Seeheim, der ständige Dorn im Auge der Minarilpriesterschaft, die über das Wasser des Mondsees wacht. Denn in Seeheim hat sich ein florierender Handel mit dem Wasser des Sees etabliert, das hier in handlichen, kleinen Fläschchen verkauft wird. Schon lange versucht die Priesterschaft der Traumgöttin, den Handel mit dem Seewasser zu unterbinden, doch bisher hat der Erfolg auf sich warten lassen, da Fürst Aranil Falkenauge sich standhaft weigert, den Seeheimern die Nutzung des Wassers zu verbieten.
Schließlich und endlich erhebt sich das ehemalige Dörfchen Seeheim, das mittlerweile durch den Besucherstrom und die damit verbundenen Einnahmen die Ausmaße einer kleinen Stadt besitzt, direkt am Südufer des Mondsees und besitzt damit ein ebensolches Anrecht auf das Wasser, wie die Priesterschaft der Minaril, die ihren Anspruch lediglich aufgrund einer Legende geltend machen möchte.
Von dieser Problematik ist allerdings wenig zu bemerken, wenn man das idyllische Städtchen mit seinen ordentlichen Fachwerkhäusern zum ersten Mal zu Gesicht bekommt und es ist schwer, hier etwas Ungewöhnliches zu entdecken.
Gepflegte Straßen winden sich durch die Stadt und werden von sauberen Fassaden mit hübschen Blumenkästen gesäumt. Überall finden sich Schilder, die das Wasser des Mondsees zu besonders günstigen Preisen anbieten und die die Besucher schließlich in den jeweiligen Laden locken sollen – zumeist, um ihn neben einem Fläschchen mit dem begehrten Wasser auch noch mit dem einen oder anderen Souvenir zu verlassen.
In der Tat, die Seeheimer sind ausgesprochen geschäftstüchtig und verstehen es, ihre kleine Stadt in das beste Licht zu rücken und sie ganz und gar auf den niemals verebbenden Besucherstrom auszurichten.
Seeheim wird von dem Baron Thalor Aremir regiert, einem noch recht jungen Emporkömmling, dessen Familie noch vor einigen Jahren dem Stande der Händler angehört hat und der sich seinen Titel durch sein Vermögen erkauft hat. Thalor ist ein eitler Mann, dessen Eignung für einen solchen Posten man durchaus anzweifeln könnte. Allerdings besitzt er einen großen Ehrgeiz, seinen Wert unter Beweis zu stellen und alle Zweifler zum Verstummen zu bringen.