endarGeheimnisse umgeben den adeligen, unverheirateten Lichtelfen wie ein dichter Mantel. Endar Mariandor vertritt im Rat der Weisen das Seeviertel und es mag verwunderlich erscheinen, dass eine solch zwielichtige Gestalt eine derartig hohe Position sein Eigen nennt. Er verfügt über scheinbar unerschöpfliche finanzielle Mittel und lebt in einer imposanten Villa an der Grenze zum Adelsviertel. Es gibt niemanden, der über die Vorgänge in der Stadt so gut informiert ist wie dieser Elf und kein anderer vermag es, mithilfe dieses Wissens ähnlich erfolgreiche, nahezu unerreicht geniale Ränke zu schmieden. Keine Frage, Endar Mariandor weiß sehr gut, wie er die Dinge zu seinen Gunsten wendet und er scheut sich nicht, dieses Können zu seinem Gewinn einzusetzen.
Es wird gemunkelt, dass seine Geschäfte selten legaler Art sind, doch beweisen kann diese Annahmen niemand. Was hinter den Türen seiner Villa vor sich geht, weiß nur er selbst und es dringt niemals auch nur ein einziges Wort darüber nach außen. Ob dies an einer besonders loyalen oder eher verängstigten Dienerschaft liegen mag, ist eine Frage, über die man nur spekulieren kann. Fakt ist, dass es selten solch verschwiegene Angestellte gibt, wie jene, die ihren Dienst in der Villa Mariandor verrichten. Endar ist ein attraktiver Elf mit langem, silberweißem Haar und blauen, funkelnden Saphiraugen, der über einen durchtrainierten, sehnigen Körperbau verfügt. Er wurde in den Hallen des Schwertes ausgebildet und ist ein großartiger Fechter, der über eine schlangenhafte Grazie und fließende Bewegungen gebieten kann. Vor einiger Zeit hat sich der Lichtelf mit Nayara Eandara überworfen und wurde seither nicht mehr in der Akademie gesehen. Manche schieben dies auf eine beendete Affäre zwischen den beiden, andere glauben, dass sie einem seiner dunklen Geheimnisse auf die Spur gekommen sein muss. Ganz gleich, was dahinter steckt – seit jenem Tage, an dem sie in einem Hinterzimmer des Korallenriffs aufeinandergetroffen sind, schwelt eine Feindschaft zwischen dem Elfen und der Schwertmeisterin, die auszubrechen droht wie ein Vulkan, wann immer sie die gleiche Luft atmen. Der stets schwarz gekleidete Elf bewahrt jederzeit seine höfliche, unverbindliche Fassade und hält seine Hand dicht in der Nähe seines kunstvoll verzierten Degens. Niemand hat jemals durchschaut, was hinter seiner emotionslosen Maske und seinem kultivierten Auftreten wirklich lauern mag. Doch die Annahme, dass ein dunkles Herz in seiner Brust schlägt und die Gerüchte über seine Skrupellosigkeit sind in aller Munde.
Tag für Tag geht er im Seeviertel seinen Geschäften nach und beinahe jeder scheint eines Tages seinen Weg zu kreuzen. Die Frage ist nur, an welchem Ende seiner Klinge man sich wohl nach dieser Begegnung befinden mag.