falilaNiemand in der Stadt hat sein Leben mit einem solchen Eifer der Göttin Eriadne geweiht wie Falila Mondtänzer, jene Menschenfrau, die das Amt ihrer Hohepriesterin innehat. Sie leitet das Haus des Lichts seit nun mehr 20 Jahren und folgt damit den Fußstapfen ihrer Mutter Deora, die dieses Amt vor ihr eingenommen hat. Es ist die Aufgabe, für die sie seit ihrer frühesten Kindheit ausgebildet wurde, eine wahrhaftige Berufung, für die sie ihre persönlichen Wünsche geopfert hat. Es hat niemals einen anderen Lebensweg für die Hohepriesterin gegeben als den Dienst an Eriadne und die Erfüllung ihres Willens.
Nichts scheint dem aufmerksamen Auge Falilas zu entgehen, wenn sie dafür sorgt, dass das Tempelleben seinen geregelten Lauf nimmt. Die wenigsten würden der zarten, sanften Frau mit dem roten, lockigen Haar, in dem sich mittlerweile hier und da eine silbrige Strähne zeigt, und den Augen von der Farbe eines Chrysopras jene Autorität zutrauen, die sich zuweilen in ihre sanfte Stimme mischt. Denn Falila beweist täglich, dass sie trotz ihres geistlichen Lebens nicht den Bezug zu den weltlichen Dingen verloren hat. Stets ist sie in reine, weiße Roben gekleidet und trägt das Symbol ihrer Göttin offen auf ihrer Brust. Ihre Aura strahlt stets etwas Erhabenes, Hoheitsvolles aus, das andere Wesen oftmals einschüchtert. Ihr warmes Lächeln nimmt ihnen jedoch sogleich jede Scheu, die sie zuvor empfunden haben mögen.
Wenn Falila sich in Gesellschaft befindet, lacht sie oft und gerne. Manchmal wandert ihr Blick jedoch abwesend in die Ferne, als ob sie dort Dinge sieht, die andere nicht wahrnehmen können. Ihre Augen werden dann leer und auf ihrem Gesicht spiegeln sich die Empfindungen, die ihr Herz bewegen. Häufig hat die Priesterin bei solchen Gelegenheiten in die Zukunft geblickt und dort Dinge gesehen, die sich später tatsächlich zugetragen haben. Falila wurde in Nir’alenar geboren und liebt diese Stadt über alles, würde für ihren Schutz selbst ihr eigenes Leben opfern, wenn sie es müsste. Sie hat jederzeit ein offenes Ohr für jeden, der ihren Rat sucht, und besitzt eine gütige Ausstrahlung und einen Sinn für Gerechtigkeit, der dafür sorgt, dass all ihre Untergebenen zu ihr aufschauen und sie verehren.
Leider wird die Priesterin, die in ihrer Macht ihresgleichen sucht, von einer starken Allergie geplagt, die sie zum Niesen bringt, wenn Elementgeister zu nahe an sie herankommen. Es ist ein Umstand, der Falila über alle Maßen ärgert, gegen den sie jedoch ausnahmsweise völlig machtlos ist.