viriaViria Neladar ist auf Beleriar vor allem für eines bekannt – ihr Modegespür ist nahezu legendär. Niemals zeigt sie sich in der Öffentlichkeit, ohne ein makelloses Erscheinungsbild an den Tag zu legen. Und es ist gewiss, dass der Ruf eines Schneiders mit ihrem Wohlwollen steigt, aber auch ebenso ins Bodenlose stürzen kann.
Die Gräfin von Aelindar weiß nur zu gut, wie man einen aufsehenerregenden Auftritt inszeniert. Von ihrem Hofstaat ebenso umschwärmt wie auch für ihre spitze Zunge gefürchtet, steht die Cath‘shyrr stets in Mittelpunkt des Interesses. Man kann ihr eine gewisse Neigung zu Hochmut und Eitelkeit nicht absprechen. Diese werden jedoch durch Charme, Witz und perfekte Manieren in den Hintergrund gedrängt und so verzeiht man ihr diese Schwäche gern.
Die Gräfin ist eine angenehme Gesellschaft und tadellose Gastgeberin. Sie versteht sich auf die Kunst, jedem das Gefühl von Wichtigkeit zu vermitteln und so fühlt man sich in ihrer Gegenwart ausgesprochen wohl.
Schnell ist man geneigt, Viria für ein wenig zu oberflächlich und von geringer Intelligenz zu halten. Doch es ist kaum mehr als eine geschickte Täuschung, die zu einer solchen Annahme verleitet.
Hinter dem einnehmenden Lächeln ihrer vollen Lippen und den blitzenden, grünen Augen verbirgt sich ein scharfer Verstand, der weit davon entfernt ist, töricht und leichtsinnig zu sein. Die blonde Gräfin führt ihr Umfeld in die Irre, überzeugt es davon, nicht mehr als die vergnügungssüchtige, leichtlebige Adelige zu sein, die diese Position von ihrer Mutter geerbt hat, ohne eine allzu große Eignung zu besitzen.
Stattdessen analysiert sie ihre Umwelt genau, sucht ihre Schwächen und Vorlieben, um sie mit dem ihr eigenen Fingerspitzengefühl in die richtige Richtung zu lenken. Viria ist eine Meisterin darin, hinter ihrer harmlosen Fassade die Fäden zu ziehen und andere Wesen zu manipulieren. Dabei ist sie überaus zielstrebig. Viria hasst es, zu verlieren und sie akzeptiert eine Niederlage auf keinen Fall. Entsprechend ist sie sich bewusst darüber, dass nicht wenige Individuen danach trachten, sie zu verdrängen und Aelindar an sich zu reißen. Es ist ein Segen für die Gräfin, dass sie nicht allein über ein Netz fähiger Spione gebietet, sondern auch im Einsatz von Giften versiert ist.
Eine Schwäche allerdings ist nicht der Inszenierung zu verdanken. Viria ist ein Leckermaul, das nicht von süßen Speisen lassen kann und beschäftigt eine Reihe von Zuckerbäckern und Köchen, die auf der Insel ihresgleichen suchen. Dies bringt sie in die unglückliche Lage, ständig gegen die körperlichen Folgen anzukämpfen, um nicht der allgemeinen Lächerlichkeit preisgegeben zu sein und macht sie überaus launisch. Die Dienerschaft weiß nur zu gut, dass es an der Zeit ist, den Rückzug anzutreten, wenn eines ihrer Kleider nicht mehr richtig geschlossen werden kann und zierliche Pantoffeln durch den Palast fliegen.