artemiusArtemius Saskolar ist ständig auf der Flucht. Doch er ist kein Dieb oder Einbrecher, kein Mörder oder Verbrecher, den die Wachen suchen und zur Strecke bringen möchten. Nein, er ist lediglich ein Liebhaber der Frauenwelt, der nicht die Finger von anderer Männer Ehefrauen lassen kann. Es ist eine Schwäche, die ihn beinahe täglich in ernsthafte Schwierigkeiten bringt. Es steckt noch nicht einmal Absicht dahinter und geschieht fast gegen seinen Willen, doch wenn er eine Frau sieht, die seine Fantasie beflügelt, ist es um ihm geschehen. Er muss sich ihr nähern und ihr seine Gefühle gestehen, ihr in blumigen Worten schildern, wie wundervoll sie ist und wie groß seine Liebe zu ihr.
Gewiss, Artemius hat in seiner Laufbahn recht viele Frauen geliebt und schon mehrfach seine große Liebe gefunden, aber wer könnte es ihm übel nehmen? Der Satyr wird von seinen Emotionen beherrscht und diese sind es letztlich auch, die seinen Ruhm begründen. Artemius Saskolar ist der mit Abstand begabteste Autor von Theaterstücken, den Beleriar jemals hervorgebracht hat. Er arbeitet unermüdlich, wenn ihn die Muse in Form einer erlesenen Schönheit geküsst hat, kann jedoch auch Phasen tiefer Depression durchleben, in denen er kein Wort zu Papier zu bringen vermag. Diese Phasen halten für gewöhnlich von einer Trennung bis zu dem Moment an, in dem ein schöner Rock vorübergeht. Artemius ist anziehender Satyr von 25 Jahren, dessen feine Hände ständig von Tintenflecken verunziert werden und der meist nachlässig gekleidet ist. Er besitzt dichtes, braunes Haar und einen feinen Oberlippenbart, der seine vollen Lippen betont. Durch die ständigen Fluchten ist sein Körper bestens in Form und kaum ein anderer kann mit einem solchen Tempo laufen, wie dieser stets charmante Dichter.
Wenn er spricht, so tut er es mit der wohlklingenden Stimme des geübten Schauspielers, der häufig selbst auf der Bühne steht. Eine Spur von Pathos schwingt in seinen Sätzen mit, etwas Überlebensgroßes, das der eine für Übertreibung, der andere für seinen besonderen Reiz halten mag. Weit schweifende Gesten untermalen das Gesagte und machen Artemius schnell zum Mittelpunkt des Geschehens, wo auch immer er sich aufhält.
Leider kann er nicht sonderlich gut mit Geld umgehen. Seine kleine, schäbige Dachwohnung mit den löchrigen Samtstühlen lässt keinen Zweifel daran. Es rinnt ihm einfach zwischen den Fingern hindurch und selbst wenn er eigentlich wohlhabend sein müsste, so ertrinkt er doch meistens in Schulden.
Momentan arbeitet Artemius an seinem neusten Theaterstück über die dunkle Gräfin und steckt dabei seine Nase sehr tief in Bereiche, die ihm Probleme bescheren könnten, die über wütende Geldeintreiber hinausgehen.