eleriaOft wird sie als die Weiße Hexe von Nir’alenar bezeichnet, was zunächst unverständlich erscheinen mag, wenn man diese Frau zu Gesicht bekommt. Allerdings bezieht sich die Bezeichnung weniger auf ihr Erscheinungsbild, als vielmehr auf ihre ungewöhnliche Herkunft. Denn Eleria Anuriel, die heimliche Herrin über Beleriar, ist die Tochter der Göttin Eriadne und eines Sterblichen, dessen Identität niemand kennt. Somit ist sie wohl das Wesen auf dem Antlitz Niel’Anors, dem Narion den größten Hass entgegenbringt, doch zugleich ist sie nahezu unerreichbar für seine Rache.
Eleria ist Magierin und Seherin zugleich, eine einsame Frau, die durch die bläulichen Wände ihres gläsernen Turmes alle Geschehnisse in der Stadt beobachten kann. Man sagt, dass jeder, der in ihre überirdisch intensiven, blauen Augen blickt, seine wahren Gefühle vor ihr offenbart und dies mag auch tatsächlich der Wahrheit entsprechen.
Die weiße Hexe hat den Untergang der Stadt vor 300 Jahren selbst miterlebt und kämpfte damals an der Seite ihrer Mutter. Nun lebt sie nach ihrem Willen für den Schutz der Insel und ihrer Bewohner und hat für die Erfüllung dieser Pflicht auf ein Leben nach ihren eigenen Wünschen verzichtet.
Sehr häufig zeichnet sich eine tiefe Traurigkeit auf Elerias ebenmäßigen Gesichtszügen ab, denn schon vor vielen Jahren hat sie ihren Geliebten, den Elfen Azariel verloren, als er in einen Hinterhalt geriet, der sie selbst zum Ziel hatte. Seitdem hat sie keinen neuen Gefährten erwählt, obgleich es ihr nicht an Gelegenheiten mangelt. Doch es würde ihr Herz endgültig zerbrechen, wenn sich die Vergangenheit wiederholen würde. Azariels Tod lastet seit Jahrhunderten auf ihrer Seele, gibt sie sich doch die Schuld daran.
Eleria wirkt seit über 400 Jahren auf Niel’Anor, doch sie ist noch immer schön und jugendlich, ihr Körper von keinem Anzeichen des Alters berührt. Ihr Haar ist tiefschwarz und fällt in Wellen über ihren Rücken hinab, während ihre Haut so weiß, wie Marmor ist und sie nahezu einer der Statuen gleichen lässt, die im Künstlerviertel erschaffen werden.
Tief in ihrem Inneren ist die Tochter der Göttin gütig und warmherzig, doch sie verbirgt ihr wahres Wesen und wirkt stets kühl, streng und beherrscht, wie es ihre Rolle erfordert. Nur selten zeigt sie offen ihre Gefühle und beinahe niemand ahnt, was wirklich in dieser Frau vor sich gehen mag. Durch ihre Göttlichkeit besitzt Eleria eine unbeschreibliche Macht und benötigt keinen Elementargeist, um Zauber zu weben. Stattdessen trägt sie einen Teil der Kraft Eriadnes in sich und vermag es, diese einzusetzen, wenn es nötig ist.
Doch auch eine Frau wie Eleria besitzt Träume und Sehnsüchte, die sie nicht erfüllen kann. So wäre die Herrin der Insel lieber eines jener Wesen, die im Künstlerviertel dafür arbeiten, die Stadt wieder zu ihrem alten Glanz zurückzuführen und sehnt sich nach einer tiefen, wahren Liebe. Stattdessen lebt sie einsam mit ihrer Vertrauten Nastranna in ihrem Turm und bemüht sich, niemanden zu nahe an sich herankommen zu lassen. Zu groß wäre die Gefahr, die daraus erwachsen könnte.