Hauptstadt: Hylor
Herrscher: Graf Arlend Halaris

Sindor ist von vielerlei Kulturen gezeichnet, die Bevölkerung beinahe ebenso abwechslungsreich wie die Landschaft dieser Grafschaft. Sie erstreckt sich von der südlichen Küste Beleriars bis hin zu den Wolkenspitzen, verzeichnet ebenso karge, felsige Gebiete nahe des Gebirges wie auch eine fruchtbare Landschaft mit klaren Seen, saftigen Wiesen und Feldern und schönen Stränden, die sich entlang der Küste erstrecken.
Ebenso wie in dem benachbarten Anorea treffen hier viele unterschiedliche Kulturen und Völker aufeinander, doch wo Anorea durch die Autorität des Fürsten gezähmt ist, regiert hier ein brodelnder Machtkampf zwischen den unterschiedlichsten Parteien. Jede Volksgruppe würde nur zu gerne die Vorherrschaft über Sindor erringen und so ist dieses Gebiet hart umkämpft, ein Schauplatz von vielerlei Intrigen und verborgener Angriffe auf jene, die über die finanziellen Mittel und den Einfluss verfügen, um sich selbst an die Spitze der Grafschaft zu befördern.
Wer in Sindor geboren ist, steht oftmals in den Ruf unehrlich zu sein. Man misstraut der Bevölkerung dieser Grafschaft mit ihrem Hang zur Manipulation und ihrer ewigen Suche nach dem eigenen Vorteil und persönlichem Gewinn, empfindet sie als kühl, zuweilen auch als unfreundlich und streng. Das Volk von Sindor ist ambitioniert, sehr auf Wettbewerb und Konkurrenz bedacht, vielleicht sogar ein wenig neidisch auf den Erfolg anderer und von dem Wunsch beseelt, diesen zu übertreffen.
Die schlechte Meinung von den Sindorern rührt wohl daher, dass die Grafschaft von einem starken Einfluss der Göttin Shirashai geprägt ist. Schon immer hat die Königin der Nacht in dieser Gegend eine besonders ausgeprägte Verehrung erfahren und bereits vor dem Untergang war Sindor ihre Hochburg, ein Ort, von dem aus sie einen direkten Zugriff auf Nir’alenar, das liebste Werk ihrer Schwester Eriadne besaß.
Folglich ruht ein Makel auf den Sindorern, der auch nach dem Untergang nicht geschwunden ist. Tatsächlich ist Shirashai in dieser Grafschaft noch immer recht beliebt, was vor allem daher rührt, dass ihre Priesterschaft weit verbreitet ist und dafür Sorge trägt, dass Wohlstand und Gesundheit in blumigen Worten auf Shirashais Gunst zurückgeführt werden. Etwas, was der Rest Beleriars nicht gern sieht.
Und obgleich es beinahe die folgerichtige Wahl sein müsste, Ystrar als einflussreichste Stadt Sindors zu ihrer Hauptstadt zu machen, ist die Wahl Eleria Anuriels vor langer Zeit auf Hylor gefallen, eine Tatsache, die der deutlich größeren Stadt mit dem ehrgeizigen, machthungrigen Adel nicht gefallen will und die zu einer Vielzahl von Intrigen und Rangeleien um die Macht geführt hat. Denn wenn Ystrar keine offene Macht ausüben darf, so nimmt sie eben einen weniger offensichtlichen Weg, um ans Ziel zu gelangen.
Der jetzige Graf, Arlend Halaris, ist kaum mehr als die Marionette der Ystrari. Nur ein weiteres Gesicht in der Reihe jener, die vom Fürsten eingesetzt worden sind, um die Geschicke dieser Grafschaft zu leiten. Der Graf von Ystrar bleibt selten für lange Zeit in diesem Amt. Einige wurden mithilfe von Intrigen und Rufmord unschädlich gemacht, andere mit Gift oder auf andere unschöne Weise in die Traumlande befördert. Graf Arlend jedoch hält diese Position nun schon seit mehreren Jahren, was in Nir’alenar mit Staunen zur Kenntnis genommen wird, allerdings mit seiner Goldgier und Bestechlichkeit einfach erklärt werden kann.
Der Fürst wäre sehr erfreut wenn Ophia Delanis an seiner Stelle den Rang der Gräfin über Sindor akzeptieren würde, doch die Stimme von Hylor weigert sich beharrlich, dafür ihrer Bestimmung zu entsagen und verweigert sich seinem Wunsch, wann immer er einen erneuten Versuch unternimmt, sie umzustimmen.