Carnels Allerlei Nützliches & Skurriles

  • Der kleine Laden liegt etwas versteckt in einer der schmaleren Seitengassen des Händlerviertels - hinter den prächtigen Geschäften und Auslagen der reichen Kaufleute. An der Fassade prangt an zwei schweren gusseisernen Haken ein nicht mehr neues Schild auf dem in verschnörkelten Buchstaben "Carnels Allerlei Nützliches & Skurriles“ zu lesen ist. Wenn der Wind durch die ärmlichere Gasse pfeift, schaukelt es gemächlich und quietschend vor sich hin. Wer die schmale Tür öffnet, um den Laden zu betreten, wird vom hellen, aufgeregten Klang einer kleinen Türglocke begrüßt, welcher in krassem Gegensatz zu den dämmerigen Lichtverhältnissen steht, die den Besucher im Inneren erwarten. Etwas Vorsicht ist geboten in dem winzigen Verkaufsraum, denn der junge Mann hinter der Ladentheke, der einen mit freundlichem Lächeln und schalkhaftem Zwinkern in den haselnussbraunen Augen begrüßt und sich als Crispin Nairod vorstellt, scheint mit dem Einsortieren seiner Waren nie ganz fertig zu werden. Und so stehen dem Kauflustigen beim Nähertreten gern einmal Schachteln, Kisten oder Truhen unbeabsichtigter Weise als Hindernisse im Weg herum. Nur wenige der zahlreichen Waren sind mit einem Etikett versehen, verraten dem Besucher aber dennoch, dass er oder sie hier von Lichtquellen, Leim oder Rostlösung über Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel bis hin zu Feuerwerk oder duftiger Seife und Holzteer alles Erdenkliche erstehen oder zusammengerührt bekommen kann.

    Die Alchemie ist die Wissenschaft von der Beschaffenheit der
    Materie, der Energie und der Umwandlung von dem einen in das
    andere.

    Jede hinreichend entwickelte Technik
    ist von Magie kaum noch zu unterscheiden.

