destiny_narionNarion, der Gott des Feuers, der Kampfkunst und des Krieges. Der ewige Konkurrent Eriadnes, der ihre Ablehnung niemals verwunden hat, ist ein Wesen voller Widersprüche, das gemäß seines Elementes ebenso Leben erhalten, wie auch Zerstörung bringen kann.
Thyrastors Sohn ist eine launische Macht, die ihre Gunst demjenigen schenkt, der Perfektion erreicht, sie jedoch wieder entzieht, sobald der Günstling einen Fehler begeht.
Noch immer sitzt der Verlust Beleriars wie ein Stachel in seinem Fleisch, ebenso wie die Abkehr Eriadnes, die ihn mit Kälte für seine Kriegslust straft und sich ihm stetig entzieht. Und so sucht er ständig nach einem Weg, diese beiden Verluste, die ihn niemals zur Ruhe kommen lassen, in einen Sieg zu verwandeln.
Narion ist ein schlechter Verlierer und er ist nachtragend. Der Gott des Feuers verzeiht niemals und wer ihn erzürnt, kann damit rechnen, dass sein Groll nicht leicht zu besänftigen ist und verheerende Folgen nach sich ziehen wird.
Der Gott des Krieges hat viele Gesichter. So kann er ebenso der mächtige Kriegsführer sein, der durch einen knappen Befehl ganze Königreiche zum Fall verdammt, wie der aufbrausende, verletzliche Gott des Feuers, dessen Temperament ebenso heiß brennt wie die Flammen selbst. Er ist der charmante Verführer und der Zwietracht Säende, der seine Opfer gegeneinander ausspielt, ohne Reue zu empfinden, wenn es seinen Zwecken dienlich ist.
Narions größte Schwäche ist seine Gier nach Macht und seine Lust an dem Geräusch aufeinandertreffender Klingen. Beides hat zu dem Zwist mit Eriadne geführt, doch er kann sich nicht dem Rausch entziehen, den das Kriegshandwerk in ihm auslöst.
Narion bewohnt Xiradar, das Reich des Feuers und überblickt von dort aus das Geschehen auf Niel’Anor. Seine Anhänger bewegt er wie Figuren auf einem Schachbrett und oft bedeutet ihm ihr Leben nicht viel mehr als das einer Spielfigur, die entbehrlich ist, um ein größeres Ziel zu erreichen. Der Gott des Feuers ist nicht böse. Doch es liegt in seiner Natur, auf diese Weise zu handeln.
Trotzdem mag es geschehen, dass er das Feuer Xiradars dazu nutzt, einem seiner Diener, der ihm gut und treu gedient hat, das ewige Leben zu schenken, indem er ihn in die ewige Flamme treten lässt, das erste Feuer, das auf Niel’Anor entzündet worden ist und das seither der Welt Wärme spendet.
Einer alten Legende zufolge sollen diese Flammen das Leben eines Wesens bis in die Unendlichkeit verlängern, wenn es wagt, in das Feuer zu treten und darin neu geboren zu werden. Überdies soll es die Macht besitzen jede Wunde und jede Krankheit zu heilen. Nicht umsonst nennt man es das Feuer des Lebens.
Wer sich jedoch unerlaubt Zutritt verschaffen möchte, wird es nicht leicht haben. Denn Narions persönliche Diener, die Shan’vari, zwölf zu perfekten Klingenkünstlern ausgebildete, unsterbliche Wesen, bewachen das Feuer zu jeder Zeit und lassen niemanden in seine Nähe, wenn es der Gott nicht zuvor befohlen hat.
Narion nimmt für gewöhnlich die Gestalt eines muskulösen, gut aussehenden Mannes an, dessen langes, rotes Haar an lodernde Flammen erinnert und dessen Augen schwarz, wie Kohlstücke sind. In seinen Augen tanzen kleine Flammen, wenn er wütend wird und wenn er jemanden strafen möchte, so verwandelt er sich in einen tosenden Feuersturm.
