sarandir01Als Sprössling einer der wichtigsten Adelsfamilien Beleriars wurde Sarandir Eisenklinge schon sehr früh damit konfrontiert, dass er eine Stellung über anderen Wesen einnimmt und dieses Wissen ist ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Nur wenige erscheinen so arrogant wie Sarandir, der im Rat der Weisen den Adel vertritt, seitdem sein Vater diese Position an seinen Sohn abgeben musste. Jedoch sind auch nur die wenigsten ebenso charmant wie dieser gut aussehende Frauenheld, der auf das andere Geschlecht häufig unwiderstehlich wirkt und gerüchteweise bereits einige uneheliche Kinder in die Welt gesetzt haben soll.
Diese Angewohnheit hat natürlich schon oft dazu geführt, dass er das eine oder andere Duell ausfechten musste, was ihm selten Freude bereitet, wenn sein Gegner dem männlichen Geschlecht angehört. Allerdings hat es ihm genügend Übung beschert, um zu einem exzellenten Fechter zu werden.
Seit einem Gefecht mit der geheimnisvollen Schwarzen Rose, die vor einigen Monaten in seine Villa eingedrungen ist, hat er Gefallen an dieser wagemutigen Schurkin gefunden und so sucht er sie seitdem mit fanatischer Hingabe, kann sie jedoch nicht finden, da sie seit ihrer Flucht wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint. Sarandir ist regelrecht besessen von der schönen Einbrecherin und hat seither keine andere Frau mehr angerührt, was in Adelskreisen die Gerüchteküche brodeln lässt. Einige seiner früheren Geliebten sind keineswegs erfreut darüber, dass er sie mit Ignoranz straft und so ist das Interesse an dem Auslöser für seine Enthaltsamkeit überaus groß. Zudem gibt es durchaus die ein oder andere, die auf Rache sinnt. Sarandirs bevorzugte Gespielinnen gehören selten zu den harmlosen, naiven Mädchen, die eine solche Schmach nur mit Tränen quittieren.
Sarandir Eisenklinge zählt mittlerweile 33 Jahre und weist die leicht gebräunte Haut und das dichte, schwarze Haar seiner Familie auf. Dunkelgrüne Augen funkeln oftmals amüsiert über seine Umwelt und im Gespräch mit Wesen von niedrigerem Stand trägt er ein äußerst herablassendes Verhalten zur Schau.
Er nimmt den Rat als lästige Pflicht wahr, findet jedoch keine rechte Freude daran. Er tut, was sein Vater möchte, um das Ansehen der Familie zu wahren, rebelliert jedoch auf seine Weise und mit seinem zügellosen Lebensstil gegen die Aufgabe, die man ihm auferlegt hat und für die er selbst sich nicht als geeignet empfindet.
Es mag sich mehr hinter der Fassade des sorglosen, snobistischen Adeligen verbergen, als man es auf den ersten Blick zu erkennen vermag. Denn Sarandir ist in erster Linie eines – das Produkt der Erwartungen, die man an ihn stellt. Und es ist zu seiner zweiten Natur geworden, mit diesen Erwartungen zu spielen und im Gegenzug unterschätzt zu werden. Es gibt niemanden, der den wahren Sarandir Eisenklinge kennt. Denn die Welt sieht nur das Bild von ihm, das er sie sehen lassen möchte.