Es ist das größte Viertel der Stadt, das Viertel der einfachen Leute, der Ort, an dem sich unglaublich viele Lebewesen angesiedelt haben. Die Häuser sind kleiner, als man es aus den anderen Stadtteilen kennt. Mehrstöckig und eng winden sie sich in die Höhe, dicht aneinandergebaut und ohne große Zier. Es sind einfache Fachwerkhäuser, keine erhabenen Bauten aus Marmor und Stein. Die Straßen sind eng, ein wenig schmutzig und staubig, schlammig, wenn der Regen kommt und stets von Fuhrwerken und den Bewohnern dieses Viertels verstopft.
Die Umgangsformen sind rau, nicht geschliffen. Die Wesen nicht immer gepflegt und die Gerüche selten gut. Es ist keine reiche Gegend und wer allzu fein und hochgeboren erscheinen möchte, erntet schnell ein abfälliges Naserümpfen. Dies ist kein Platz für die Reichen und Vornehmen, keine Welt für Samt, Seide und Verschwendungssucht.
Es geht laut zu im Seeviertel. Auseinandersetzungen enden schnell in Handgreiflichkeiten und Versöhnungen werden mit starken Getränken in einer der vielen Tavernen begossen. Die Bevölkerung ist harte Arbeit und Entbehrungen gewohnt und die Meinung vom verweichlichten Adel ist selten sonderlich hoch.
Zusammenhalt wird groß geschrieben, zumindest jener der direkten Nachbarschaften, in die sich das Seeviertel aufspaltet. Es ist keine Seltenheit, dass sich diese untereinander nicht wohlgesonnen sind. Es gibt schwelende Feindschaften zwischen den Angehörigen der einzelnen Nachbarschaften. Manche davon sind auf Geschehnisse zurückzuführen, die seit Generationen der Vergangenheit angehören. Eine verschmähte Tochter, eine Beleidigung oder Gerüchte reichen aus, um die Mitglieder einer Nachbarschaft gegen eine andere aufzubringen, ohne dass am Ende noch jeder der Beteiligten den Grund dafür weiß.
Eine Vielzahl von Wesen nennt das Seeviertel sein Zuhause und so ist die Bevölkerungen in manchen Teilen tolerant, in anderen von Vorurteilen geprägt. Es gibt gute und weniger gute Gegenden. Manche davon sind gefährlich und werden von diversen Gruppierungen beherrscht, wie der Bereich um den alten Hafen, der lichtscheues Gesindel anzieht. Niemand bewegt sich hier freiwillig, wenn die Dunkelheit hereingebrochen ist.
Am alten Hafen findet man Individuen, die für die richtige Bezahlung alles tun und wer eine der Hafentavernen betritt, sollte stets Vorsicht walten lassen, wenn er sie an einem Stück wieder verlassen möchte.
Das Seeviertel hat seine eigenen Regeln, einen eigenen Takt, der zu faszinieren weiß, auf den man sich jedoch nur langsam einlassen sollte. Man muss dieses Viertel kennenlernen, um es schätzen zu können. Es ist eine Fundgrube für alle, die Informationen suchen oder spezielle Talente benötigen.
Die Gegend um den neuen Hafen unterscheidet sich stark vom alten Hafen, obgleich sie nahe beieinanderliegen. Sie ist von den Händlern dominiert, der Teil der Stadt, an dem sich aufstrebende Geschäftsleute versammeln, die ihr Glück mit einer wertvollen Schiffsladung machen wollen. Ein Paradies für Diebe, die auf reiche Beute in den Lagerhäusern aus sind. Aber Vorsicht – jeder kluge Händler weiß um Wege, seine Waren effektiv zu schützen und viel wichtiger noch, er kann es sich leisten, sie nicht nur mit starken Wachen, sondern auch mit magischen Schutzvorrichtungen zu versehen.