Sie sind die wagemutigen Beschützer der Insel Beleriar, weithin bekannt für ihren Mut, ihr Kampfgeschick und ihr großes Mundwerk, das selbst im ernsthaftesten Duell nicht stillsteht: Die Sternengarde, die schillernde Einheit der Elitekämpfer Beleriars, die vor 200 Jahren ins Leben gerufen wurde und seither als der Inbegriff von Ehre und Ruhm bekannt geworden ist.
Viele Jugendliche träumen davon, eines Tages zu diesen edlen Recken zu gehören, die den makellosen, meerblauen und mit Silber gesäumten Wappenrock tragen, auf dessen Brust der Sternenhalbkreis zu sehen ist, der über einem Abbild der Insel schwebt. Denn nirgends sonst kann man an der Seite seiner Kameraden zu solch unsterblichem Ruhm gelangen wie in der Sternengarde, sei es durch Kampfgeschick oder durch die Heldentaten, die im Namen des Ordens vollbracht werden.
Die Mitglieder der Sternengarde sind nahezu perfekt ausgebildete Fechter, die eine lange Ausbildung durchlaufen haben und die für sich selbst die Ehre als oberstes Ideal über alles andere stellen. Sie schwören am Ende ihrer Ausbildung den Eid, dem Fürsten von Beleriar zu dienen und die Bewohner der Insel stets vor jeglichem Schaden zu bewahren. Sie sind verpflichtet, ihr eigenes Leben für die Verteidigung einer unschuldigen Seele zu geben, wenn es sein muss und niemanden abzulehnen, der sie um Hilfe ersucht, solange dieses Gesuch nicht aus niederen Motiven gestellt wird.
Bekannt geworden ist die Sternengarde jedoch nicht nur aufgrund dieses Schwurs. Man kennt sie weithin als heitere Raufbolde, die feucht-fröhliche Feste in den Tavernen der Städte feiern, die sie besuchen oder in denen sie stationiert sind, und die mit Vorliebe das Herz einer schönen Frau mit lautstarken, poetischen Liebesschwüren erobern. Die Sternengarde hält die höfische Liebeswerbung in hohen Ehren und richtet sich dabei nach alten Idealen, die mit Leidenschaft vertreten werden. Eine Frau muss ausnahmslos mit absoluter Ehrerbietung behandelt werden.
Allerdings fällt es diesen Gesellen oftmals schwer, sich für eine einzige Liebschaft zu entscheiden und so turteln sie im direkten Anschluss an ihre poetischen Ergüsse mit dem hübschen Schankmädchen in der nächsten Taverne, ohne Reue zu verspüren. Die schneidigen Männer der Sternengarde stehen nicht unbedingt in dem Ruf, die beste Gesellschaft für junge Mädchen zu sein. Dazu genießen sie das Leben mit all seinen Facetten viel zu sehr, wenngleich es natürlich Ausnahmen von dieser Regel gibt.
Die Mitglieder der Sternengarde achten darauf, dass alle Wesen mit dem gebührenden Respekt behandelt werden und gehen rigoros, wenn auch mit einem Lächeln auf den Lippen, gegen Diebe und anderes Gesindel vor, das ihnen in die Hände fällt. Sie erteilen ihre Lektionen meist gut gelaunt, wenngleich sich eine stählerne Härte in ihren Augen abzeichnet, wenn das Vergehen schlimmerer Natur ist.
Eine besonders streng ausgebildete Abteilung der Sternengarde bildet die Ehrenleibwache der Eleria Anuriel, die stets auf die Dienste von sechs Männern zurückgreifen kann, die ihr zur Verfügung stehen, um sie schützen. Auch Fürst Aranil von Nir’alenar besitzt eine eigene Leibwache aus ihren Reihen und die anderen Herrscher der Städte Beleriars können sich mit seiner Erlaubnis der Sternengarde bedienen, wobei dies davon abhängig ist, ob die Stadt eine eigene Garde besitzt.

