Orvaine Kalestris
Alter: 32
Volk; Windvolk
Geboren in Illasea, Aufgewachsen auf dem Luftschiff ihrer Tante Melestrine Kalestris.
Taverne "Der letzte Mast" im Hafen Nir`Alenar
Ich tauschte das Rauschen des Windes und das Knattern der Segel nach nichtmal einem Jahrzehnt in den Wolken, gegen das Knarzen von Stühlen und dem Klappern der Krüge auf den Tischen der Taverne ein.
Nicht ganz freiwillig, doch was blieb mir für eine Wahl?
Zurück zu meiner Tante gehen und um Geld bitten, dass ich mein Schiff reparieren konnte, nachdem es in den Hafen gestürzt war wie eine trudelnde Möve? Nein, nicht in meinem Alter von 30 Umläufen in dem ich es besser hätte wissen müssen und nicht alles auf eine Karte setzen. Diesmal brach mir mein Übermut fast das Genick.
Es brauchte viele gute Entscheidungen um ein funktionierendes Geschäft aufzubauen und nur eine Schlechte um es zu ruinieren. Die "Brise" hatte mich nie im Stich gelassen. Sie brachte mich durch Stürme und über die ganze Insel Beleriar. Auch wenn sie nun nichtmehr fliegen konnte, so war das inzwischen größtenteils abgetakelte Luftschiff immernoch ein Zuhause für mich, die kleine Mannschaft und nun auch das Ungeziefer des Hafens, dass sich langsam einnistete. Meine Kundschaft kam und ging mit den Händlern der Stadt. Mit einem kaputten Schiff, einer Menge schlechtem Alkohol mit teuren Etiketten und falscher Wachssiegeln bestückt mich mein ganzes Vermögen gekostet hatte, war ich in Niralenar gestrandet.
Das Naheliegendste war: Das Zeug zu dem Preis zu verkaufen, für den ich es doch wenigstens erstanden hatte.
Das Beste aus dem Nebelschimmel in den Planken zu machen, wie man so schön sagte. Ich hatte Wein, Bier und Schnaps an einem Ort, der danach verlangte und einen Ort an dem Genug Leute zusammenfinden konnten um sich daran zu besaufen und ihr Geld zu lassen. Einen guten Smutje, der Akzeptablen Eintopf kochte und einige Leute die arbeiten konnten.
Es sollte eine kurzfristige Lösung sein, bis ich genug Geld beisammen hatte um den nervigen Apotheker - Dessen Dach ich leicht touchiert hatte- und die Reparaturen zu bezahlen. Doch es blieb dabei und so wurde ich von der Handelskapitäning zur Besitzerin der Hafentaverne "Der Letzte Mast". Dieser eine Mast, den der ehemalige Zweimaster noch übrig gehabt hatte, hatte mich und die Mannschaft sicher in den Hafen gebracht und mir ein neues Leben geschenkt. Voller trunkener Reisender und Raufbolde, aber wo das Geld fließt da beschwert man sich nicht. Ein florierendes Geschäft, ist kein Schlechtes, egal wie umstritten es sein mag.