Hauptstadt: Nir’alenar
Herrscher: Fürst Aranil Falkenauge

Anorea, der Süden Beleriars, Mittelpunkt des Geschehens auf der Insel. Weiße Sandstrände dominieren die Küstengebiete, während wunderschöne Orangen- und Olivenhaine im Landesinneren mit ihrem Duft locken.
Es ist eine flache Region. Nur wenige nennenswerte Erhebungen ziehen sich über das Land, das durch seine Fruchtbarkeit vielfältige Erzeugnisse hervorbringt. Manche Flecken sind von sanften Hügeln gezeichnet, die jedoch selten in große Höhen streben. Die Vegetation Anoreas ist üppig. Kräuter und Blumen weben einen betörenden Duftteppich und Obstbäume warten mit einem unvergleichlichen Aroma auf.
Auf den ersten Blick scheint es, als ob Anorea ein ländliches Gebiet sein muss. Doch dieser Eindruck schwindet, sobald man das Landesinnere mit seinen friedlichen Dörfern und malerischen Städtchen, verlässt. Denn Anorea ist die Heimat Nir’alenars, die diese Region einst zum Zentrum der Welt gemacht hat.
Ein gut ausgebautes Straßennetz erzählt von einer Zeit, in der jeder, der auf Niel’Anor über Rang und Namen geboten hat, zum Juwel Beleriars gereist ist, um die Wunder Nir’alenars mit eigenen Augen zu sehen. Und auch in den Jahrhunderten nach dem Untergang hat sich wenig daran geändert. Nir’alenar ist das Zentrum Beleriars geblieben und zieht noch immer all jene an, die nach ihrem Glück suchen.
Die Bevölkerung Anoreas ist offen. Seit jeher ist man hier den Umgang mit Fremden gewohnt und entsprechend ist die Gastfreundschaft groß, das Vorurteil dagegen gering. Wer hier lebt, hat nicht den Drang, sich beweisen zu müssen und ist sich seines Standes bewusst, braucht nicht mehr mit Äußerlichkeiten zu blenden.
Wo man sich in Silvriar mit Prunk zu überbieten versucht, um seine Stellung unmissverständlich zu verdeutlichen, legt man in Anorea eine ausgeprägte Selbstsicherheit an den Tag. Es ist die fürstliche Provinz. Alles, was auf Beleriar von Wichtigkeit ist, findet hier statt. Und diese Tatsache spiegelt sich auch im Verhalten der Bevölkerung wider, die wesentlich gelassener und unerschütterlicher ist, als es an anderen Orten der Fall sein mag. Man hat vieles gesehen und erlebt, genug überlebt, um sich nicht mehr leicht beeindrucken zu lassen. Es braucht mehr als edle Kleider und funkelnde Juwelen, um einen Bewohner Anoreas in Ehrfurcht zu versetzen.
Gemeinhin ist man in Anorea an Fortschritt interessiert und besitzt eine ausgeprägte Wissbegier. Der Bildungsgrad ist hoch, denn in nahezu jeder Stadt gibt es Schulen, die dafür sorgen, dass alle Lernwilligen die Möglichkeit zu lernen erhalten.
Die Künste und Wissenschaften werden gefördert, weswegen sich viele Künstler und Gelehrte hier angesiedelt haben. Der Bedarf an neuen Erfindungen und Kunstwerken ist groß. Auftraggeber finden sich in den Adelskreisen und reicheren Schichten in großer Menge und nicht umsonst verspricht diese Gegend all jenen Ruhm, die es zu etwas bringen wollen. Speziell in Nir’alenar umgibt man sich gern mit neuen, unverbrauchten Talenten, derer Entdeckung man sich rühmen kann, wenn sie schließlich Bekanntheit erlangen.
Man findet mühelos Angehörige eines jeden Volkes in dieser Region und somit ist die Bevölkerung bunt durchmischt und wird von vielerlei Kulturen geprägt, die sich im Laufe der Jahrhunderte vermischt haben. Anorea ist folglich eine im höchsten Maße exotische Mischung unterschiedlicher Temperamente und Gepflogenheiten, die trotzdem eine Einheit bilden.