destiny_aranusAranus, Gott der Wissenschaft und des Fortschrittes, Vater des Gnomenvolkes. Der weise Gott des Wissens ist eine stille, ernsthafte und zurückhaltende Gottheit, die sich selten in die Geschäfte anderer Götter einmischt und lieber für sich allein in seiner großen Bibliothek auf Dol’Shanor weilt und von dort aus über die Welt wacht. Aranus’ Bibliothek ist mit Abstand die größte ihrer Art auf ganz Niel’Anor, denn sie enthält Exemplare eines jeden Buches und jeder Schriftrolle, die seit Anbeginn der Zeit auf dieser Welt verfasst worden sind. Selbst einige uralte Steintafeln sind an diesem Ort zu finden und bewahren das schon beinahe vergessene Wissen der ersten Wesen Niel’Anors.
Seine Liebe gilt jenen, die sich der Wahrung des Wissens und des Fortschrittes verschrieben haben. Er genießt es, mitzuerleben, wie die Geschöpfe Niel’Anors voranschreiten und neue Wunder entwickeln, die ohne Magie für alle ermöglichen, was sonst nur einem Magier möglich ist, die Welt auf eine Art und Weise öffnen, die jedem zugutekommt.
Aranus geht oft auf Niel’Anor umher und beobachtet die viel versprechendsten Erfinder und die großen Genies ihrer Zeit, verhilft ihnen zu den Erfolgen, die ihren späteren Ruhm begründen, oder gibt ihnen den fehlenden Anstoß für ein besonderes Werk, wenn sie nahe am Aufgeben sind.
Wenn der Gott in diesen Angelegenheiten unterwegs ist, so kümmern sich seine Helfer um seine Bibliothek und sorgen an seiner statt dafür, dass alle Schriftwerke der Welt ihren Weg in seine Hände finden. Man nennt diese Wesen die Zehn Weisen, angeblich eine Gruppe berühmter Gelehrter aus allen Zeitaltern, die von Aranus aufgrund ihrer Verdienste mit der Gabe des ewigen Lebens beschenkt worden sind.
Aranus wird häufig als beleibter Gnomenmann mit einer Glatze und einem weißen Bart dargestellt, der Augengläser auf der Nase trägt und sich in ein schmuckloses, graues Gewand kleidet. Auf vielen Darstellungen trägt er ein Buch mit sich und blickt mit wachen Augen in die Welt. Daneben kennt man ihn in menschlicher Gestalt, die einem schmalen, alten Mann mit wallendem Bart und weißem Haar gleicht, sich ansonsten jedoch kaum von dem Gnomen unterscheidet.
Das Symbol des Aranus ist eine brennende Kerze, die das Licht der Erkenntnis versinnbildlicht, und wird oftmals als Kette oder Brosche getragen, die das graue Gewand der Priester verschließt. Viele Wissenschaftler tragen ein solches Symbol als Glücksbringer, da man dem Träger eines solchen nachsagt, dass Aranus’ wohlwollender Blick auf seiner Arbeit ruhen wird.
Die Priester des Aranus eifern ihrem Gott nach und verbringen ihre Zeit meist ebenfalls damit, das Wissen zu bewahren und aufzuzeichnen, gehen jedoch selten aktiv den Weg eines Erfinders oder Entdeckers. Es gibt allerdings viele wandernde Priester des Aranus, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, über Niel’Anor zu wandern und nach verlorenem Wissen zu suchen. Zwar mag Aranus Bibliothek das gesamte Wissen dieser Welt bewahren, doch er stellt es den Sterblichen nicht zur Verfügung, ermuntert sie stattdessen, eigenständig zu finden, was als vergessen gilt.
Normalerweise gehören die Tempel des Aranus zu jenen Orten, an denen man Aufzeichnungen über Geburten und Todesfälle und ähnliche wichtige Dokumente findet, die über Jahrhunderte zurückreichen. Auch historische Schriftwerke werden in den Tempeln bewahrt und so sind diese ein beliebter Anlaufpunkt, wenn man nach solcherlei Informationen sucht.
Die Gottesdienste sind selten formell. Man ehrt Aranus, indem man nach seinen Idealen lebt, nicht, indem man Loblieder auf seine Göttlichkeit singt.
Normalerweise halten die Priester des Aranus nicht besonders viel von schmucker Kleidung und kleiden sich in einfache graue Kutten, deren einziger Schmuck in ihrem heiligen Symbol besteht. Jeder von ihnen verzichtet auf persönlichen Reichtum und tritt all seine finanziellen Mittel bei seinem Eintritt in die Priesterschaft an den Tempel ab. Die Tempel unterstützen damit vielversprechende Forscher und Erfinder bei ihren Projekten und sammeln dafür auch Geldmittel, wenn die eigenen nicht ausreichend sind. Ein armer Wissenschaftler kann in einem Aranus Tempel jederzeit mit Unterkunft und Verpflegung rechnen, solange er dafür mit seinen Forschungsergebnissen zahlt und diese mit den Priestern teilt, damit sie künftig im Tempel verwahrt werden können.
Die Tempel des Aranus gleichen in vielerlei Hinsicht eher einer Bibliothek als einem Gotteshaus und sind dementsprechend eingerichtet, beinhalten riesige Buchsammlungen. Von außen schlicht und einheitlich, mit einer weißen, von Säulen getragenen Fassade, sind sie kaum als heilige Häuser zu erkennen. Allein die brennende Kerze, die auf einer goldenen Plakette über den Toren prangt, macht klar, dass es sich um einen Tempel handelt.
Im Inneren ist es selten ruhig. Gelehrte gehen ein und aus, Erfinder stellen ihre neusten Erfindungen vor und erhoffen sich die Förderung des Tempels für ein neues Werk. Schreiber sitzen über ihre Arbeiten gebeugt, befassen sich mit Abschriften berühmter Werke, dem Vervielfältigen wichtiger Dokumente und der Kunst der Buchmalerei.
Seitdem ein Gnomenerfinder namens Delinor Taramis die Buchpresse erfunden hat, gibt es in vielen Aranus Tempeln ein solches Wunderwerk, das dafür sorgt, dass Bücher schneller gefertigt und verkauft werden können. Dies stellt einen stetigen Einkommenstrom dar und so sind die Priester des Aranus sehr darauf bedacht, diese technische Neuerung auf ihre eigenen Hallen zu beschränken.