"Der letzte Mast" Luftschiff-Taverne

  • " Ich sags dir.... Wer dort trinkt, riskiert bisweilen nicht nur sein Geld zu verlieren. Manchmal ists auch die Ehre beim Kartenspielen. Man sagt die Besitzerin schmeisst gerne mit dem nassen Lappen und vom Dreck am Tisch kriegt man unschöne Pusteln aber der Rausch ist echt und billig, von dem hat man auch am nächsten Tag noch etwas, überlegs dir. Aber das Bier ist günstig und der Eintopf ist deftig. Da kriegst du wenigstens etwas fürs Geld. Woher das Fleisch kommt, fragste' besser nicht zu laut... Die Besitzerin der Taverne ist stets bereit dir gegen die richtige Münze nachzuschenken, verteilt dir aber auch gerne einen Tritt zur Tür hinaus, wenn du kotzen könntest oder dumme Fragen stellst.. Sie is hübsch wie sie garstig sein kann und Unberechenbar wie der Wind selbst."


    Am Hafen in einem Reparatur-Dock Gestell ruht nach einer aufregenden Ankunft, die ehemalige zweimaster Brigg der Handelsfamilie Kalestris mit dem Namen "Brise". Die früher leuchtend roten Segel, wurden zu Sonnensegeln umgetakelt und mit einigem Schwemmgut wurde mehr Platz für einen Gastraum auf dem Deck geschaffen, wo man zum Leidwesen der nahen Anwohner gelegentlich das aufgebrachte Grölen der Seemänner hörte die dort ihre Heuer vertranken und verspielten. Der Letzte Mast, der der Taverne ihren Namen verleiht, reckt ein wenig unsymetrisch zur Kuppel hinauf und erzählt die Geschichte, der Ankunft dieser Ungewöhnlichen Herberge. Viele Laternen mit bunten Gläsern erleuchten in der Nacht die Rah und die Wanden.


    Sie kam in der Nacht nach einem Schweren Sturm, mehr Schlecht als Recht, landete sie dort am Hafen und blieb einfach dort. Hilfesuchende und Durstige Reisende sind Willkommen, doch nichts gibt es auf der Insel umsonst.

  • Das Licht der Kuppel wurde sanfter, dunkler, tauchte die Stadt in jenes wunderbare Zwielicht, das Brennan so liebte. Die Schatten wurden länger, verhüllten Häuser, Straßen und Plätze. Die Stimmen wurden leiser, die Geheimnisse lauter. Die Nacht brach herein in all ihrer gewaltigen Schönheit.
    Brennan genoss es.


    Die letzten Monate in Shay'vinayar hatte er selten einfach allein durch die Straßen ziehen können. Gesellschaftliche Verpflichtungen hier, gesellschaftliche Verpflichtungen dort. Heute ein Ball, morgen ein Wettbewerb der schönsten Singvögel, übermorgen Hausbesuche, um seinen Züchtungen und deren neuen Besitzern neue Tricks beizubringen.

    Wie erholsam die nebelgrauen Abendstunden wirkten, wenn man sie neben fliederfarbenen Blumenbanketten sah!


    Eigentlich hatte es nur ein kurzer Abendspaziergang werden sollen.
    Um sich zurechtzufinden, nach all der Zeit. Vielleicht auch, um einen Moment lang Erinnerungen nachzuhängen.
    Und die Erinnerungen kamen und gingen - ein Schritt wurde vor den anderen gesetzt, bis Brennan Targo plötzlich im Hafenviertel vor dem „Letzten Mast“ stand.

    War diese Schenke schon immer hier gewesen? Brennan wusste es nicht. Aber er wusste, dass er noch nie in ihr gewesen war.
    Erstaunlich.
    Wie sollte man seine Stadt kennen, wenn man nicht die Tavernen in ihr kannte?
    Der Dunkelhaarige schmunzelte. Ein wahrhaft guter Grund, um den heutigen Abend bei einem kühlen Bier ausklingen zu lassen.
    Neugierig öffnete er die Tür zur Schenke.


    Der Geruch nach Salz, biergetränkten Planken und billigem Schnaps erschlug ihn förmlich. Und damit versprach der Ort eindeutig zwei Dinge, die Brennan schätzte. Einen schlechten Ruf – und gute Geschichten.
    Er ließ den Blick durch den Schankraum wandern. Ein paar Seemänner beugten sich über Karten, zwielichtige Händler tuschelten in einer dunklen Ecke und dazwischen saßen Gestalten, deren Gesichter man besser nicht zu lange studierte. Die Luft vibrierte leise von Gesprächen, Gelächter und dem Knarren der Planken.


    Brennan trat an die Theke. "Ein Bier, bitte."

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