destiny_liarilLiaril, die Sternentochter, Göttin der Gerechtigkeit und der Weisheit, die aus dem Licht des Himmels Erschaffene. Die helle Zwillingsschwester der dunklen Göttin Zi’llail, die für Rache und Hass steht und deren Irrationalität in einem scharfen Kontrast zu ihrer Rationalität steht.
Die Mutter des Elfenvolkes ist eine kämpferische Gottheit, die Unrecht nicht tatenlos erduldet. Deswegen wird sie gerne von all jenen verehrt, die sich den dunklen Mächten entgegenstellen und im Namen der Gerechtigkeit für ein bestimmtes Ziel kämpfen.
Liaril ist eine Lichtgestalt, eine Hüterin des Lebens, die untote Kreaturen verabscheut und dafür Sorge trägt, dass sie die ewige Ruhe finden. Was den natürlichen Kreislauf des Lebens durchbricht und nicht mehr existieren sollte, erfüllt sie mit Grauen und muss vernichtet werden, um die Harmonie der Welt wiederherzustellen.
Ihr Wesen ist sanft und schützend, doch ebenso kann sie unerbittlich und hart sein, streng zu all jenen, die Unrecht begehen und auf den Pfaden der Dunkelheit wandeln. Liaril sieht kein Grau. Für sie ist die Welt in Schwarz und Weiß unterteilt, in Licht und Dunkelheit, Recht und Unrecht, ohne dass eine Rechtfertigung für düstere Taten bestehen kann.
Liaril wird zweifelsohne die stärkste Verehrung vonseiten des Elfenvolkes zuteil. Allerdings wird sie in ihrer Funktion als Göttin der Gerechtigkeit auf ganz Niel’Anor in hohen Ehren gehalten und man sieht sie als Schutzpatronin und Leitfigur all jener, die über andere richten müssen. Gerne wird sie von Wachleuten verehrt, die im Namen des Gesetzes agieren und allgemein ist es an vielen Orten Sitte, vor Gerichtssitzungen offen ein Gebet an Liaril zu sprechen und sie um Weisheit und Anleitung zu bitten.
Gerne ruft man sie an, um bei einem Gottesurteil über einen Sünder zu entscheiden und seine Glaubwürdigkeit zu prüfen. Es ist ein gängiger Glaube, das Liaril, wenn er nicht die Wahrheit spricht, aus ihrem Himmelsreich herabsteigt und den Lügner mit ihrem Schwert richten wird.
Die Sternentochter erscheint mit bleicher, silbriger Haut und ebenso silberfarbenem, fließendem Haar, das sie wie ein Schleier umhüllt und über ihren schlanken Rücken fließt. Ihre Augen sind von dem tiefen Blau der Saphire und wer sie erblickt, der wird ihren Anblick niemals wieder aus seinem Gedächtnis streichen können. Doch die Sternentochter erscheint nicht allein als verführerische Frau in fließenden Gewändern, sondern auch als starke Kriegerin in einer strahlenden, diamantenen Rüstung, die ihr Schwert mit tödlicher Präzision führt.
Liarils Symbol ist ein Vollmond, der von acht glitzernden Sternen umgeben wird. Es wird gerne in Form eines silbernen Anhängers um den Hals getragen und soll vor den Kreaturen der Nacht schützen. Man behauptet, dass das Symbol der Sternentochter die Haut eines Untoten zu verbrennen vermag und ihn unverkennbar als einen solchen zeichnet.
Die Priesterschaft Liarils ist ebenso kämpferisch wie ihre Gottheit. Nicht selten ziehen ihre Diener über das Land und suchen aktiv nach Orten, an denen ihre Hilfe benötigt wird und wo sie die Unschuldigen vor einem drohenden Unheil bewahren können.
In vielen kleineren Dörfern übernehmen sie die Funktion von Richtern und manchmal werden reisende Priester darum gebeten, ihr Urteil in einer Angelegenheit zu fällen, die dringend der Klärung bedarf. Dabei sind sie niemals parteiisch. Liarils Priester sind besonnene Geschöpfe, die nicht vorschnell urteilen, sondern allen Seiten lauschen und ihre Worte überdenken, um zu einem gerechten Urteilsspruch zu gelangen. Ihr Ruf führt dazu, dass man ihnen bedingungsloses Vertrauen schenkt und ihr Wort als Gesetz akzeptiert.
Die meisten sind im Umgang mit Klingenwaffen vertraut und scheuen sich nicht, diese einzusetzen, wenn es nottut. Allerdings geschieht dies stets auf ehrenhafte Art und Weise, niemals aus einem Hinterhalt heraus. Aus diesem Grunde lehnen sie Schusswaffen ab, für deren Einsatz man keineswegs des Mutes bedarf.
Liaril Priester kleiden sich in nachtblaue Gewänder, auf denen silberne Muster schimmern, und verehren ihre Göttin mit einer Kombination aus feierlichen Gesängen und komplizierten Ritualen, die häufig unter freiem Sternenhimmel stattfinden. Ein Liaril Priester verschreibt sich seiner Göttin meist mit Herz und Seele und nur wenige von ihnen wählen einen festen Partner, um die Hingabe an die Göttin nicht mit anderen Gefühlen zu verunreinigen oder zwischen ihr und einem Geliebten wählen zu müssen.
Tempel zu Ehren der Sternentochter werden aus von silbrigen Adern durchzogenem Marmor erbaut. Oftmals zeigen sie Einflüsse der elfischen Baukunst, wirken grazil und fein mit hohen Türmen, die gläserne Dächer aufweisen, die einen ungehinderten Blick in den Sternenhimmel gewähren.
Viele von ihnen beinhalten in diesen Türmen Möglichkeiten, den Nachthimmel zu beobachten, denn in den Reihen von Liarils Priesterschaft befasst man sich gerne mit der Kunst der Astrologie, deutet den Stand der Sterne, um das Schicksal daraus zu lesen. Insbesondere ihre Hohepriester werden aufgesucht, um Rat zu erteilen und aus einem Blick in die Sterne zu verkünden, was sein wird.
Eine Besonderheit dieser Tempel ist der offene Innenhof, in dem sich Liarils Auge befindet. Dabei handelt es sich um einen tiefen Brunnen, in dem sich das Mondlicht spiegeln kann und von dem man sagt, dass jeder, der in der Nacht des Vollmondes hineinblickt, sein eigenes Schicksal sehen wird. Außerdem gilt das Wasser dieses Brunnens als von Liaril gesegnet und heilkräftig. Es wird nach jeder Vollmondnacht in kleine Phiolen abgefüllt, dient dann als Medizin, die auf Wunden aufgetragen wird, um sie zu heilen.