  • Es war nicht der erste Besuch von Zendaya in der Stadt Nir‘alenar und doch war sie ein weiteres Mal erstaunt von deren Größe. Die Dunkelhaarige liebte große Städte, da es hier allerhand zu sehen, bestaunen und erleben gab. So kam es, dass sie sich bereits kurz nach der Mittagszeit mit ein paar ihrer Basen, Tanten oder Nichten, der Verwandtschaftsgrad war und blieb immer etwas verwirrend, aufgemacht hatte, die Stadt zu besuchen. Sie waren gemeinsam durch das ein und andere Stadtviertel geschlendert und hatten sich einige Dinge die sehenswert waren bestaunt. Der jungen Frau ging es zu langsam, irgendwie waren ihre Begleiterinnen aber auch mehr damit beschäftigt, ständig zu schnattern, anstatt ihre Füße einen vor den anderen zu setzen, damit sie noch etwas zu sehen bekamen. Irgendwann wollten sie dann auch noch eine Pause einlegen. Und so wie es aussah, eine längere. Sie seufzte leise für sich und beschloss, auf eigene Faust loszuziehen. „Ich muss noch eine kleine Besorgung machen“, sagte sie, was noch nicht einmal gelogen war, denn wie wollte einen Instrumentenbauer aufsuchen und sehen, ob er etwas interessantes im Angebot hatte. Dieser war im Händlerviertel zu finden, so viel wusste sie noch. Wo genau, das würde sie schon noch herausfinden. „Danach werde ich direkt ins Lager zurückkehren. Wir treffen uns dann dort.“ Mit diesen Worten hatte sie sich von den anderen verabschiedet und hatte sie verlassen, auch wenn sie sich nicht sicher war, ob ihr überhaupt jemand zugehört hatte. Aber was sollte schon passieren? Wie würde auf den belebten Straßen und Wegen bleiben und würde sich, wie sie gesagt hatte, auch bald schon auf den Weg zurück zum Wagenrund ihrer Familie machen. Zumindest hatte sie das fest vorgehabt. Ganz fest. Doch als sie so alleine durch die Straßen schlenderte und immer wieder hier und da an einem Stand oder vor einem Fensterladen zum stehen kam um sich die Wahren, die hier feilgeboten wurden, zu betrachten, verlor sie die Zeit und auch das Tageslicht gänzlich aus den Augen. Vielleicht lag es auch daran, dass in der Stadt das Licht künstlich verstärkt wurde, ganz so genau konnte sie es sich selbst nicht erklären, oder sie war einfach unachtsam gewesen. Aber ganz gleich wie sie es nun drehte und wendete, der Tag beugte sich dem Abend, die Lichter dämpften sich mehr und mehr, die Schatten wurden immer länger und sie war irgendwie in einem Teil der Stadt gelandet, der nicht mehr so gut besucht war. Was vielleicht auch an der fortgeschritteneren Zeit lag. Da war sie sich nun nicht ganz sicher. Auch war sie sich nicht sicher, ob sie sich nicht verlaufen hatte, denn den Instrumentenbauer hatte sie nicht entdeckt. Fest zog Zendaya ihr Tuch, dass sie sich um die Schultern gelegt hatte, als sie aufgebrochen waren und zu dieser Zeit vollkommen gereicht hatte, um sich und sah sich nach dem Weg um, den sie nun nehmen sollte, um so rasch als möglich zurück zu ihrer Familie zu kommen. „Sei vorsichtig“, hatte Zane sie noch gewarnt, als hätte er geahnt, was passieren würde, doch sie hatte diese Warnung in den Wind geschlagen und sich nur gedacht, was ihr schon passieren sollte und nun bauten sich zwei finstere Gestalten vor ihr auf und stellten sich ihr in den Weg. Besonders schlau waren diese Gesellen nicht, denn sie hatten ihr, glücklicherweise nicht die Seitengasse versperrt in die sie nun einfach abbog, ehe sie die Gestalten auch nur annähernd erreicht hatte. „He, die entwischt uns“, hörte sie eine dunkle und kratzige Stimme, die damit bestätigte, was die junge Frau sich bereits gedacht hatten. Sie hatten es auf sie abgesehen. Sie begann zu laufen, hielt an einer der Ladentüren des Händlerviertels, es war kein Licht mehr in den Fenstern zu sehen und dennoch rüttelte sie an der Tür. Nichts. Sie lief weiter zur nächsten Tür. Wieder nichts. Nun waren bereits die eiligen Schritte der beiden Männer, so vermutete Zendaya, zu hören und sie eilte weiter. Sie versuchte es noch hier und da, bis hinter ihr die Stimme ertönte: „Dort! Dort ist sie.“ Die junge Fahrende wartete nicht ab, sonder bog in die nächste Hintergasse ein und ging aufgrund der Eile ihres Schultertuches verlustig. Sie hielt kurz inne, überlegte, ob sie es wagen konnte, umzukehren, um es aufzugeben, doch nach einem kurzen Zögern entschied sie sich dagegen. Sie steuerte lieber auf die nächste Tür zu, auch wenn sie die Hoffnung fast schon aufgegeben hatte, dass sich auch nur eine dieser Türen noch für sie öffnen mochte. Die Tür war schmal und gab unter dem Druck ihrer Hand nach. Zendaya stolperte mehr in den Raum dahinter hinein, drehte sich aber behende um und schlug die Tür hinter sich zu. Schwer lehnte sie sich rasch atmend mit ihrer Schulter dagegen und versuchte, einen Blick nach draußen zu erhaschen. Im Stillen bat sie: ‚Lass sie mich nicht finden. Lass sie mich nicht finden.‘ Mit zittriger Hand strich sie sich ihre wilden Locken aus dem Gesicht und hoffte, dass die beiden Gestalten einfach weiterziehen würden.

    Edited once, last by Zendaya (April 6, 2026 at 5:53 AM).

  • Auf seine Werkbank gestützt beobachtete Crispin konzentriert, wie die Apparatur vor seinem Gesicht ihre Arbeit tat. Hatte sich doch gelohnt, sie noch aufzubauen - die Blüten waren einzigartig - und so pfiffen seine Lippen zufrieden eine kleine Melodie vor sich hin. Bis sich unerwartet das helle "DingDingDing" seines Türglöckchens dazu gesellte und fast ein wenig empört klang. Crispin grinste bei dieser Vorstellung in sich hinein, da er offenbar mal wieder vergessen hatte, die Ladentür abzusperren und ihm seine wohlverdiente Nachtruhe zu gönnen. Beunruhigt war der junge Mann nicht. So manche seiner Kunden hatten verhältnismäßig wenig Probleme damit, ihm zu jeder erdenklichen seligen wie unerhört unseligen Zeit ihre Wünsche zu unterbreiten.

