Hauptstadt: Kharsah
Herrscher: König Khoras Wolfsblut

Syranas, der hohe Norden Beleriars ist ein unwirtliches, raues Land. Der felsige Boden bringt nur wenige Pflanzen hervor, der Wind ist kühl, schneidend und wird häufig von heftigen Stürmen begleitet, die auch nach dem Untergang der Insel nicht seltener geworden sind.
Seen und Flüsse prägen einen großen Teil der Landschaft. Einige von ihnen werden von unterirdischen, warmen Quellen gespeist, ähnlich jener, die die Nebelschlucht erwärmt und an manchen Orten lassen Geysire riesige Fontänen in die Luft schießen. Die zahlreichen, fischreichen Gewässer sorgen dafür, dass das Volk Syranas‘ nicht verhungert und bilden somit die Lebensgrundlage all jener, die diese Gegend ihr Zuhause nennen.
Tatsächlich ist die Nebelschlucht beinahe der einzige Grund, warum Besucher nach Syranas kommen, und diese reisen, wenn es ihnen möglich ist, stets auf direktem Wege mit einem Windschiff an oder nutzen die Wasserwege. Denn beinahe niemand wagt es, die Reise zur Schlucht über das Land anzutreten.
Syranas ist ein gefährliches Gebiet. Der Arm des Fürsten von Nir’alenar reicht nicht bis in den Norden hinauf und so zieht dieser Teil der Insel Gesetzlose nahezu magisch an. Räuberbanden haben ihr Lager zwischen den felsigen Hügeln in den tiefen Höhlen aufgeschlagen und sind nur schwer zu fassen. Sie genießen die Unabhängigkeit Syranas‘, die ihnen eine Zuflucht beschert und sie gewissermaßen vor den Gesetzen Beleriars schützt, wenn sie sich innerhalb der Grenzen nichts zuschulden kommen lassen.
Der Grund dafür ist der uralte, schwelende Konflikt zwischen der Bevölkerung von Syranas und dem Rest der Insel, bei dem es um die Unabhängigkeit des kleinen Reiches geht. Ein Kampf, bei dem Syranas bisher immer als Sieger hervorgegangen ist, denn das hügelige Land ist kaum einzunehmen, wenn man das Terrain nicht genauestens kennt. Die Dörfer Syranas‘ gleichen Festungen gegen die Außenwelt, die von unnachgiebigen, zähen Individuen bevölkert werden, die jedem Bemühen, sie mit dem Rest von Beleriar zu vereinen, verbissen Widerstand leisten. Syranas war immer eigenständig und wird es, wenn es nach ihrem Willen geht, auch immer bleiben. Die Menschen des nördlichen Reiches lehnen es ab, sich jenen zu unterwerfen, die ihre Lebensweise und ihre Sitten und Gebräuche nicht zu verstehen vermögen.
Der größte Teil der Bevölkerung entstammt dem kalten Norvandor und trotzt seit Jahrhunderten einer kargen Landschaft und den schlechten Lebensbedingungen. Es ist ein stolzes Volk, das Mühsal und Härten gewohnt ist und das keinen sonderlich großen Wert auf die Zivilisation und ihre Errungenschaften legt, die anderenorts so hoch geschätzt wird. Für den Rest der Insel sind sie nichts weiter als Barbaren. Gefährliche Wilde, denen man mit Misstrauen begegnet und die ihren altmodischen Wegen treu bleiben.
Doch es wäre allzu einfach, das Volk des Nordens mit einem solchen Stempel zu versehen. Syranas ist ein Reich, in der alte Traditionen Bestand haben und in der ein Wesen nicht nach seinem Äußeren bewertet wird, sondern seinen wahren Wert erst unter Beweis stellen muss. Es ist eine Welt, in der Stärke zählt und in der man nichts von Prunksucht und Dekadenz hält. Man liebt heldenhafte Geschichten und epische Lieder im warmen Feuerschein, schätzt Tapferkeit, Opferbereitschaft und hehre Ideale.
Das Volk beugt den Kopf allein vor seinem König und würde sein Leben dafür geben, um die Freiheit zu wahren, die es schon seit Jahrhunderten gegen jeden verteidigt, der es wagt, Anspruch auf diesen Landstrich zu erheben. Tatsächlich gelingt dies schon seit solch langer Zeit, dass eine Veränderung dieses Zustandes nicht zu erwarten ist.