arvanorArvanor Shet A’kil ist ein Angehöriger des Adels und gleichzeitig einer der reichsten Männer der Insel. Dies verdankt er den vielzähligen Handelsgeschäften, welche ihm etliche Golddukaten verschafft haben und ihm ein gutes Leben ermöglichen.
Als einziger Sohn des Moron Shet A’kil und seiner verstorbenen Frau Neileena aufgewachsen, erhielt er stets die ungeteilte Aufmerksamkeit der gesamten Familie und führte ein Bilderbuchleben, wie man es sich für einen adligen Jungen nicht besser vorstellen konnte. Doch irgendwann erwachte das Interesse an anderen Dingen in Arvanor und er schlich sich immer öfter aus dem Haus, durchstreifte die Stadt und lernte auch ihre weniger schönen Seiten kennen.
Oft wurde er von seinen Eltern gescholten, wenn er wieder mit dreckiger oder gar zerrissener Kleidung heimkehrte. Es war ihm egal. Es gefiel ihm, dass er in den einfacheren Gegenden der Stadt normal behandelt wurde, dort wo niemand seine wahre Herkunft kannte. Er prügelte sich mit den Jungen der niederen Stände, spielte mit Gleichaltrigen und machte sogar Bekanntschaft mit den Bettelkindern der Stadt.
Alles in allem hatte Arvanor eine glückliche Kindheit und Jugend. Sein Vater sorgte dafür, dass sein Sohn stets die besten Lehrer der Insel erhielt, damit der Junge etwas Vernünftiges lernen sollte, wie er stets zu sagen pflegte.
Arvanor wurde in einem halben Dutzend Sprachen unterwiesen, erlernte Lesen, Schreiben, Rechnen, aber auch die Umgangsformen des Adels und das Fechten, eine Kunst, die er bis heute liebt. Er nutzt jede Gelegenheit, um zu zeigen, wie schnell er im Umgang mit seiner Klinge ist. Besonders gerne tut er dies in der Nähe seines früheren Fechtmitschülers Sarandir Eisenklinge, mit welchem ihm eine besondere Hassfreundschaft verbindet.
Moron Shet A’kil, der sich aufgrund seines Alters und aus gesundheitlichen Gründen komplett aus dem Geschäft zurückgezogen hat, ist voll des Lobes über seinen Sohn. Das kluge Handeln Arvanors erfüllt den alten Mann mit Stolz, aber die etlichen amourösen Geschichten, welche man seinem Sohn nachsagt, verärgern ihn sehr. Auch die häufigen Aufenthalte des jungen Mannes in den dunkleren Gegenden der Stadt sind dem alten Shet A´kil ein Dorn im Auge. Er möchte, dass sein Sohn mehr Einfluss erhält, sich intensiver um die gesellschaftliche Position der Familie kümmert. Allerdings hat Arvanor andere Interessen, als dem Adel ständig hinterher zu buckeln und sich ebenso wie dieser zu benehmen. Außerdem weiß Arvanors Vater nicht, dass sein Sohn seit Jahren eine ganze Reihe von Geheimnissen vor ihm verbirgt, die es ihm nicht gerade erleichtern, jeden Maskenball zu beehren und im Rat der Stadt aktiver zu werden.
Nein, Arvanors Leben ist anders als das Leben des gewöhnlichen Adels und es steckt voller Gefahren. Der Dreißigjährige ist kein normaler Mensch. Dies weiß jedoch nur eine einzige Person in der Stadt. Es ist Eleria Anuriel, die weiße Hexe, mit der Arvanor eine besondere Freundschaft verbindet, aus der, wenn er ehrlich zu sich selbst ist, mehr als nur Freundschaft werden könnte.
Arvanor ist unsterblich. Zumindest seine Seele ist es. Jedes Mal, wenn sein Körper stirbt, wandert seine Seele in den nächsten Körper, der dazu geeignet ist, seinen Geist aufzunehmen. Das erste Mal starb er im Jahre 722 und er weiß vieles von der Oberwelt, die auf der Insel den meisten menschlichen Bewohnern gänzlich unbekannt ist.
Aber sein größtes Geheimnis ist die Wiederbelebung einer alten Kampfkunst der Elfen. Nach einer Begegnung mit der legendären Klingenfee erhielt Arvanor das Wissen um die Techniken des Klingentanzes. Er schwor, die Klingentänzer wieder zu einer festen Instanz auf der Insel Beleriar zu machen und dem Bösen Einhalt zu gebieten.
Heute ist Arvanor stets auf der Suche nach geeigneten, willensstarken Männern und Frauen, die er den Klingentanz lehren kann. Bisher hat er nur einen wirklichen Schüler gewonnen, den jungen Dalandir, mit dem Arvanor eine tiefe Freundschaft verbindet.
Aber Arvanor kann und will nicht jeden als Schüler aufnehmen, denn als Klingentänzer muss man jederzeit bereit sein, sich gegen das Böse zu stellen, eigene Interessen beiseitezulegen und sich notfalls zu opfern, wenn es sein muss. Arvanor selbst ist jemand, der alle Register zieht, um einen Kampf zu gewinnen, wenngleich er sich dabei nicht immer auf faire Mittel verlässt. Aber in einem Kampf auf Leben und Tod gewinnt stets der Bessere.
Der Adelige ist alleinstehend, hat jedoch zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen. Zwillinge. Wer die Mutter ist, verschweigt er. Aber er selbst weiß es nur zu genau. Shirashai, die Herrin der Schatten verführte ihn vor einigen Jahren und eines Tages lagen die beiden Kinder in einem Korb vor seiner Haustür. Seitdem zieht er sie mithilfe seines Vaters, den Bediensteten des Hauses und seit Kurzem auch einiger Lehrer auf.
Der Mann mit den jadegrünen Augen hat wahrlich genug zu verbergen und er tut dies vorzüglich. Dank seines guten Informationsnetzwerkes ist er jederzeit für alle Unannehmlichkeiten des Lebens gewappnet.