    So stieß er sich vom Tresen ab und trottete in Richtung der Verbindungstür, die seinen Werkstattbereich von seinem Ladenlokal trennte. "Bin schon da-ha." rief er halblaut, während er die Tür öffnete - und blieb stehen. Es war schon weitaus dunkler, als er gedacht hatte und der plötzliche Lichtwechsel zwang ihn, die Augen zusammen zu kneifen und zu blinzeln, bis er wieder etwas erkennen konnte.

    Aber dann.... hoppla! Mit dergleichen Kundschaft hatte Crispin zu so später Stunde nicht mehr gerechnet. "Je später der Abend desto hübscher die Kundschaft!" grinste sein Mund bevor sein Kopf die Situation überhaupt erfasst hatte. Crispins Mund war ein Fall für sich und hatte ihm schon viel Ärger eingehandelt. Verdammt viel Ärger. Weil immer wieder gern Worte seine Lippen verließen, die Crispin eindeutig besser mal hinunter geschluckt hätte.

    Immerhin stand dort tatsächlich ein ausnehmend hübsches Frauenzimmer. Das konnte er sogar im Halbdunkel des Ladens erkennen. Geduckt, dicht an die Tür gepresst, mit schnellem Atem und offensichtlich weitaus mehr an allem draußen auf der Gasse interessiert als an dem, was hier drinnen so alles rumstand, stand sie da. Instinktiv zog Crispin die Verbindungstür wieder hinter sich zu, damit der Lichtschein nicht nach draußen fallen mochte. Irgendwas .... war da komisch. "Ma'am?" flüsterte er halblaut ohne die Belustigung in seiner Stimme unterdrücken zu können. "Wenn Ihr den Schlüssel rum dreht, braucht Ihr sie nicht zu zuhalten."

    Die Alchemie ist die Wissenschaft von der Beschaffenheit der
    Materie, der Energie und der Umwandlung von dem einen in das
    andere.

    Jede hinreichend entwickelte Technik
    ist von Magie kaum noch zu unterscheiden.

  • Die junge Frau war so mit ihrer Situation beschäftigt, dass sie den fröhlich-freundlichen Ruf im anderen Teil des Ladens überhörte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ihr Herz ihr so laut in den Ohren schlug, dass nichts anderes als dieses stetige pulsierende Rauschen für sie zu hören war. Zendaya fuhr erschrocken herum, als etwas später die Stimme, die sie eben nicht gehört hatte, klar und deutlich hinter ihr erklang. Ihre Augen weiteten sich, doch noch ehe sie etwas sagen konnte, kam ein Hinweis, für den sie dem Fremden unendlich dankbar war. Sie hätte sich vor die Stirn hauen können, da ihr das selbst nicht eingefallen war. Und so drehte sie den Schlüssel, der wahrhaftig in dem Türschloss steckte, mit einem leisen Klack um.

    Keinen Augenblick zu spät, wie sich sogleich herausstellen sollte, da kaum drei Wimpernschläge danach die Türklinke von außen nach unten gedrückt und versucht wurde, die Tür aufzudrücken. „Zu, wie die anderen auch“, drang es leise von draußen nach drinnen und die Braunhaarige drückte sich eng in die Ecke von Tür und Wand. „Aber wo kann sie nur hin sein?“ - „Keine Ahnung. Lass uns die nächsten Türen noch überprüfen.“ Die Stimmen klangen immer leiser und erst jetzt wagte Zendaya vorsichtig aufzuatmen und ihren Blick zu dem Tippgeber richten. Sie löste sich etwas aus der Ecke und strich dann sofort ihre Kleidung glatt. Nun, so glatt es eben ging. Gekleidet war sie in ein grünes züchtiges Kleid, da es weder zu viel ihres Dekolletees oder der Schultern zeigte, und einen weiten Rock sein eigen nannte. Darüber trug sie eine taillierte braune Weste, die an ein Korsett Anlehnung fand und von einem breiteren Gürtel gehalten wurde. Ihre Füße steckten in braunen Lederschuhen.

