, dass ein anderer den Fürstenthron besetzt, der keineswegs über einen solch edlen Stammbaum verfügt.
Äußerlich lässt er dies allerdings nicht erahnen. Überaus intelligent und zielstrebig, kühl und ambitioniert, dabei jedoch mit einem Charme gesegnet, der über seine dunklen Seiten hinwegblicken lässt, ist Jaskyr der geborene Herr über Shay’vinyar. Er beherrscht seine Stadt mit sicherer Hand und gebietet über Mittel und Wege, seine Interessen zu wahren und Widersacher effektiv aus dem Weg zu räumen.
Seine rauschenden Feste sind legendär, ebenso wie die Duelle, die er in jüngeren Jahren ausgefochten hat. Man erweist ihm Respekt, ohne seine Position infrage zu stellen. Und dies ist sicherlich klug, denn Jaskyr verbirgt so manches dunkle Geheimnis hinter seiner höflichen Fassade. Eines davon sind die ausgedehnten Folterräume in seinem Keller, die so manche schauderhafte Geschichte zu erzählen haben. Jaskyr hat eine Schwäche dafür, sich am Schmerz anderer zu weiden und wohnt den Folterungen stets persönlich bei.
Nichts davon dringt jedoch jemals nach außen und so sieht man in ihm den sicherlich gefährlichen aber auch überaus fähigen Barons von Shay’vinyar, dessen Familie schon seit Generationen ihre schützende Hand über die Stadt hält.
Der elegante, dunkelhaarige Mann mit den schwarzen Augen und dem gepflegten Bart, tritt bei öffentlichen Anlässen mit seiner schönen Kurtisane Dhemera auf, obwohl er mit der nicht minder attraktiven Adeligen Virilia verheiratet ist, die aus einer Nebenlinie der Familie Winterdorn stammt.
Die blonde Virilia meidet ihren Gemahl seit Jahren, da sie seine Grausamkeit nicht zu ertragen vermag, und hat einen eigenen Palast bezogen, um ihm nicht über den Weg laufen zu müssen. Dies ärgert Jaskyr über alle Maßen, der es nicht dulden kann, dass sich ihm seine eigene Gemahlin verweigert und entzieht. Allerdings muss selbst eine Persönlichkeit wie er die Macht der Winterdorn fürchten und riskiert es nicht, den offenen Ärger dieser Familie auf sich zu ziehen.
Sollten seine ehrgeizigen Pläne, die Nir’alenar und ganz Beleriar betreffen, jedoch eines Tages Früchte tragen, so ist sicher, dass es für Virilia auf der ganzen Insel keinen sicheren Flecken mehr geben wird.
Bis dahin stützt sich Jaskyr auf eine seiner seltenen Tugenden – die überaus große Geduld, mit der er gesegnet ist. Denn Jaskyr Belanor kann warten, wenn das Resultat lohnenswert ist.