Bei den Goldseen handelt es sich um eine Ansammlung größerer Gewässer im Herzen Sindors, die unter diesen Begriff zusammengefasst werden. Die ungewöhnliche Seenlandschaft liegt in die felsige Region eingebettet, die man als die Münzenberge bezeichnet. Das Münzengebirge erhebt sich in einem hohen Halbrund aus massiven Felsen, die die Seen in ihrer schützenden Umarmung bergen. Es ist eine malerische Gegend, die von einer reichen Tier- und Pflanzenwelt bevölkert wird. Libellen haben die Goldseen zu ihrem bevorzugten Lebensraum erkoren und insbesondere die große, blaugrün leuchtende Pfauenlibelle ist in großer Zahl rund um die Gewässer herum anzutreffen, obgleich man sie auf der restlichen Insel nur selten finden kann. Schilf wächst dicht und hoch rund um die Seen und Seerosen treiben in Ufernähe auf dem ruhigen Wasser und vermischen ihren zarten Duft mit der Luft.
Die Goldseen haben ihren Namen aufgrund eines Phänomens erhalten, das man jeweils bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang beobachten kann. Wenn die Tageszeiten wechseln, beginnt der Boden des mittleren Sees zu leuchten, als bestünde er aus purem Gold. Dieser Effekt ist auch an der Wasseroberfläche zu sehen und erinnert dort an ein stetiges Funkeln.
Dieser Anblick hat natürlich einige Legenden inspiriert, die den Versuch unternehmen, das Funkeln zu erklären. Die Bekannteste besagt, dass der König eines längst versunkenen Königreiches, das einst an den Ufern der Seen gelegen hat, den unermesslichen Schatz seines Landes im Wasser des Sees versenkt haben soll, als die Stunde seines Todes nahte. Danach soll er sich selbst in die Fluten gestürzt haben, um zu verhindern, dass seine Reichtümer in die Hände seiner Feinde fielen. Dabei hat er den Fluch ausgesprochen, dass niemand, der Hand an seinen Besitz legt, den See wieder lebendig verlassen wird.
Diese Geschichte hat viele Schatzjäger dazu inspiriert, in den Goldseen auf die Suche nach den erhofften Reichtümern zu gehen. Doch nur wenige haben diesen Versuch überlebt und wer zurückgekommen ist, war nicht dazu in der Lage, das Geheimnis der Seen zu ergründen.
Auch andere Erklärungen gibt es. So spricht man von einer rachsüchtigen Fee, die von ihrem Liebhaber verschmäht worden ist und die nun Männer auf den Grund des Sees lockt, um sich an ihnen zu rächen. Andere erzählen vom Hort eines Drachen, der dort unten in einer Höhle schlafen soll und zum Wechsel der Tageszeiten erwacht, um sein Gold zu zählen.
Bislang widersetzt sich der See allen Versuchen, das goldene Schimmern zu enträtseln. Die Skelette vieler Unglücklicher erzählen dafür die leidvolle Geschichte ihres Scheiterns und warnen davor, sich selbst in den See zu begeben. Selbst wenn es nicht der Fluch des Königs sein sollte, ist gewiss, dass irgendetwas Gefährliches in diesem See lauert.
Allerdings sind nicht alle Geschichten gleichermaßen tragisch oder voller Gefahr. So soll es Glück verheißen, wenn man von den Felsen der Münzenberge aus eine Münze in das Wasser eines der Seen hinab wirft, und somit den Schatz des Königs mehrt. Im Laufe der Jahrhunderte ist auf diese Art und Weise ein Berg aus Münzen zustande gekommen, der selbst einem Schatz gleicht und diese Legende auf unerwartete  Weise Wirklichkeit werden lässt.