Zufrieden und um einige Münzen reicher trat Lelia ihren Heimweg an. Sie hatte noch einige anderen Tavernen abgeklappert um ihr Handwerk zum besten zu geben. Doch nun war sie müde und sehnte sich nach ihren warmen Schlafplatz. Die Gassen waren still, man konnte lediglich ihre Hufe hören, die auf den harten Backsteinen krachten. Zum Schleichen waren diese nicht gemacht. Und so überhörte sie auch die anderen Schritte, die sich ihr unweigerlich näherten. Noch einmal bog sie um die Ecke, gelangte an eine schmale Gasse, deren Ende von einer quer stehenden Kutsche versperrt war.
Gerade als sie sich wieder umdrehen wollte erblickte sie Silhouetten großer starker Männer. Das fahle Licht der Laternen spiegelte sich in ihren Augen die verräterisch funkelten. „Na … wo wollen wir denn hin meine Liebe?“, fragte einer der Männer und schnalzte mit der Zunge. „Liebe? Welch eine Ehre.“ Der Mann trat einen Schritt vor, das gelbe Laternenlicht umfing sein Gesicht und offenbarte ein ihr nicht allzu unbekanntes Wappen auf seinem ledernen Wams. Die anderen Schatten waren dicht hinter ihm. „Oh … ich verstehe“, sprach sie und nickte sacht, mit genügend Sicherheitsabstand versuchte sie sich an den Männern vorbei zu schlängeln, die Lyra schützend an sich gedrückt. „Sagt eurem guten alten Herren, ich bin nicht interessiert...“
Der Mann knurrte. „Der alte Mann, wie du ihn nennst liegt in seinem Seidenbett und ringt um sein Leben. Sein Atem riecht nach den Kräutern die nur deinesgleichen aus dem Schlamm wühlen?“ Gerade wollte Lelia noch eine weitere spitze Antwort geben, als ihr klar wurde was er ihr gerade gesagt hatte. „Was?“ Irritiert blinzelnd sah sie hoch. „Der Kerker ist bereits vorbereitet... elendige Hexe...“ „Das muss...“, ihre Stimme verstummte, als die Männer weiter vorrückten. „Spar dir deine Lügen für den Henker“, zischte der Redner und hob eine schwere Eisenfessel, deren Klirren durch die Gasse hallte. Lelia trat zurück während sie fieberhaft überlegte, wie sie da wohl wieder heraus kommen sollte.