destiny_minarilMinaril, die Geheimnisvolle. Die Herrin der Träume, Göttin des Schlafes und der Hellsichtigkeit. In der Nacht zieht sie über die Welt und lässt ihren Traumstaub auf die Schlafenden rieseln, bringt Visionen über zukünftige Ereignisse, süße Träume, aber auch schreckliche Albträume.
Die Herrin der Träume ist ein Wesen, das sich hinter einem Schleier aus Geheimnissen verbirgt. Niemals gewährt sie Einblicke in ihr Tun, offenbart niemandem die Ziele, die sich hinter ihren Taten verbergen. Sie liebt es, andere in die Irre zu führen, ihnen Rätsel aufzugeben und sich an ihren Lösungsversuchen zu erfreuen.
Minaril ist keine Göttin, die sich in die Karten blicken lässt. Sie ist eitel, geheimnistuerisch und leicht zu verärgern, wenn man sich ihr widersetzt. Die Herrschaft über die Träume und den Schlaf versetzt sie in die Lage, jene, die sie zornig gemacht haben, mit Albträumen und Schlaflosigkeit zu strafen. Doch wer sich ihrer Gunst erfreut, darf sich im Gegenzug über erholsamen Schlaf und angenehme Träume freuen.
Die Visionen, die Minaril schenkt, sind nicht einfach zu durchblicken, nie deutlich und klar. Sie sind verwirrend, zeigen Möglichkeiten für eine Zukunft, die vielleicht niemals eintreffen wird, beeinflussen ihre Empfänger, ihre Taten in eine Richtung zu wenden, die sie verhindern kann oder wahr werden lässt.
Die Herrin der Träume manipuliert die Sterblichen oft, bringt sie dazu, nach ihrem Willen zu handeln, erscheint sogar selbst in wirren Träumen. Doch manchmal nutzt sie ihre Macht auch, um vor Unheil zu wahren und die Folgen einer schrecklichen Tat zu verhindern, die die Welt aus den Fugen heben wird. Niemals sollte man die Visionen, die sie sendet, auf die leichte Schulter nehmen und abtun. Minaril ist keine dunkle Gottheit, der an Verderben und Zerstörung gelegen ist. Sie mag mit den Sterblichen spielen, doch sie stürzt sie nicht grundlos ins Unheil.
Minaril wird von einer Gruppe geheimnisvoller Wesen bei ihren Aufgaben unterstützt, die man als die Vhenari bezeichnet. Sie helfen ihr dabei, den Traumstaub über Niel’Anor zu tragen und gewähren den Schlafenden mit einem Kuss Visionen. Die Vhenari sind verführerische Kreaturen, die ihr Äußeres an die tiefsten und verborgensten Wünsche eines Wesens anpassen können, als ein wahr gewordener Traum erscheinen, wenn sie es wünschen. Sie überbringen in Minarils Namen Botschaften, befolgen ihre Befehle, um Pläne voranzutreiben oder bleiben für eine Zeit in der Verkleidung eines Sterblichen an der Seite eines Wesens, das für Minarils Ziele eine Rolle spielt.
Die wohl Bekannteste der Vhenari ist Salansarai, die einst aufgrund ihrer Anmaßung von der Göttin verstoßen worden ist und ebenfalls häufig als Herrin der Träume bezeichnet wird.
Die sinnliche Minaril besitzt welliges, schwarzes Haar, tiefviolette Augen und einen sinnlichen Mund, mit dem sie so manchen Träumer in den Schlaf geküsst hat. Es gefällt ihr, zu verführen, und sie ist nicht darüber erhaben, eine anziehende Kreatur zu besuchen und ihr ihre Zuneigung zu schenken, bevor sie sie in das Reich der Träume entsendet und sich damit begnügt, ein Nachhall in ihren Träumen zu sein. Ihre seidenen Gewänder sind von einem tiefen Violett, betonen die Rundungen ihres Körpers und zeigen ihre zart gebräunte Haut.
Das Symbol der Minaril ist ein violettes Auge, das man in Form eines Anhängers oder einer Brosche trägt. Normalerweise wird es aus Silber gefertigt und von einem Amethyst geziert, der als Iris eingesetzt wird. Man glaubt, dass das Tragen dieses Schmuckstücks dem Träger angenehme Träume beschert und ihn empfänglich für Einblicke in die Zukunft werden lässt.
Gerne bezeichnet man die in tiefes Violett gekleidete Priesterschaft der Minaril insgeheim als Rätselmeister, zeigen sie doch die gleiche Vorliebe für das Geheimnisvolle wie die Göttin der Träume. All ihre Zeremonien werden von einem Wirbel mysteriös anmutender Rituale begleitet, die meist jedoch wenig mehr als eine gut einstudierte Vorführung sind.
Selten wird man erleben, dass ein Minaril Priester eine klare Aussage trifft, die nicht auf unterschiedliche Weise gedeutet werden kann. Trotzdem sucht man ihren Rat und erhofft sich mithilfe ihrer Hohepriester einen Blick in die Zukunft. Minaril segnet die meisten von ihnen mit der Macht, einen Blick in die Zukunft erhaschen zu können, wenn sie in die Augen eines Individuums blicken und seine Haut berühren. Oft geben diese Visionen keine deutliche Auskunft und es ist stets schwer zu unterscheiden, ob der Priester die Wahrheit spricht oder ob seine Voraussage dazu dient, das Wesen, das ihn aufgesucht hat auf einen bestimmten Weg zu führen.
Auch Schlaflose oder jene, die unter Albträumen leiden, suchen gerne die Hilfe eines Minaril Priesters und wünschen sich eine Einsicht, auf welche Art sie die Herrin des Schlafes verärgert haben könnten. Selbst wenn es darauf keine klare Antwort gibt, finden sie in der folgenden Nacht sicherlich einen besonders ruhigen Schlaf, wenn sie dem Tempel ein entsprechendes Opfer erbracht haben, um Minaril zu besänftigen.
Nicht immer ist es damit getan – manchmal wird dem Verzweifelten eine Aufgabe auferlegt, die der Herrin der Träume in irgendeiner Weise dienlich ist oder es sind mehrere Opfergaben erforderlich, um das Problem zu lösen.
Die Tempel der Minaril sind abgeschieden gelegene Orte aus dunklem Marmor, die in magischen Nebel gehüllt werden, der die Sicht behindert. Es ist unmöglich, einen klaren Blick durch den Schleier Minarils zu erhaschen, wenn dieser nicht gewünscht wird. Allein die Priester vermögen es, den Nebel mühelos zu durchdringen.
Violettes Licht erhellt in jedem von ihnen den Altarraum. Es geht von der Schale mit Traumstaub aus, die zu Füßen einer Statue der Göttin aufgestellt ist und die sich zu Beginn jedes Monats nach einem Ritual füllt, damit die Priester ihre Vorräte auffüllen können. Zu dieser Zeit wird niemand in den Tempel eingelassen, um die kostbare Gabe der Göttin vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Jeder Priester trägt ein Beutelchen davon mit sich, um den Schlaflosen Schlaf zu gewähren oder Albträume zu vertreiben.