destiny_alariaAlaria, Mutter der Meere. Die Göttin, die für das Leben in den Ozeanen verantwortlich ist, Tochter der Sterngeborenen Nereia, die der Welt die gewaltigen Wassermassen geschenkt hat, die ihr das Leben spenden. Als sie sich zur Ruhe begab, legte Nereia ihre Schöpfung in die Hände ihrer Tochter, die fortan darüber wachen sollte.
Alaria ist die geliebte Gemahlin des Selurian, des Gottes der Stürme, und schützt das Meer und alle Lebewesen, die es zu ihrem Lebensraum erkoren haben, mit all ihrer Leidenschaft. So verwundert es nicht, dass Alaria von nahezu allen Meereslebewesen verehrt und geliebt wird. Sie ist gleichsam das Wasser selbst, das ihre Geschöpfe umfließt, steckt in jeder Muschel, jeder Kreatur und jeder Pflanze.
Alaria ist von ruhigem Temperament und gerät selten in Zorn. Hass ist der sanften Göttin fremd, denn ihr Wesen wird beinahe nur von der Liebe bestimmt. Trotzdem kann sie in eine verheerende Wut geraten, wenn man dem Meer und ihren Kindern Schaden zufügen möchte. Dann lässt sie zu, dass Selurians Stürme das Wasser überziehen und sich die Wellen zu einer alles verschlingenden Macht auftürmen, die in den Abgrund reißen, was sich in ihrem Weg befindet.
Die Mutter der Meere wird meist als hochgewachsene, schöne Frau mit Schwimmhäuten zwischen Fingern und Zehen dargestellt, die die Wesenszüge all ihrer Kinder in irgendeiner Form in sich vereinigt. Sie besitzt die Größe der Tritonen, die lieblichen Züge der Nixen und ihre Haut schimmert silbrig-blau wie die der Meereselfen. Ihre Augen und ihr Haar sind von der tiefblauen Farbe, die das Meer an einem sonnendurchfluteten Tag besitzt. Doch ebenso wie sich das Meer trübt, verändern sich die Farben Alarias zu dem dumpfen Graublau, das an einem stürmischen Tag vorherrschend ist, wenn sie wütend ist oder tiefe Trauer empfindet. Die Mutter der Meere hüllt ihren schlanken Körper in zarte, durchscheinende Schleier und schmückt ihr langes Haar mit Muscheln und Perlen.
Das Symbol der Alaria ist eine große, weiße Muschel, in deren Inneren eine Perle schimmert. Für ihre Anhänger sind blaue Perlen heilig. Sie gelten als Geschenk der Mutter der Meere und sollen ihrem Träger ihren Schutz verheißen. Gerne werden besonders große Exemplare als Anhänger um den Hals getragen, oft durch eine Muschel ergänzt, die verdeutlicht, dass es sich dabei keineswegs um ein reines Schmuckstück handelt.
So wie die Mutter der Meere selbst, so halten es auch die Priester der Alaria für ihre höchste Pflicht, das Leben aller Meereslebewesen zu schützen und setzen es über ihr eigenes. Jeder Priester der Alaria legt einen Eid ab, in dem er schwört, dass er sein eigenes Leben für das eines jeden unschuldigen Geschöpfes geben wird, wenn er dieses damit zu retten vermag. Natürlich handelt es sich dabei primär um humanoide Wesen – selbst ein Priester der Mutter der Meere wird sein Leben nicht für einen Fisch geben, der dem natürlichen Kreislauf des Lebens zum Opfer fällt.
Es ist ein kämpferischer Orden, der sich nicht damit zufriedengibt, den Dienst in einem Tempel zu verrichten und Alarias Wort zu predigen. Sie sind in den Kampfkünsten geübt und zeigen in vielen Fällen einen beeindruckenden Körperbau. Alarias Diener ziehen als Teil ihres Schwurs für einige Jahre durch das Meer und suchen nach Orten, an denen ihre Hilfe gebraucht wird, kämpfen gegen die Yassalar und andere Wesen, die aus Gier und Boshaftigkeit das Leben Unschuldiger bedrohen. Diese Art des Dienstes kann sich über einen unbestimmten Zeitraum erstrecken und oftmals beenden Alarias Priester diesen aktiven Teil erst, wenn sie ein Alter erreichen, das ihre Leistungsfähigkeit einschränkt oder wenn sie in den Tempel zurückberufen werden. Es ist eine Art der Berufung für viele von ihnen. Es geht über die reine Pflicht hinaus und ist dicht mit der Überzeugung von Alarias Idealen verflochten.
Über den Wellen sieht ihr Dienst ein wenig anders aus. Viele von ihnen reisen auf Schiffen über die Ozeane und sorgen für das geistige Wohl der Seeleute, sind dafür verantwortlich, Alaria darum zu bitten, ihren Gemahl Selurian milde zu stimmen und für eine sichere Überfahrt zu sorgen.
Normalerweise kleiden sich die Priester der Alaria in leichte, meerfarbene Gewänder, wenn sie ihren Tempeldienst verrichten und verzichten auf jeglichen Schmuck bis auf die Kette mit der blauen Perle und einer Muschel, die um den Hals getragen wird.
Bevor sie ihre Gebete sprechen, vollziehen sie eine rituelle Waschung, bei der sie klares, geweihtes Wasser aus einer Muschelschale über ihren Körper rinnen lassen. Natürlich findet diese nur dann statt, wenn es sich nicht um ein Wesen handelt, das die Weltmeere sein Zuhause nennt. Meereswesen verzichten auf dieses Ritual und beschränken sich darauf, die ihr heiliges Symbol zu küssen und kurz schweigend und frei von Gedanken über der Muschelschale zu verharren, bevor sie sich dem Gebet widmen.
Die Tempel der Alaria, die man in den Siedlungen des Sternenmeers findet, besitzen häufig die Form einer großen Muschel, die Alarias Muschelthron versinnbildlicht, von dem aus sie in ihrem Reich Salay’idan über ihre Kinder wacht.
Über den Wellen handelt es sich meist um weiße, grünliche oder bläuliche Marmorbauten, die von einer Vielzahl dekorativer Muschelreliefs geziert werden und die einen Altar aufweisen, über dem eine übergroße, offene Muschel angebracht ist. An vielen Stellen sind blaue Perlen in den Stein eingelassen und es gibt ein Becken mit Meerwasser, das für Rituale eingesetzt werden kann.
Häufig findet man Alarias Tempel auf einsamen Klippen, hoch über dem Meer oder an Flüssen. In mancher Stadt werden sie in Hafennähe errichtet, um es den Seeleuten zu ermöglichen, um Alarias Schutz zu bitten.