Mitgliedschaft

Um der Sternengarde beizutreten, braucht es nicht viel. Die Anwärter sind meist jung und kommen oftmals aus gutem Hause, was bereits eine gewisse Ausbildung in höfischen Manieren mit sich bringt.
Aber auch die Männer und Frauen aus dem einfachen Volk fühlen sich oft dazu berufen, der Garde beizutreten, träumen dabei von dem Ruhm und der Ehre, die ein Eintritt in diesen Orden mit sich bringt. Beinahe jeder von ihnen hat von Kindesbeinen an Geschichten über die mutigen Recken und ihre Taten gehört und so haftet ihnen etwas Romantisches an, das die Fantasie beflügelt. Es ist eine große Ehre für die Familie, wenn ihre Sprösslinge in die Sternengarde aufgenommen werden und so sind die Reihen dieser edlen Beschützer niemals leer.
Allerdings gibt es bislang nur wenige Frauen in der Sternengarde. In den letzten Jahren ist ihr Anteil gewachsen, doch noch immer haben sie es schwer, sich in dieser von Männern dominierten Welt durchzusetzen, die sich weigert, sie wirklich ernst zu nehmen und sie als gleichgestellt zu betrachten. Zu lange war es allein den Männern Beleriars vorbehalten, Mitglied der Garde zu werden.
Dies hat sich erst geändert, als vor ungefähr 50 Jahren die Halbelfenfrau Virenn Avenar als Mann verkleidet in die Sternengarde eingetreten ist und daran beteiligt war, das Leben der weißen Hexe bei einem Anschlag zu retten. Virenn hat bei dieser Rettung eine Schlüsselrolle gespielt, die zwar zu ihrer Enttarnung geführt hat, es aber in der Folge unmöglich gemacht hat, Frauen weiterhin den Zugang zur Sternengarde zu verweigern.
Wer der Sternengarde beitreten möchte, sollte an einer ihrer Akademien vorsprechen, die über die ganze Insel verteilt sind und deren Größte die Akademie der Sterne von Nir’alenar ist, die im Palastviertel in der Nähe der Kampfakademie zu finden ist. Hier durchlaufen die Anwärter eine strenge Ausbildung, die neben der Fechtkunst und dem Gebrauch von Schusswaffen auch höfische Manieren, Reiten, Tanz und Wissen aller Art umfasst.
Wenn die Gardisten ihre Ausbildung beenden, legen sie in einer feierlichen Zeremonie ihren bisherigen Namen ab und erwählen sich einen Neuen, den sie nun mit Würde als ihren eigenen tragen. Dann sprechen sie ihren Schwur, während dem sie die linke Hand, die dem Herzen nah ist, auf das heilige Schwert des Gründers dieses Ordens, Orian Nalisar, legen. Am Ende seines Lebens hat der erste Großmeister der Sternengarde die legendäre Waffe in einen Felsen der Sturmspitzen gerammt, der heute die Bindung des Ordens an die Insel symbolisiert.
Danach dienen sie der Sternengarde als normale Soldaten, die sich durch die militärischen Ränge nach oben arbeiten und stets dem Hauptmann Rede und Antwort stehen müssen, dem sie zugeteilt worden sind. Die Besten von ihnen werden schließlich mit Aufträgen betraut, die weit über den gewöhnlichen militärischen Dienst hinausgehen und die größter Geheimhaltung unterliegen.

Die Akademien

Die Akademien der Sternengarde werden zumeist nach einem ähnlichen Muster erbaut, für dessen Beispiel an dieser Stelle die Akademie der Sterne von Nir’alenar dienen soll. Die Akademie der Sterne ist ein großes, wuchtiges Gebäude, das noch aus der Zeit vor dem Untergang stammt und dessen Sandsteinsäulen einen interessanten Kontrast zu dem Marmor der anderen Bauten bilden, die es umgeben.
Ihre Fassade verzichtet auf überflüssigen Schmuck, wenn man von den Sternen absieht, die man in die Mauern eingelassen hat, wirkt aber auf eine einfache Art und Weise edel und erhaben. Ein großer Hof umgibt dieses Hauptgebäude, an das sich noch eine ganze Reihe von Nebengebäuden anschließen, in denen die Gardisten ein Zimmer beziehen können, sowie die großen Speisesäle vorfinden, in denen sie ihre Mahlzeiten einnehmen. Natürlich sind sie nicht dazu gezwungen, in diesen Gebäuden zu leben, doch diejenigen, die nicht über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen können, sind häufig froh darüber, in der Akademie ein Heim zu finden.
Im Inneren des Hauptgebäudes befinden sich schließlich die Räumlichkeiten, in denen die Lehrstunden stattfinden, sowie die Arbeitszimmer der Offiziere. Hier gibt es große Hallen, in denen Fechtstunden erteilt werden, ebenso wie Säle für den Tanzunterricht und für den Unterricht auf anderen Gebieten. Ein ganz besonderer Raum ist mit feinem Geschirr eingerichtet, um Unterricht in angemessenem Benehmen zu erteilen, wieder ein anderer beherbergt die Schneiderin der Sternengarde und ihre überaus beliebten, jungen Helferinnen, die dafür Sorge tragen, dass die Gardisten ihre Ausstattung erhalten.
Natürlich verfügt die Akademie auch über ihre eigene Waffenschmiede, in der die begehrten Degen und Rapiere hergestellt werden sowie über Ställe, in denen man die Pferde unterbringt und den großen Reitplatz.

