Ya’tanai das Reich der Ehre. Heimat des tapferen Ritterordens der Mira’manyr, die ihren letzten Blutstropfen dafür vergießen würden, das Heim der Meereselfen zu schützen. Ein Rat von zwanzig Magiern, die den größten Städten Ya’tanais entstammen, regiert über Ya’tanai und trägt Sorge dafür, dass seine Bewohner innerhalb der Grenzen ohne Angst leben können.
Seine Mitglieder entstammen den mächtigsten Blutlinien, die die Meereselfen hervorgebracht haben und die Magie, die durch ihre Adern fließt, sucht ihresgleichen. Ihre Rolle für den Schutz des Reiches ist erheblich. Auf geistiger Ebene miteinander verbunden, bilden sie eine Einheit, die es vermag, ihre Kräfte zu vereinen und somit in letzter Instanz einen magischen Schutzwall um das Reich zu ziehen, der es im Notfall gegen seine Feinde abriegelt. Dies ist allerdings das letzte Mittel, zu dem der Rat der Magier greifen würde, denn er ist gleichbedeutend damit, dass seine Mitglieder ihr Leben opfern.
Die größte Stärke, die das Reich besitzt, sind jedoch die Elitetruppen der Mira’manyr, die für seine Verteidigung verantwortlich sind. Sie sind dem Rat der Magier treu ergeben und befolgen seine Befehle mit Hingabe. Für den Schutz seines Volkes das Leben zu geben, ist für einen Mira’manyr die größte Ehre und dies macht die Ritter von Ya’tanai im Kampf zu einer furchterregenden Gewalt.
Sie mögen nicht so grausam sein wie die Yassalar, doch das Leben im Krieg hat die Meereselfen hart und unerbittlich werden lassen. Ein Meereself ist niemals ein leichtes Opfer und Ya’tanai ist ein Reich, das sich keinesfalls ohne Gegenwehr erobern lassen wird.
Vergleicht man es mit dem riesigen Korallenreich oder dem wuchernden Zesshin Doraz, ist Ya’tanai klein. Die Meereselfen sind kein Volk, das danach trachtet, seinen Lebensraum durch Eroberungen zu vergrößern. Sie bevorzugen es, in Ruhe und Frieden existieren zu können. Dies bleibt ihnen durch den ewigen Krieg mit den Yassalar verwehrt und so haben sie ihr Leben darauf ausgerichtet, ihnen die Stirn zu bieten und die Welt unter den Wellen mit all der ihnen zur Verfügung stehenden Macht zu verteidigen.
Und so gleicht ihr Reich einem Bollwerk gegen die Yassalar, einer eisernen Wache, die ihnen unbeirrbar Widerstand leistet und es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Leben im Herzen des Ozeans gegen ihre Eroberungssucht zu schützen.

Kina’mallei

Kina’mallei, ein Wunder an Schönheit und Harmonie, erstrahlt auf dem Boden des Sternenmeeres. Die Hauptstadt des Meereselfenreiches zeigt keine Spur eines belagerten, vom Krieg erschütterten Reiches. Wo Zarasshin von einem dunklen, mystischen Zauber geprägt ist, erglänzt Kina’mallei hell und in zart schimmernden Farbtönen, die an das Innere einer Muschel erinnern.
Es gibt keine Ecken in Kina’mallei, keine scharfen Kanten. Meereselfen bevorzugen die runde Harmonie und diese zeigt sich auch in ihren Bauwerken, die wie Kuppeln wirken, die das zerbrechliche Leben in ihrem Inneren in einer schützenden Umarmung einschließen.
Die Meereselfen haben eine Vorliebe für komplizierte Muster und verschönern ihre Bauwerke mit ihrer Hilfe, sodass ganz Kina’mallei von ihrem für fremde Augen verwirrenden Anblick gezeichnet ist, der einen Irrgarten aus sich windenden Linien bildet.
Jedes Haus in Kina’mallei wird von einem Garten aus Meerespflanzen und Korallen umgeben. Fische haben diese Orte zu ihrem Lebensraum erkoren und sind an allen Stellen der Stadt zu finden. Sie stellen das Äquivalent zu den Schmetterlingen und Insekten über der Welt des Wassers dar, verleihen Kina’mallei etwas Lebendiges und schenken der Stadt strahlend bunte Farbtupfer, die das Auge erfreuen.
Die Mira’Tanar lieben ihre großartigen Unterwasserparks und pflegen diese mit Freude. Kein anderes Volk des Meeres erreicht ihre Kunstfertigkeit und ihr Geschick darin, die Struktur eines solchen Parks zu entwerfen und Statuen oder Pavillons perfekt zu platzieren. Besonders beliebt sind die prachtvollen Unterwasserrosen, die über fragilen Rundbögen gezüchtet werden und deren reines Weiß strahlend ihre Umgebung erhellt. Es gibt kaum einen schöneren Anblick als die Pflanzen und Seesterne, die von der sanften Strömung gestreichelt und bewegt werden.
Das größte Gebäude der Stadt ist die Alin’Amoran, der Palast des Rates der Magier, in dem die zwanzig mächtigsten Magier des Reiches gemeinsam leben und herrschen. Es ist ein perlmuttfarbenes, hohes Gebäude mit dekorativ vergitterten Fenstern, die rundum mit verschlungenen Malereien verziert sind. Das Herz des Palastes bildet die kreisförmige Halle des Wortes, in dem die Magier um den gleichermaßen runden Tisch versammelt über ihre nächsten Schritte beratschlagen und die bis unter die Decke von hohen Bankreihen dominiert wird, von denen aus das Volk ihren Diskussionen lauschen kann.
Unweit der Alin’Amoran ist ein weiteres wichtiges Bauwerk gelegen, das den Ritterorden der Meereselfen beherbergt. Auch dieses ausladende, riesenhaft anmutende Gebäude ist rund und gleicht darin der Alin’Amoran, schillert jedoch in einem schmeichelnden Blaugrün.
Das Ordenshaus ist für die Halle der Ehre bekannt, in der die größten Helden der Ritter ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, und an deren Wänden ihre Heldentaten in beeindruckenden, lebendigen Bildern erzählt werden. Auf ihren Grabstätten ruhen die Waffen, die sie zu ihren Lebzeiten getragen haben, direkt an der Seite ihres Namens und einer Perle, die bei Berührung ein Bildnis des Verstorbenen beschwören kann. Sänger und Geschichtenerzähler sind jederzeit in diesen Hallen zu finden und berichten den begierigen Zuhörern in Liedern und Geschichten von den großen Taten ihrer Vorfahren.
Die Häuser Kina’malleis sind in Kreisen angeordnet, wobei die am höchsten stehenden Familien den inneren Kreis bewohnen, die niedrigsten den äußersten. Sie sind ein Abbild für die festen Regeln, denen die Gesellschaft der Meereselfen unterliegt.
In der Mitte des Kreises befindet sich ein großer Platz, dessen Mittelpunkt von der Alin’Amoran, dem Ordenshaus der Mira’Tanar, einigen Verwaltungsgebäuden und den Tempeln zu Ehren der Götter gebildet wird. Auch der Marktplatz, der manchmal als Festplatz fungiert und den man für allerlei öffentliche Handlungen nutzt, kann hier gefunden werden.