    Sie lächelte zurückhaltend. Freund oder Feind? Das fragte sie sich gerade, wobei sie diesem jungen Herren damit unrecht tat, immerhin hatte er ihr, den Hinweis gegeben, wie sie die Unholde draußen halten konnte und sie weiter ihrer Wege zogen, ohne ihrer Habseligkeiten habhaft geworden zu sein. Nun abgesehen von ihrem Schultertuch. Wobei sie dies mit Sicherheit einfach dort zurückgelassen hatten, wo sie es verloren hatte, denn es war für solche Männer mit Sicherheit nicht von Interesse.

    Sie sah die Belustigung in des Fremden Mine und ihr Lächeln wurde sicherer. Sollte er sich ruhig amüsieren, solange er sie nicht gleich wieder vor die Tür setzte. „Mein Retter in der Not“, meinte sie und knickste leicht. „Es tut mir sehr leid, dass ich Euch zu später Stunde noch aufgescheucht habe. Das war sicher nicht meine Absicht. Aber… aber…“, sie verstummte und ihr Blick glitt nun etwas durch den Laden. Er war ein wenig, nun ja, unaufgeräumt, wobei er nicht unordentlich wirkte. „Mein Name ist Zendaya“, stellte sie sich dann vor. „Und Ihr seid der Inhaber dieses Ladens?“

    Edited once, last by Zendaya (April 6, 2026 at 5:53 AM).

  • Crispin hielt unwillkürlich den Atem an, bis das leise, vertraute 'schnapp..schnapp' des Schlüssels zu hören war, welches ihm verriet, dass sich der Riegel tief in den mächtigen Türbalken geschoben hatte. Ihre fünf Sinne hatte der unerwartete Gast - denn nach Kundin wirkte die Situation nun wahrhaftig nicht - zum Glück noch beieinander, trotz ihrer hörbaren Furcht.

    Keinen Augenblick zu früh, denn sogar noch bevor Crispin ein weiterer Spaß entfleuchen konnte, versuchte abermals jemand, seine Ladentür zu öffnen. Verfolger gab es also schon einmal. Das Glöckchen schwieg beharrlich und Crispin sah es regelrecht vor sich, wie es mit verschränkten Ärmchen verächtlich das Näschen rümpfte. Der junge Mann versuchte, den gedämpften Stimmen zu lauschen, die von draußen zu ihnen herein drangen, aber so wirklich aussagekräftig war das, was er erhaschen konnte, nicht. Erst recht nicht, als die Stimmen sich entfernten. 'Na - wer ist hier nun der Bösewicht?' fragte er sich innerlich schmunzelnd, da er durchaus beides für möglich hielt.

    Die Frau fühlte sich nunmehr sicher genug, um aus ihrer Deckung heraus zu treten und wandte sich ihm zu. Seine Augen hatten sich mittlerweile an die bescheidenen Lichtverhältnisse gewöhnt und Crispin sah seinen ersten flüchtigen Eindruck bestätigt. Sehr jung und sehr hinreißend. Auch, wie sie fast beiläufig ihre Kleidung glatt strich und leicht in die Knie sank, war ein Anblick, der die späte Störung allemal wett machte.

    "Das bin ich, Verehrteste." bestätigte Crispin mit breitem Grinsen und ausgiebigem Nicken die Frage nach der Inhaberschaft des Ladens. "Aber meine vornehmste Professur ist selbstredend die Errettung bezaubender Jungfrauen vor den bösen Drachen der Nacht." versicherte er dann mit gespielt todernster Miene, während er sich an dem Anblick erfreute. Wirklich bezaubernd. Und duftig, wie er nun bemerkte. Duftig wie.......

    "Meine Blüten!" durchfuhr die Erinnerung an selbige den jungen Mann wie ein Blitz. Er raufte sich die Haare und machte auf dem Absatz kehrt. "Kommt nur ruhig mit!" winkte er der jungen Frau, ihm zu folgen und ließ die Verbindungstür dieses mal offen stehen. Er hastete zu seiner Apparatur, kontrollierte sie mit wachsamem Auge und füllte dann an einem Ende mit einer Pinzette einzelne zarte Blütenblätter nach.

