destiny_eriadneEriadne, die Leuchtende. Göttin des Lichtes, Schöpferin der Künste und der Heilkunst. Gemeinsam mit ihrer Schwester Shirashai gilt sie als eine der beiden Mächte, für die Niel’Anor einst geschaffen worden ist. Es erstaunt also nicht, dass man sie auf der ganzen Welt mit Eifer und Hingabe verehrt und sie an vielen Orten als die höchste aller Götter angesehen wird.
Eriadne ist die Gottheit, die Leben bringt und bewahrt. Sie hat den Wesen dieser Welt das Licht und die Heilkunst geschenkt, um die Wunden des Krieges und Krankheiten heilen zu können. Dies hat ihr die Aufmerksamkeit Narions, des Gottes des Feuers und des Krieges eingebracht, der in vielerlei Hinsicht ihren Gegenpol darstellt.
Ähnlich wie bei Sterblichen, zogen sich auch bei diesen beiden Mächten die Gegensätze an und bald wurden aus den Gottheiten Liebende. Doch es dauerte nicht lange, bis ihre Gegensätzlichkeit zum Streit führte und sie einander entfremdete. Denn Eriadne ertrug Narions kriegerisches Wesen nur schwer, während er nicht davon lassen konnte.
Den Höhepunkt ihrer Auseinandersetzungen bildete schließlich der Untergang Beleriars und bis heute dauert ihr Zwist an, der genauso unendlich erscheint wie die Liebe, die sie tief in sich füreinander empfinden und verneinen. Letztlich sind Narion und Eriadne zwei Mächte, die einander ergänzen, ohne dies akzeptieren zu wollen.
Eriadne ist gütig und warmherzig. Ihr Wesen ist mitfühlend und von Liebe erfüllt. Sie ist eine Kraft, die erschafft, aber niemals zerstört. Entsprechend wird sie als Schutzpatronin der Künste angesehen, deren Existenz man ihr zuschreibt. Man sagt, dass Eriadne die Kreativität und den Wissensdurst in die Welt getragen hat und ihren Geschöpfen den Drang, Neues zu schaffen und zu lernen gegeben hat.
Die Göttin des Lichts gebietet über die Avenai, eine Gruppe von zehn Frauengestalten, die ihr zur Seite stehen und den Suchenden Inspiration bringen. Die Avenai erscheinen als in Licht getauchte Wesen, deren Schönheit für eine sterbliche Seele kaum zu ertragen ist. Ein Kuss oder eine Berührung dieser Kreaturen schenkt neuen Mut, lässt Müdigkeit verfliegen und soll für einige der größten Schöpfungen Niel’Anors verantwortlich sein.
Sie leben an Eriadnes Seite in ihrem Palast in Dol’Shanor und lauschen auf Gebete oder beobachten besonders vielversprechende Individuen, um ihnen eines Tages zu erscheinen und sie zu ihrer größten Leistung zu inspirieren.

Nachfolgend sind die Avenai und ihre jeweiligen Gebiete aufgelistet.

  • Aynara – Schriftstellerei
  • Coriana – Baukunst
  • Diaradne – Bildhauerei
  • Eshiaré – Tanz
  • Lirtalia – Malerei
  • Lunai – Musik
  • Mishura – Schauspielerei
  • Nariana – Wissenschaft
  • Sariala – Poesie
  • Shalinaya – Heilkunst
  • Velinaya – Gesang