Der Gott des Feuers kleidet sich in schwarzes Leder und führt stets eine gewaltige Klinge mit sich, die aus reinem Feuer zu bestehen scheint und die nur von ihm allein geführt werden kann. Man nennt sie Daihan, Flammenzunge, und es heißt, dass sie ihrem Träger gewaltige Kräfte zu schenken vermag.
Das Symbol Narions ist ein aus schwarzem Eisen gefertigtes Abbild Daihans, das von kupfernen Flammen umhüllt wird. Seine Priesterschaft besitzt eine von echten Flammen umgebene Version dieses Zeichens, das ihnen jedoch keinen Schaden zufügt.
Oftmals von ähnlichem Temperament wie der Gott des Feuers, sind auch die Priester Narions launisch und aufbrausend, wobei dieser Wesenszug jedoch häufig von einer kühlen Berechnung abgemildert wird, die jener des Gottes sehr stark ähnelt. Aus ihren Reihen sind durch die Jahrhunderte hindurch fähige Kriegsherren mit großem taktischem Geschick hervorgegangen, die zu Ruhm und Ehre gelangt sind.
Seine Priesterschaft wird von zwei unterschiedlichen Strömungen beherrscht. Ein Teil hat sich der Kriegskunst verschrieben und übt sich darin, sein Geschick in Taktik und Waffenkunst zu perfektionieren. Diese Priester dienen Narion, indem sie sich in den Dienst großer Könige und Herrscher begeben und in ihren Armeen hohe Positionen besetzen. Der andere Teil konzentriert sich auf Wundertaten und sieht es als seine Pflicht an, neue Anhänger für den Gott des Feuers zu rekrutieren und seine Macht damit zu stärken.
Es wäre jedoch falsch, Narions Priester als bösartige Kriegstreiber anzusehen. Viele Herrscher Niel’Anors umgeben sich gerne mit einem Narion Priester als Ratgeber für ihre militärischen Belange und wer es sich leisten kann, greift gerne auf einen Krieger aus seiner Anhängerschaft zurück, wenn es darum geht, sein Leben zu schützen oder jemanden mit einem gefährlichen Auftrag zu betrauen. Die Priester des Narion begeben sich gerne in solcherlei Dienste, vorausgesetzt, es fließen als Gegenleistung entsprechende Summen in Form einer Opfergabe an die Tempel des Feuergottes.
Allerdings wäre es ein Fehler, einem Priester des Narion blindes Vertrauen zu schenken. Die Loyalität eines solchen gilt in erster Linie allein seinem Gott. Und wenn sich dessen Ziele von jenen des Auftraggebers unterscheiden, wenn es Narion dienlich ist, Zwietracht zu säen und zum Krieg zu verführen, dann ist gewiss, nach wessen Befehl sie handeln werden.
Die Tempel Narions werden größtenteils aus schwarzem Marmor erbaut und mit goldenen Darstellungen der Kriegskunst verziert. Wertvolle Waffen sind darin in weitläufigen Hallen ausgestellt, darunter viele Stücke, die von großen Helden geführt worden sind und die auf magische Weise vor Dieben geschützt werden.
Zu beiden Seiten des Altars werden gemeinhin Feuerschalen aufgestellt, in denen ein Feuer brennt, das von der ewigen Flamme Xiradars abstammt und das nicht gelöscht werden kann. Dieses Feuer spielt bei vielen Ritualen eine Rolle und ist die Quelle der kleinen Flamme, die alle Priester des Narion in Form ihres heiligen Symbols mit sich tragen.
Für gewöhnlich beheimaten Narions Tempel eine eigene Schmiede und mehrere Räumlichkeiten, in denen Kriegstaktik und Kriegskünste gelehrt werden. Die Waffen, die in den Tempelschmieden hergestellt werden, sind aufgrund ihrer Qualität überaus beliebt und erzielen stets hohe Preise.