zarbos01Auch wenn die Diebesgilde die meisten fähigen Diebe in ihren Reihen vereint und es für gewöhnlich nicht zulässt, dass einer von ihnen ihrem Netz entkommt, so war sie bisher weder dazu in der Lage, herauszufinden, wer Zarbos Schwarzmaske wirklich ist, noch würde sie sich an diesen Meisterdieb heranwagen, wenn sie es wüsste.
Zarbos ist unter Dieben schon zu Lebzeiten eine Legende, denn er geht bei seinen Einbrüchen unglaubliche Wagnisse ein. Er gilt als absolut unberechenbar und ist ein Meister der Verkleidung, die stets so perfekt wirkt, dass es schwierig ist, ihm überhaupt ein wahres Gesicht zuzuordnen. Selbst wer ihn schon einmal zu sehen bekommen hat, kann unmöglich sagen, ob er einen Blick auf den wahren Zarbos Schwarzmaske erhaschen durfte.
Seine Pläne sind genial eingefädelt und weisen keine Schwächen auf. Er hat sich an Orte gewagt, die so scharf bewacht waren, dass eigentlich niemand ungesehen hineingelangen dürfte und es ist eine seiner Spezialitäten, magische Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.
Man sagt Zarbos nach, dass er dem Fürsten selbst den Degen vom Körper stehlen könnte und es besteht kein Zweifel daran, dass er es tatsächlich versuchen könnte, um seinen Ruhm noch zu mehren. Dabei ist es beinahe ironisch, dass er keinerlei Interesse an Reichtum besitzt und mehrfach Dinge gestohlen hat, um sie am nächsten Tag zurückzubringen und  zu beweisen, dass er es vermag. Zudem nimmt er niemals schlichte Münzen an sich. Es sind wertvolle magische Gegenstände oder Kunstwerke, berühmte Waffen oder legendäre Juwelen, die sein Interesse wecken.
Dieses Verhalten hat zu den Gerüchten geführt, dass Zarbos ein reicher Mann sein müsse, doch es ist erstaunlich, wie falsch dies ist. Er ist der Sohn eines einfachen Hufschmiedes aus dem Hafenviertel und hat niemals in seinem Leben viel besessen. Ein Erlebnis in seiner Jugend hat jedoch dazu geführt, dass er sein Leben Askalar, dem Gott der Diebe gewidmet hat und aus Serbyn Eisendorn die legendäre Schwarzmaske geworden ist.
Diesen Namen hat der Meisterdieb erlangt, da er bei seinen Einbrüchen stets eine schwarze Maske zurücklässt, auf der sein Name eingestickt ist. Es ist das einzige Stückchen von Zarbos, das auf irgendeine Weise fassbar ist und das es ermöglicht, seine Taten einer Person zuzuordnen. Der einzige Hauch von Eitelkeit, den er sich selbst gönnt.
Der wahre Zarbos trägt sein strohblondes Haar kurz und besitzt stahlblaue, intensiv leuchtende Augen. Schon oft hat er in der Verkleidung eines Adeligen die eine oder andere Dame verführt, um ihr Geheimnisse über die Schatzkammern ihres Gemahls zu entlocken. Es ist erstaunlich, wie samtzüngig dieser Mann aus einfachen Verhältnissen dann sein kann. Kaum jemand würde glauben, dass ein Mensch mit solch tadellosen Manieren und einem solch gewählten Ausdruck von einfacher Herkunft ist. Es ist wahrscheinlich seine beste Tarnung, denn man ist davon überzeugt, dass Zarbos Schwarzmaske den Kreisen des Adels entstammt und seine Diebeszüge nicht mehr als ein Zeitvertreib sind.