    Sorgen machte Crispin sich nicht. Entweder, die Kerle draußen waren Diebe, welche die junge Frau hatten überfallen wollen - dann war sie vermutlich froh über noch etwas mehr Zeit in sicheren vier Wänden. Oder aber sie war eine Diebin, die erwischt und von rechtschaffenen Häschern verfolgt worden war - dann würde sie vermutlich die Gelegenheit ergreifen und sich verdrücken. Trotzdem vertraute Crispin auf die Ehre der Diebe, einen Helfer nicht zu bestehlen.

    Er legte die Pinzette auf der Arbeitsplatte ab und wandte sich der Verbindungstür zu - neugierig, ob der unerwartete Gast ihm tatsächlich gefolgt wäre.

    Die Alchemie ist die Wissenschaft von der Beschaffenheit der
    Materie, der Energie und der Umwandlung von dem einen in das
    andere.

    Jede hinreichend entwickelte Technik
    ist von Magie kaum noch zu unterscheiden.

    Edited once, last by Crispin (April 5, 2026 at 10:45 PM).

  • Nun wo die Gefahr vor der Tür gebannt war und der Ladenbesitzer nicht unbedingt den Eindruck machte eine weitere Gefahr für die junge Frau darzustellen entspannte sich das Nervenkostüm von Zendaya mehr und mehr und sie lachte und angemessen des Scherzes der Rettung von Jungfrauen in Not. Im Anschluss atmete sie erstmal tief durch und bemerkte nun den Duft von Blüten, der in der Luft hing und sah nun ihrerseits belustigt dem Fremden nach, als dieser mit einem Ausruf auf den Lippen auf seinem Absatz kehrt machte und in einen angrenzenden Raum davonstob.

    Sie überlegte einen Augenblick, ob er ihm wirklich folgen sollte, oder nicht doch lieber das Schloss öffnen, um sich auf den Rückweg zu ihrer Familie zu machen. Doch die Neugier war, wie so oft, stärker. Bedacht suchte sie sich einen Weg um ein paar Kisten bis hin zu der Tür, durch die der Retter in der Not verschwunden war.

    Im Nebenraum war es heller als im Ladenraum und auch hier gab es allerhand zu entdecken. Einmal den Besitzer des Ladens, der gerade dabei beschäftigt war, mit einer vor ihm aufgebauten Apparatur zu hantieren. Nun, wo eine Lichtquelle etwas mehr Licht spendete, betrachtete sie den Fremden etwas näher. Er selbst musste noch recht jung sein. Trug saubere und ordentliche Kleidung, wenn auch passend für den Bezirk, in dem sie sich befanden. Er schien einen wachen Verstand zu besitzen, was ihr natürlich nicht ihre äußerliche Betrachtung verriet, sondern der Umstand, dass er den offensichtlichen und pragmatischen Vorschlag mit dem Schlüssel gebracht hatte und weil er hier mit einer interessanten Apparatur hantierte, als wüsste er, was er da tat.

    Zendaya trat näher, die Hände hinter ihrem Rücken, etwas über ihrem Hintern ineinander verschränkt. „Was tut Ihr hier, Sir?“, wollte sie dann von ihm wissen. Dass es etwas mit Blüten und Duft zu tun hatte, konnte sie erkennen, doch um was es hier genau gehen sollte, weniger. „Den Duft der Blüten entziehen und … irgendwie haltbar machen?“, riet sie leise vor sich hin und sah dann in die haselnussbraunen Augen ihres unverhofften Schutzgebers.

  • Oder ob er die Ladentür an diesem Abend noch ein weiteres Mal würde versperren müssen. Aber nein, sie war schon durch die Tür getreten und näherte sich mit anmutigen Schritten. Hier, bei Lichte betrachtet, entpuppte sich die Bekleidung der schönen junge Frau - in gedämpften Farben gehalten - ebenfalls als adretter Anblick. Er grübelte kurz..... Zendaya ....hatte sie gesagt.

