Hauptstadt: Chadira
Herrscher: Gräfin Viria Neladar

Aelindar. Auf den ersten Blick die wohl größte Grafschaft Beleriars. Doch wenn man die Beschaffenheit dieser Region genauer betrachtet, wird deutlich, dass Aelindar zu einem großen Teil von dem größten Waldgebiet der gesamten Insel bedeckt wird. Es ist der träumende Wald, auch Silberwald genannt, der insgeheim über diese Grafschaft die Vorherrschaft innehat.
Aelindar ist für die ausladende Größe der Grafschaft dünn besiedelt. Nur wenige große Städte sind um den Wald herum entstanden, noch wenigere Siedlungen sind in seinem Inneren gegründet worden. Niemand weiß mit Bestimmtheit, was sich unter den Zweigen der uralten, riesigen Bäume verbergen mag und so bleibt Aelindar ein Ort, der viele Geheimnisse birgt, ein unergründliches Mysterium, das kein sterbliches Wesen zu beherrschen vermag. In der Folge konzentriert sich das Leben dieser Grafschaft in den äußeren Bereichen und an der Küste, fern des dichten Blätterdaches.
Die Bevölkerung Aelindars hat viele musisch begabte Individuen hervorgebracht. Dies schreibt man dem träumenden Wald zu, von dem es heißt, das er in den Sterblichen die Fähigkeit zu träumen und den Wunsch, diese Träume für andere sichtbar zu machen, weckt.
Eine Vielzahl namhafter Künstler und Musiker ist dieser Gegend entsprungen und auf Beleriar zu Ruhm gelangt. Und so gelten die Aelindarer als feinsinnig und klug, wohl aber auch als ein wenig weltfremd. Sie tragen den Kopf in den Wolken, sind weniger praktisch veranlagt und selten streng.
Die Mentalität, die in dieser Grafschaft vorherrschend ist, kann zuweilen auf jene unverständlich und irritierend wirken, die hier Geschäfte machen wollen, denn in Aelindar geht man die Dinge häufig ein wenig ruhiger und gelassener an, speziell in den Bereichen, die nahe am Rand des Waldes liegen.
An den Abenden kommt man zusammen, um den Tag mit Musik und Tanz ausklingen zu lassen und man findet in den ländlichen Gebieten stets einen guten Grund, um bis in die frühen Morgenstunden zu feiern.
Den Stadtbewohnern ist Ehrgeiz jedoch nicht gleichermaßen fremd. Dort ist man weniger träumerisch veranlagt und die musische Begabung sucht sich andere Kanäle. So produziert man hier unglaublichen Schmuck, prachtvolle Gewänder und erlesenes Schuhwerk, schreibt das Kunsthandwerk besonders groß und übt es in Perfektion aus. Viele Waren Aelindars sind besonders fein und edel, was sie im Rest Beleriars überaus beliebt macht.
Das Erscheinungsbild ist wichtig. Viele Aelindarer besitzen ein Gespür für Farben und Formen und reagieren empfindlich, wenn deren Harmonie gestört wird. Auch sportliche Künste stehen in hohen Ehren. Wer sich vollendet zu bewegen vermag, kann sich der Bewunderung aller sicher sein.
Das Grobe, Raue hat in Aelindar nur wenig Platz. Man drückt sich gewählt aus und legt viel Wert auf gute Manieren und Höflichkeit. Dies mag anderenorts Spott provozieren, doch diesem begegnet das Volk dieser Grafschaft mit Gelassenheit und spitzer Zunge, die von einer guten Bildung befeuert wird. Schließlich weiß jedes Kind aus Aelindar um die Existenz des alten Reiches Darivaran, das sich einst hier, in der Umarmung des Waldes, erhoben haben soll und dessen Abkömmlinge sie sind. Und wenn man den Legenden glauben darf, bedeutet dies nicht weniger als ein edle Abstammung von einem im höchsten Maße kultivierten Volk, das seinerzeit viele erstaunliche Wunder hervorgebracht hat.