Der Sternsee ist eindeutig der größte See Beleriars. Idyllisch im Herzen Silvriars gelegen, zieht er viele Besucher an, die an den Ufern des klaren Gewässers Frieden und Erholung suchen.
Dies liegt vor allem an dem kristallklaren Wasser, das scheinbar durch nichts zu verunreinigen ist. Obwohl stets eine Vielzahl von Booten über den See fährt, zeigt sich keine Spur von Schmutz, die das kühle Nass trübt. Es ist, als ob der See alles abweist, was seine Reinheit beschmutzen könnte.
Natürlich ist es unmöglich, die Gesamtheit des Sternsees mit einem Blick zu erfassen. Zu groß und weitläufig ist seine Fläche. Kleine Städtchen umgeben sein Ufer wie ein Blumenkranz und an vielen Stellen finden sich Bootsanlegestellen, die es Besuchern erlauben, eine Fahrt über seine seichteren Stellen zu genießen.
Viele der kleineren Siedlungen rund um den Sternsee leben von der Fischerei. Dabei gelten insbesondere der Purpurbarsch und die Sandkrabben als Delikatesse, mit der man bestens für seinen Lebensunterhalt sorgen kann.
Allerdings kann die Fischerei auf dem See durchaus gefährlich werden. Von Zeit zu Zeit fegen starke Sturmböen über das Wasser und tückische Felsen bringen das Verderben über den Unvorsichtigen.
Gerne erzählt man Geschichten über die schönen Sirenen, die mit ihren betörenden Liedern arglose Seemänner in ihre Umarmung locken. Hinter der Fassade der schönen Frauengestalten lauern monströse Kreaturen, die sich an der Lebenskraft der Seeleute laben, deren Boote auf den Felsen zerschellt sind. Man nennt diese Wesen die Schöpfung Shirashais, die es in ihrer Eifersucht nicht ertragen konnte, etwas so reines wie den Sternsee Tag für Tag ansehen zu müssen. Und so schuf sie die verführerischen Sirenen, die ihre Dunkelheit über den See brachten und sich so lange in den Felsen verbergen, bis ein Boot des Weges kommt.
Die bekannteste Legende, die sich um den Sternsee rankt, hat jedoch nichts mit Gefahren und
Verderben zu tun. Man sagt, dass das Wasser von der Göttin Eriadne gesegnet worden ist und dass es den Kranken Linderung verschafft, wenn sie davon trinken.
Es ist nicht schwer zu erraten, dass diese Geschichte viele Hilfesuchende an die Ufer des Sees gezogen hat, um Heilung zu finden. Die vielzähligen Eriadne Tempel der Umgebung kümmern sich um diese Wesen und versuchen, dort zu helfen, wo das Seewasser sein Versprechen nicht halten kann.
Der Sternsee trägt seinen Namen aufgrund eines besonderen Phänomens. Denn jedes Jahr, wenn der Winter seine Herrschaft über Beleriar aufgibt, tanzen schwebende Lichter über dem Wasser und spiegeln sich auf seiner Oberfläche, die dann wie ein Sternenhimmel wirkt. Aber den Auslöser dieses Schauspiels, das viele Gäste anzieht, die sich nach dem Anblick der Sterne sehnen, hat bislang niemand zu ergründen vermocht.