Wie eine Narbe frisst sich im Norden Beleriars die Nebelschlucht in das Land. Eine breite Kerbe, deren Grund man durch die dichten Nebelschwaden von oben nicht erkennen kann.
Die Existenz dieser Schwaden ist auf die unnatürliche Wärme zurückzuführen, von der das Wasser am Grund der Schlucht erfüllt ist. Abergläubische Seelen flüstern von einem riesigen Feuerdrachen, der tief unter dem Wasser eingesperrt sein soll und dessen Atem das Phänomen hervorruft. Andere nennen die Schlucht Narions Zorn in Anspielung auf seine Wut über den Verlust Beleriars.
Wissenschaftler vermuten jedoch banalere Ursachen und erforschen das Gebiet eifrig. Schließlich schreibt man dem Wasser heilende Kräfte zu, die Schmerzen lindern können, wenn man darin badet.
Entsprechend ist die Schlucht gut besucht. Insbesondere ältere Adelige treten den Weg in den Norden an, um Beschwerden zu lindern und so existieren einige Gasthäuser am Rande der Schlucht, um den großen Aufzug gnomischer Bauart herum, von dem aus Besucher hinabgelassen und wieder nach oben befördert werden.
Allerdings zieht die Nebelschlucht nicht nur alternde Adelige an. Die hohen Felswände beherbergen eine Vielzahl von tiefen Höhlen, die sich in den Stein hineinwinden. Seit jeher waren diese beliebte Aufbewahrungsorte für Schmuggelwaren aller Art oder wurden von Piraten genutzt, um ihre Schätze zu verstauen.
Diese Höhlen bergen so manches Geheimnis in ihren Eingeweiden. Alte Flüche und übernatürliche Wächter sind nur Beispiele für das, was sich hinter dem uralten Gestein verbirgt. So manche Höhle ist bereits geplündert worden und ihr Inhalt wandert nun durch gierige Hände. Andere Eingänge sind so gut versteckt, dass es eines scharfen Blickes und des Willens zu suchen bedarf, um sie zu entdecken.