Eriadne nimmt normalerweise die Gestalt einer wunderschönen Frau um die Dreißig an, die goldenes Haar und eine marmorweiße Haut besitzt und die von einer warmen, goldfarbenen Aura umgeben wird. Ihre Augen schimmern in allen Farben des Regenbogens, ohne dass man ihr eine davon fest zuzuordnen vermag und sie blicken tief in die Seele eines jeden Wesens.
Die Göttin des Lichts strahlt eine unfassbare Intelligenz und eine ebenso große Weisheit aus. Doch obgleich sie frohen Mutes zu sein scheint, liegt Melancholie in ihren Augen, eine Spur von Traurigkeit, die niemals schwindet.
Eriadnes Symbol ist eine weiße Schreibfeder, die über einer Pergamentrolle liegt und von einem strahlenden Schein umgeben wird. Normalerweise wird dieses Bild in ein silbernes Medaillon geprägt, das ihre Anhänger mit sich führen oder offen als Schmuckstück tragen. Im Inneren befindet sich häufig ein kleiner Spiegel, der das Licht auf eine solch starke Weise reflektiert, dass er selbst einen hellen Schein auszustrahlen scheint. Ein solches Schmuckstück kann nur in einem Tempel der Eriadne erworben werden und soll seinen Träger schützen.
Einfachere Glaubenssymbole beherbergen das Bildnis eines geliebten Wesens. Der Glaube, dass ein solches Schmuckstück die Gebete verstärkt, die sich auf das geliebte Geschöpf beziehen, ist weit verbreitet.
Die Priesterschaft der Eriadne wird von mächtigen Heilern beherrscht, die sich in fließende, weiße Gewänder hüllen und die in der Gesellschaft hoch angesehen sind. Sie haben die heilige Pflicht, jedem Lebewesen zu helfen, das sich in Not befindet, und nehmen häufig Arme, Kranke und Verletzte in ihren Tempeln auf.
Im Gegensatz zu anderen Priesterschaften greifen Eriadnes Priester niemals zu den Waffen. Sie bewahren, schützen und stehen jenen zur Seite, die sie um Hilfe ersuchen, hüten Wissen und schenken Trost. Folglich reisen sie selten und bleiben ihrem heimischen Tempel so lange verbunden, bis sie an einen anderen Ort entsandt oder mit einer bestimmten Aufgabe betraut werden.
Die Priester Eriadnes fördern oftmals die Künste oder sind selbst künstlerisch begabt. Viele verfügen über angenehme Singstimmen oder beherrschen ein Instrument. Ihre Hohepriester fungieren als Mäzene für besonders begabte Künstler und so herrscht in Eriadnetempeln oft ein großer Andrang jener Individuen, die ihr Talent unter Beweis stellen möchten, um eine solche Förderung zu erlangen.
Da Eriadnes Anhänger weit verbreitet sind, ist ihre Priesterschaft groß und verzweigt. Man findet sie auf ganz Niel’Anor, wo sie gemeinhin einen guten Ruf genießt. Eriadne Priester sind überall gern gesehene Gäste, denen man Achtung und Respekt entgegenbringt. Nicht selten verkehren sie in der hohen Gesellschaft, vergessen jedoch niemals die Armen, die ihres Beistandes bedürfen, und nutzen ihre Position, um die Reichen dazu zu ermuntern, sich um jene zu kümmern, die nicht vom Schicksal begünstigt sind.
Normalerweise nehmen Eriadnetempel einen zentralen Platz in einer Stadt ein und werden aus weißem Marmor erbaut, der von Gold und Silber geziert wird. Oftmals gleichen sie einem Wunder der Baukunst und beherbergen in ihrem Inneren eine große Zahl wunderschöner Skulpturen, Fresken und Gemälde. In jedem Tempel findet man hinter dem Altar eine überlebensgroße Statue der Göttin, über der eine kristallene Kuppel eingelassen worden ist, die das Licht der Sonne und der Sterne in sein Inneres leitet. Überall sind magische Lichter angebracht, die diese Bauwerke bei Tag und bei Nacht hell erleuchten. Manche von ihnen schweben als Kugeln frei durch das Gebäude oder ziehen im Freien ihre Kreise.
Große Grünflächen und gepflegte Gärten umgeben die Tempelgebäude, die stets gut besucht sind. Oft erklingen Musik und Gelächter und Künstler zeigen ihre neusten Werke auf diesen Flächen, die jedem offenstehen, der des Weges kommt.