    "Der Sir nennt sich Crispin." erklärte er amüsiert und trat ein wenig beiseite. Es gefiel ihm, dass die junge Frau ganz unverhohlen und ohne Allüren seine Destillierapparatur betrachtete und auch noch mit einer intelligenten Frage dazu aufwartete. Trotzdem war er nicht traurig darum, dass er gerade diese Apparatur heute Abend im Einsatz hatte - und nicht etwa gerade einen großen Kessel mit einem Berg von Knochen auskochte. "Clever!" Sie hatte es nicht ganz getroffen, war aber verdammt nah dran für diesen kurzen Eindruck. Crispin nickte anerkennend mit breitem Grinsen und erwiderte unbekümmert den Blick in die Augen seines Gastes.

    Und auch dieser Anblick war außergewöhnlich. Außergewöhnlich ungewöhnlich. Gesehen hatte er dergleichen noch nie, aber jetzt, wo er es sah, erkannte er es aus den Erzählungen seines Onkels. So also sah es aus, wenn man einer Dheoran so nah gegenüberstand, deren Augen kaum eine Pupille aufzuweisen schienen.

    "Ihr seid vom Fahrenden Volk - nicht wahr, Zendaya?" platzte es überrascht und erfreut aus ihm heraus. "Welch ein Glanz für diese Hütte!" Ein so angenehmer, weil spannender Besuch war Crispin zu abendlicher Stunde schon lange nicht mehr vor die Tür gelegt worden. Oder besser - gejagt worden. "Haben diese Kerle Euch belästigt?"

    Die Alchemie ist die Wissenschaft von der Beschaffenheit der
    Materie, der Energie und der Umwandlung von dem einen in das
    andere.

    Jede hinreichend entwickelte Technik
    ist von Magie kaum noch zu unterscheiden.

    Edited once, last by Crispin (April 6, 2026 at 7:05 PM).

  • „Sehr erfreut Crispin“, entgegnete die Dunkelhaarige und lächelte den Ladeninhaber freundlich an und es wurde ein klitzekleines bisschen sonniger, als er ihre Frage als clever bezeichnete. „Wozu? Für Seifen?“, wollte sie es nun aber genauer wissen und fragte sich dabei noch, was wohl seine berufliche Profession war. Nach etwas Simplen sah ihr das nicht aus. Vielleicht hätte sie ja mal auf das Ladenschild sehen sollen, doch in der Eile hatte sie daran nicht gedacht. Vielleicht gedachte ja Crispin, ihr Unwissen zu ändern. Früher oder später.

    Zendaya mochte die fröhlich unbeschwerte Art ihres Gegenübers gern leiden. Sie nickte auf seine Frage hin. „Richtig“, fügte sie dieser Geste noch an und lachte dann leise auf, als die Pferde ein wenig mit ihrem neuen Bekannten durchgingen. Vor Freude, wie sie meinte. Sie schnappte sich kurzerhand eine Falte ihres Kleides, drehte sich einmal um sich selbst, sagte: „Zendaya aus dem Feuer des Nelio“ und sank in einen tiefen Knicks, aus dem sie keck-verspielt zu Crispin aufblickte. „Ich hoffe meine Anwesenheit kann diesen Vorschusslorbeeren gerecht werden.“ Sie erhob sich wieder und sorgte dafür, dass ihr Rock wieder tadellos fiel.

    „Sie kamen nicht dazu. Ich kann auch nicht sagen, was sie genau von mir wollten. Vielleicht mein Hab und Gut. Vielleicht aber auch etwas … anderes…“ Sie zuckte leicht mit den Schultern. „Ich hätte aufmerksamer sein müssen“, gestand sie dem jungen Mann ihr gegenüber. Und vielleicht hätte sie auch einfach bei den anderen bleiben sollen. Aber dann wäre sie nicht hier gelandet und hätte auch keine neue Bekanntschaft geschlossen. „Ich hoffe mein Auftauchen hat sich nicht nachteilig auf Eure Arbeit oder Experiment ausgewirkt?“

  • Na, die Freude war doch mal ganz seinerseits. Ähhhhh...... "Genau! Seife!" strahlte er die junge Frau nickend an und nahm sich vor, sie später unbedingt noch danach zu fragen, woher sie dergleichen wusste. Es passierte ihm wahrlich nicht oft, dass Besucher eine Idee davon hatten, was er hier hinten in seiner Werkstatt mit all den Gerätschaften und Aufbauten so alles trieb und er begann, sich ernsthafter für diese Schönheit zu interessieren. Seife.... du liebe Güte. Wobei..... welche Wirkung das wohl erzielen würde.....? Also wenn man sich mit diiieser Seife am ....Crispin hatte etwas Mühe, die unwillkürlich in ihm aufkeimenden Gedanken am Kragen zu packen und schleunigst aus seinem Kopf hinaus zu befördern.

