Hauptstadt: Feyor
Herrscher: Königin Lasyra

Als das Reich Y’sarea fiel, wollten nicht alle Elfen ihre Heimat aufgeben und Beleriar verlassen oder zu den Städten der Insel weiterziehen, um einen Neuanfang wagen. Viele wanderten in den Wald von Arvonar, um dort aus den Scherben ihres Reiches etwas Neues zu errichten. Ein starkes Reich des Elfenvolkes, das den Vertriebenen ein sicheres Heim sein sollte.
Ni’farea, Nebelheim. Ein dichter, magischer Nebelring umgibt die Grenzen des Elfenreiches und sorgt dafür, dass niemand einen Fuß darüber setzt, der hier nicht erwünscht ist. Der Nebel verwirrt die Sinne, führt Eindringlinge so lange im Kreis und raubt ihre Orientierung, bis sie ihr Vorhaben aufgeben müssen.
Die Elfen von Ni’farea sind ein misstrauisch gewordenes, vorsichtiges Volk, das es vorzieht, unter seinesgleichen zu bleiben. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben dazu geführt, dass sie sich von der Welt zurückgezogen haben. Und sie haben das Elfenvolk kriegerischer gemacht, nicht mehr dazu bereit, leichtfertig Vertrauen zu schenken, aber umso besser darauf vorbereitet, ihren Lebensraum zu verteidigen.
Ni’farea verfügt über eine gut ausgebildete Streitmacht, die das Reich im Nebel schützt. Zu frisch sind die Angriffe der Klingen der Nacht und der Fall Y’sareas noch im Gedächtnis der langlebigen Elfen verankert. Sie sind nicht dazu mehr bereit, ein Risiko einzugehen und ihre Heimat noch einmal zu verlieren, nachdem sie eine solche Mühe darauf verwandt haben, sie neu zu errichten.
Innerhalb der Nebelgrenzen erstreckt sich ein zauberhaftes Reich unter den alten Zweigen des Waldes von Arvonar und an der westlichen Küste Beleriars. Eine tiefe Ruhe liegt über dem Wald, nur gelegentlich von lieblichem Vogelgesang unterbrochen. Das Tierreich ist weniger scheu, als man es von anderen Orten kennt. Die wilden Geschöpfe sind zutraulicher und vertrauensvoller, nähern sich den Elfen gerne und oft.
Saubere, natürliche Wege ziehen sich über den Boden. Sie führen zu kleinen Elfensiedlungen und verbinden diese mit den größeren Städten. Das Elfenvolk lebt miteinander und mit der Natur im Einklang. Sie zwingen ihr nicht ihren Willen auf, greifen nicht in ihr natürliches Gefüge ein, formen sie nur sanft, um ihre Schönheit zu vervollkommnen.
Kristallene Türme erheben sich in dem gesamten Gebiet. Sie erlauben es den Elfen, ihre Umgebung zu überblicken und für ihre Sicherheit zu sorgen. Doch die Türme verfolgen noch einen anderen Zweck, sind so an den Nebengrenzen verteilt, dass zwischen ihnen eine magische Barriere errichtet werden kann, die Ni’farea abriegelt, wenn es nötig ist.
Eine Wasserader windet sich in komplizierten Verästelungen quer durch das Elfenreich. Sie trägt den Namen Ni’sar, Nebelfluss, benannt nach den durchscheinenden, schimmernden Nebelschwaden, die sich am Abend über dem Wasser bilden. Zerbrechlich wirkende Elfenboote treiben bei Tag und bei Nacht über den Fluss und transportieren Waren oder Passagiere an ihr Ziel. Manche von ihnen, die in der Nähe einer Stadt oder eines Dorfes zu sehen sind, dienen allerdings allein dem Zweck, das Elfenvolk zum Zeitvertreib müßig über das kristallklare Wasser treiben zu lassen. Diese Boote, die an die Schwanenboote von Saravia erinnern, verfügen über allerlei Annehmlichkeiten, von weichen Seidenkissen bis hin zu dem süßen Elfenwein, der bei diesen Fahrten genossen wird. In der Nacht werden die Boote von bunten Kristalllaternen erleuchtet und von Glühwürmchen umschwärmt, die von ihrem Licht angezogen werden.
Das Volk der Elfen lebt innerhalb der Grenzen ihres Reiches ein angenehmes Leben, das keine Armut kennt. Beinahe ist Ni’farea zu schön, um real zu sein. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Elfenreich erneut die Aufmerksamkeit eines eifersüchtigen Feindes auf sich ziehen wird und neue Konflikte den Frieden von Nebelheim auf die Probe stellen.