madranSelten hat Beleriar einen Mann hervorgebracht, der sich an Grausamkeit und Skrupellosigkeit mit Madran Csariban messen kann. Der Mann aus Essyr ist ein direkter Nachfahre des Derion Arieth und Narion ebenso treu ergeben, wie sein berüchtigter Vorfahre. Seine Familie ist seinerzeit in die Stadt im Norden Beleriars geflüchtet, wo es ihr möglich war, einen Neubeginn zu wagen. Madran wuchs dort im selbst gewählten Exil seiner Familie auf, schwor sich jedoch, eines Tages nach Nir’alenar zurückzukehren und das Werk des legendären Priesters fortzuführen.
Der Mann, dessen Seele so schwarz ist wie sein Haar und seine Augen, führt nach außen hin das Leben eines gewöhnlichen, niederen Adeligen, der mit seiner Frau Selira, die der Schlüssel zu seinem Reichtum war, in einer Villa des Adelsviertels lebt.
Madran lenkt seine Frau wie eine Marionette und behandelt sie kaum besser als eine Sklavin, die jedem seiner Wünsche zu gehorchen hat. Selira ist an der Grausamkeit ihres Gemahls zerbrochen. Sie verbringt die Tage in ihrem Gemach und schaut von ihrem Fenster aus über den Park, nimmt kaum noch Nahrung zu sich und wartet, bis Madran sich ihrer für einen seiner Zwecke bedient. Der Keller der Villa Csariban dient dem Kult des eisernen Schwertes als Versammlungsort. Hier werden viele Pläne des Geheimbundes ausgearbeitet, um schließlich ihren Weg zu Vanathor zu finden, der entweder seinen Segen dafür gibt oder aber den Kult an der Ausführung hindert.
Es ist allerdings in letzter Zeit vermehrt geschehen, dass sich Madran Vanathor widersetzt und dennoch versucht hat, seine Pläne durchzuführen, was ihm im Gegenzug einige Narben beschert hat. Diese Entwicklung macht Vanathor Sorgen, denn Madran war früher sein zuverlässigster Diener und er fragt sich nicht selten, was diese Veränderung in ihm bewirkt haben mag. Vielleicht ist der Grund in einer dieser Narben zu finden. Jener, die sich über seine linke Wange zieht, die jedoch nicht auf Vanathor zurückzuführen ist. Es war der Fürst Beleriars, Aranil Falkenauge, der Madran diese Narbe in einem Duell zugefügt hat, um die Ehre seiner Frau Esrema zu verteidigen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der dunkelhaarige Mann in seinen jüngeren Jahren eine starke Zuneigung zu Esrema verspürt hat, die noch immer nicht vollkommen erloschen ist. Er hasst Aranil dafür, dass er seine Frau missachtet und dafür, dass sie nicht ihm, Madran, gehören darf. Diese Gefühle sind in den letzten Monaten stärker geworden, seitdem die Gerüchte um den Fürsten und seine uneheliche Tochter die Runde machen.
Madran Csariban ist heute ein brutaler, gewissenloser Mann, der sich in den Bordellen der Stadt herumtreibt und durch die Tavernen des Hafenviertels zieht. Er tötet jene, die ihm im Weg stehen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden und weiht das vergossene Blut Narion, nachdem er die Zeugen mit seinen Golddukaten zum Schweigen gebracht hat. Doch wie lange wird Narion diesem sinnlosen Töten noch seinen Segen geben? Selbst der Gott des Krieges hat einen Funken von Ehre in seinem Leib, was auf Madran nicht mehr zutrifft.