Die Kleinstadt Wiesenfeld liegt nur wenige Kilometer hinter den Stadtmauern von Nir’alenar und erfreut sich der direkten Nähe zu der großen Stadt, die ihr den Handel erleichtert, und eine gewisse Bedeutung schenkt. Einst war Wiesenfeld nicht mehr als eine kleine Siedlung, die von Bauern bewohnt wurde. Ihre Bewohner sind auch heute einfache Leute, die ihre Wurzeln nicht vergessen haben und die davon leben, die Erzeugnisse weiterzuverarbeiten, die von den Höfen geliefert werden, die sich rund um die Stadt um Vieh und Felder kümmern und dafür sorgen, dass es ihrer Umgebung an nichts fehlt.
Speziell der Wiesenfelder Käse ist ausgesprochen beliebt. Aber auch diverse Obstbrände, die aus dem Obst der Bäume gebrannt werden, die die Stadt umgeben, erfreuen sich einer besonders großen Beliebtheit. Speziell der Apfelschnaps gilt als eine Delikatesse, die überall auf Beleriar gerne genossen wird. Es grenzt an einen Wettbewerb, den besten Apfelschnaps der Saison zu brennen und die beste Apfelsorte zu züchten. Wer diesen Titel auf dem jährlich stattfindenden Apfelfest erringen kann, kann sich sicher sein, einen guten Gewinn einzufahren.
Auf den ersten Blick unterscheidet sich Wiesenfeld nicht sehr von anderen ländlich geprägten Kleinstädten auf der Insel, die von einfachen Leuten bewohnt werden. Saubere Fachwerkhäuser reihen sich rund um den Marktplatz, der von kleinen Läden gesäumt wird, und das Leben macht einen idyllischen und ruhigen Eindruck.
Das bekannteste Gasthaus der Stadt „Zum lachenden Wanderer“ genannt, ist die das wohl bemerkenswerteste Gebäude in ganz Wiesenfeld. Dies rührt daher, dass es von dem ehemaligen Abenteurer Zabaldor Arboras geführt wird, der seine Gäste mit allerlei Geschichten und Kuriositäten erfreut.
Der lachende Wanderer beherbergt eine Vielzahl an dekorativen Fundstücken, die alle Ecken des Gastraumes zieren und die Fantasie der Gäste anregen.
Zabaldor hat gar die Köpfe einiger Monstrositäten präpariert, denen er auf seinen Reisen begegnet ist, und man munkelt, dass auch seine Schankmaid Lynara mit ihren auffälligen Augen ein solches Mitbringsel ist, ein nichtmenschliches Wesen, das die Gestalt einer einfachen Menschenfrau angenommen hat. Brüstet Zabaldor sich schließlich nicht damit, sogar Niel’Anor verlassen zu haben, um die Sphären der Götter zu besuchen?
Viele Abenteurer besuchen Wiesenfeld, um einen Blick auf Zabaldors Schätze zu werfen und die sogenannten Hügelhöhlen zu besuchen, die in der Nähe der Stadt liegen. Dabei handelt es sich um einen großen Höhlenkomplex, der sich im Inneren einer sanften Hügellandschaft erstreckt und in dem sich einige Schätze verbergen sollen. Ein Teil der Höhlen muss in grauer Vorzeit Grabstätten beherbergt haben. Anders sind die vielen Knochenfunde und primitiv anmutenden Bemalungen der Wände wohl kaum zu erklären. Womöglich liegt der Ursprung auch in etwas anderem – vielleicht existiert tatsächlich ein Volk dort unten, ein Überbleibsel einer alten, vergessenen Kultur, von der man sich gern erzählt.
Sicher ist allerdings, dass es von Wesen wimmelt, denen man nur ungern begegnen möchte. Zabaldors Monsterköpfe geben bereits einen Vorgeschmack auf das, was dort unten auf leichtsinnige Opfer warten könnte.
Anders als die meisten Landbewohner fühlen sich die Wiesenfelder in der Nähe der großen Stadt ausgesprochen wohl und haben entsprechende Gewohnheiten angenommen, die man sich von der Bevölkerung Nir’alenars abgeschaut hat. Hier ist man immer gut informiert und kann sich im Licht der großen Hauptstadt sonnen, als ob man selbst direkt dazu gehört.
Rund um Wiesenfeld sind einige Siedlungen über die Felder verstreut, die offiziell zu der kleinen Stadt gehören. Hier regiert der Baron Telbar Ordos, ein dicklicher und gemütlicher, allerdings auch sehr auf den eigenen Profit bedachter Mann.