Alelian Arbara

Alelian Arbara ist der momentane Großmeister der Sternengarde und somit für das Wohl der Gardisten unter seinem Kommando verantwortlich. Alelian ist ein älterer Mensch, dessen Haar bereits leicht ergraut ist und der in seinem Leben vieles gesehen hat. Wenig ist ihm dabei fremd geblieben und so kennt er so manche seelische Abgründe aus eigener Erfahrung.
Sein schmucker Bart ist ebenso gepflegt wie seine Kleidung und er strahlt eine ruhige Würde aus, die besonders dann zutage tritt, wenn einer seiner Männer oder eine Gruppe von ihnen irgendeinen Unsinn getrieben hat und sich dafür vor ihm rechtfertigen muss. Bei diesen Gelegenheiten blickt Alelian stets von seinem Schreibtisch aus mit einem ruhigen aber gestrengen Ausdruck auf die Übeltäter und mustert sie, ohne eine Miene zu verziehen, was ein mulmigeres Gefühl vermittelt als jede Schimpftirade.
Alelian war zu seiner Zeit wohl der wagemutigste Fechter seiner Garde und hat unzählige Leben gerettet, wofür er eine Vielzahl an Ehrungen erhalten hat und in die persönliche Leibwache Eleria Anuriels berufen wurde. Nun ist er ein in sich ruhender, weiser Mann, der seine Untergebenen mit starker Hand leitet, es dabei aber auch nicht an Verständnis für sie fehlen lässt.
Er ist schon lange nicht mehr so aufbrausend wie früher, als er allzeit dazu bereit war, bei der kleinsten Beleidigung seine Klinge zu ziehen, wird jedoch noch immer gefürchtet, denn er führt seinen Degen noch ebenso schnell wie in der Blüte seiner Jahre.
Nun achtet er jedoch lieber darauf, dass seine Männer ein tadelloses Verhalten an den Tag legen und verbringt seine Abende mit Vorliebe mit seiner Frau Andissia und einem guten Kelch Rotwein in seinen Salon, um am Kamin noch für ein Weilchen in einem Buch zu schmökern, das er seiner gut gefüllten Privatbibliothek entnommen hat.
Schon vor einer Weile hatte er sich aus dem aktiven Leben eines Gardisten zurückgezogen, bevor er aufgrund seiner Verdienste vom Fürsten zum Großmeister der Sternengarde ernannt worden ist.

Ziele

Die Sternengarde hat im Grunde nur ein Ziel – die Insel Beleriar zu schützen und dabei ruhmreiche Taten zu begehen, auf dass man ihren Namen niemals mehr vergisst. Dazu gehen sie große Risiken ein und liegen in einer Art ständigem Wettstreit mit anderen Eliteeinheiten, wobei die wohl größte Konkurrenz mit den Einhornreiterinnen von Corandir und den dort ansässigen Greifenreitern besteht.
Natürlich sind die dunklen Mächte Beleriars nicht allzu erfreut über die Existenz der Sternengarde und es gibt Gerüchte in der Stadt, dass sich in den schattigen, entlegeneren Winkeln der Insel eine andere Garde formiert hat, die man die Streiter des Schattens nennt und die aus dem Dunkel hervortreten möchten, um die Sternengarde offen herauszufordern. Bisher war jedoch noch niemand in der Lage, den Wahrheitsgehalt dieses Gerüchtes wirklich zu überprüfen.