aranilAls Eleria Anuriel einen fähigen Mann auswählen wollte, der an ihrer statt die Geschicke Beleriars leiten sollte, fiel ihre Wahl auf einen Angehörigen jenes Geschlechtes, das der Stadt schon einmal treu zur Seite stand, als sie sich in größter Not befand. Aranil Falkenauge, ein Nachkomme des Arion Falkenauge, war für sie die erste Wahl und in der Tat hätte sie es nicht besser treffen können, wenngleich ihre Auswahl nicht auf Gegenliebe stieß. Als zu rebellisch und eigensinnig galt der junge Mann, als unbequem in seinen Ansichten und impulsiv. Doch Eleria beharrte darauf, dass niemand diese Rolle besser würde einnehmen können als der jüngste Spross der Falkenauges.
Aranil, der seine Laufbahn in den Diensten der Eriadne Priesterschaft begonnen hatte, schied aus dieser aus, als Eleria ihn zum Fürsten der Stadt berief. Ohnehin war die Priesterschaft nicht die richtige Profession für ihn, wenngleich der jüngste Sohn seiner Familie traditionell in diese eintritt.
Der fähige Fechter, der im Gedenken an den Helden Arion Falkenauge noch das Langschwert zu führen vermag, ist ein weiser und gerechter Mann mit der Ausstrahlung eines wahren Königs. Es ist eine Rolle, in der viele Bürger ihn gerne sehen würden. Aranil selbst jedoch besitzt nicht den Wunsch danach, eine noch höhere Stellung einzunehmen, denn er hat schon jetzt ausreichend mit den Intrigen gegen seine eigene Person zu kämpfen.
Der einfache Bürger mag ihn lieben, doch der Adel neidet ihm seine hohe Stellung und jede Familie des Adels würde gerne ein Mitglied aus ihren eigenen Reihen als Oberhaupt des Rates und somit als Herrscher über die Insel sehen. Seine Vergangenheit in der Eriadne Priesterschaft ist dabei nicht sehr hilfreich, liefert sie seinen Gegnern doch genügend Argumente gegen seine Eignung. Aranil hat stets mit Widerständen zu kämpfen und wurde bereits mit so manchem Attentat auf seine Person konfrontiert. Es gibt genügend Individuen, die den Fürsten lieber heute als morgen tot sehen wollen.
Der Fürst ist ein gut aussehender Mann, der gerade sein 45. Lebensjahr begonnen hat. Er lebt mit seiner Frau Esrema und den beiden Töchtern Saranora und Iliande im fürstlichen Palast von Nir’alenar und wirkt auf seine Untertanen wie der stolze Herrscher, den sie gerne in ihm sehen möchten. Kaum einer erkennt die tiefe Melancholie, die stets in seinen Augen zu finden ist und wer sie sehen kann, ahnt kaum, worauf diese zurückzuführen sein mag.
Aranil besitzt das lockige, braune Haar und den dichten Bart seines Geschlechtes und hat schon so manche Frau mit seinen seegrünen Augen verzaubert. Wenn er nicht zu sehr von seinen täglichen Geschäften in Anspruch genommen wird, ist er ein liebevoller Vater, der gerne der Jagd frönt und oftmals seine hohe Stellung verflucht. Viel lieber wäre der Fürst ein einfacher Bürger, der sein Leben in Freiheit verbringen darf. An so manchem Tag schleicht er sich deswegen aus dem Palast, um sich in einer Verkleidung unter sein Volk zu mischen und mit eigenen Augen zu sehen, wie es diesem ergeht. Diese kleinen, von seiner Leibwache stets nicht gerne gesehenen Freiheiten verleihen ihm ein tieferes Verständnis für die Vorgänge in seiner Stadt und sind in einem hohen Maße für seine Beliebtheit verantwortlich.