destiny_kirealaKireala, als Mutter der Natur oder Spenderin des Lebens bekannt, ist die Tochter Ganyas, die sich dem Schutz der Natur und aller Lebewesen verschrieben hat, die ihre Mutter einst erschaffen hat. Sie wird als Göttin der Erde und der Fruchtbarkeit angebetet, lässt das Leben auf Niel’Anor erblühen und trägt dafür Sorge, dass die Bewohner dieser Welt nicht hungern müssen.
Die friedliebende Kireala verabscheut Gewalt, Kriege und Zerstörung, ist jedoch nicht darüber erhaben, jene hart zu bestrafen, die der Natur Schaden zufügen.
Oftmals wird Kireala von Bauern verehrt oder findet ihre Anhänger unter den Wesen, die auf irgendeine Weise von der Natur abhängig sind oder auf naturverbundene Art und Weise leben.
Städte und ihre Bewohner sind ihr gleichgültig. Beinahe verabscheut sie diese Gebilde aus Stein, die sich in die Erde fressen und dabei Bäume und Pflanzen verdrängen. Ebenso ist ihr alles zuwider, was nicht dem natürlichen Lauf der Natur entsprungen ist. Kireala greift nicht in den natürlichen Ablauf ein. Sie ist keine Gottheit, die Gebete erhört, die um die Aufhebung eines von der Natur gewollten Ereignisses bitten. Sie kann ebenso grausam sein wie die Natur und verlangt von ihren Anhängern, dass sie sich niemals dem Kreislauf von Leben und Tod entgegenstellen.
Nicht selten stellt sie das Wohl der Pflanzen- und Tierwelt über humanoide Kreaturen und so mag es nicht verwunderlich sein, dass sie sich einer eher kleinen Anhängerschar erfreut. Trotzdem bringt man ihr Verehrung und Respekt entgegen und wagt es nicht, sie zu erzürnen. Die Wesen Niel’Anors wissen nur zu gut, dass Kirealas Gunst für eine gute Ernte unerlässlich ist und ihr Zorn Hunger zur Folge haben kann.
Obgleich Kireala eine der sechs hohen Gottheiten Niel’Anors ist, nimmt sie unter ihresgleichen die Stellung einer Einzelgängerin ein und hält sich von den anderen fern, die sie für eitel und verblendet hält. Lediglich ihre Tochter Shevaré, die als Herrin der Jagd verehrt wird, leistet ihrer Mutter häufig Gesellschaft.
In ihrer Form als Mutter der Natur wird sie zumeist als eine schöne, zarte Frau dargestellt, deren grüne Augen alle Schattierungen des Waldes aufweisen können und die sich mit jeder Jahreszeit verändert. So erscheint sie im Frühling als junges Mädchen mit leuchtend roten Locken, im Sommer als junge Frau in ihrer vollen Blüte, die der Sonne gleich leuchtet. Im Herbst als Frau in den späten Jahren ihres Lebens und im Winter als Greisin mit weißem Haar, die einem verdorrten Baum gleicht.
Ihr Symbol ist eine goldene Ähre, die in Form einer Kette oder einer Brosche getragen wird. Ein solches Abzeichen wird aus einer lebendigen Ähre hergestellt, die man vergoldet, um ihre Form zu wahren und beständig zu machen. Manche ihrer Anhänger tragen bei Ritualen zu ihren Ehren zudem traditionell einen Kranz aus Getreide, der um den Kopf gewunden wird.
Kirealas Priesterschaft hält sich normalerweise von Städten fern. Sie sind selten organisiert, wenn sie keinem Tempel angehören, wandern oft einsam über das Land und suchen sich Orte, an denen sie gebraucht werden. Sie spüren Flecken auf, an denen die Ernte nicht gedeiht oder an der die Natur auf irgendeine Weise geschädigt wird und sorgen dafür, dass solche Missstände in Kirealas Namen behoben werden.
Oft sind sie einsiedlerisch und leben einsam am Rande eines Waldes, ohne jemals die Gesellschaft anderer humanoider Wesen zu vermissen. Kirealas Diener haben sich vollkommen dem Glauben verschrieben, dass alles auf der Welt seinen vom Schicksal und der Natur vorgegebenen Lauf gehen muss. Sie greifen nur dann ein, wenn absehbar ist, dass ein Ereignis nicht Kirealas Willen entspricht.
Kirealas Priester besitzen keine einheitliche Erscheinung. Sie kleiden sich in Stoffe aus grobem Leinen, Leder und Pelze und kümmern sich nicht um die Launen der Mode.
Rituale zu Ehren der Mutter der Erde muten archaisch und unzivilisiert an. Wilde Tänze und Gesänge unter freiem Himmel sind keine Seltenheit, wenn ihre Diener unter sich sind. Werden dagegen Rituale in Dörfern oder Städten abgehalten, so ist deren Ablauf wesentlich zivilisierter und gemäßigter, wenngleich sie stets mit Tänzen einhergehen.
Normalerweise werden für Kireala keine Tempel aus Stein errichtet, wohl aber Bauwerke aus aufwendig mit Schnitzereien verziertem und bunt bemaltem Holz in der freien Natur erbaut. Pflanzen ranken sich an diesen Tempeln empor, bilden oftmals ein dichtes Blätterdach darüber und verleihen ihnen ein bezauberndes, verwunschenes Erscheinungsbild.
Zudem gibt es eine Vielzahl von Schreinen, die jenen als schützende Unterkunft dienen, die sich in der Wildnis verlaufen haben und Hilfe suchen. Diese Schreine beinhalten stets eine Truhe mit Nahrungsmitteln, die von den Priestern der Kireala aufgefüllt werden und die sich nur für denjenigen öffnet, der die darin enthaltenen Dinge wirklich benötigt.
Heilende Pflanzen werden um die Schreine herum angepflanzt und können für die Heilung von Verwundeten verwendet werden. Zudem ist stets ein Priester als Hüter des Schreines in seiner Nähe und kann sowohl helfen, als auch für ein Vergehen bestrafen.