    Sein später Gast war so entzückend, ihm dabei zu helfen, erst recht als die Dheoran sich auch noch sehr anmutig im Kreis herum drehte und tief in einer edlen Verneigung versank., die ungewöhnlichen Augen zwinkerten strahlend zu ihm empor. "Glaubt mir, Teuerste - denen seid Ihr jetzt schon gerecht geworden." er nickte übertrieben hingerissen. Aus dem Feuer des Nelio hatte Zandaya gesagt und Crispin meinte zu erinnern, dass dies etwas mit Abstammung zu tun hatte? war sich aber nicht sicher und nahm sich vor, selbiges ebenfalls noch zu erfragen.

    Seine Augen beobachteten, wie Zendaya sich erhob und sein Lächeln wurde ernster als die junge Frau nun von den Männern sprach, die sie verfolgt hatten. Zu ihren Vermutungen nickte er sacht, vermied es aber, dazu noch etwas zu sagen, weil es zu einem solchen Vorfall nun wirklich nur Unangenehmes zu sagen gegeben hätte - zog dann allerdings am Ende spöttisch eine Augenbraue empor. "Ihr sucht nun nicht ernsthaft die Schuld für solcherlei Abschaum bei Euch, oder?"

    "Nein, nichts passiert! Da könnt Ihr ganz beruhigt sein." versicherte Crispin der jungen Frau ganz ohne Flax, nachdem er noch einmal seine Gerätschaft in Augenschein genommen und erneut einige Blütenschnipsel nachgefüllt hatte und sich wieder aufrichtete. "Wie wäre es mit einem Tee? Oder......." angesichts des Schreckens, den sie kurz zuvor noch erlitten hatte ".... doch lieber einen Schnaps?" Sein fragender Blick musterte das aparte Frauenzimmer vor sich von oben bis unten.

    Die Alchemie ist die Wissenschaft von der Beschaffenheit der
    Materie, der Energie und der Umwandlung von dem einen in das
    andere.

    Jede hinreichend entwickelte Technik
    ist von Magie kaum noch zu unterscheiden.

  • „Wirklich?“, fragte Zendaya erstaunt und begeistert zugleich, da sie eigentlich mehr geraten hatte, als dass sie es wirklich wusste. Aber sie liebte duftende Seifen, nicht, dass sie diese regelmäßig zur Verwendung hatte, aber sie hatte schon hier und da eine in den Händen gehabt und sie war von dem ein oder anderen Duft sehr entzückt gewesen. Wie auch von den Ölen, die sich so manche Frau ins Badewasser gab, oder sich hinter das Ohr pinselte. Hach ja, Düfte waren schon etwas ganz besonderes und sie bewunderte jeden, der das Wissen hatte, wie man sie haltbar oder übertragbar machte.

    Crispin war also ein kluger Kopf. Dessen war Zen sich wirklich sicher. Und sie fragte sich, was er neben Duftseifen wohl noch so herstellte. Und ob er die Seife gänzlich selbst fabrizierte. Denn soweit sie gehört hatte, war die Seifenherstellung nicht so schön, wie das Endprodukt selbst. Dennoch war es faszinierend, wie solche Dinge Schritt um Schritt entstanden.

    Die Dunkelhaarige neigte den Kopf etwas und lächelte Crispin belustigt an. „Ihr seid also leicht zu beeindrucken, Crispin?“, fragte sie ob seiner Versicherung, dass sie die Vorschusslorbeeren bereits verdient hatte. Sie mochte den Ladenbesitzer jetzt schon gut leiden. Er war weder bieder noch zu ernst. Eher hatte er den Schalk im Nacken, aber wirkte nicht kindlich oder gar kindisch auf sie.

    Auf seine Frage zu der Situation um die Männer schüttelte Zendaya rasch den Kopf. „Mit Sicherheit nicht. Dennoch hätte ich vielleicht einfach bei meiner Gruppe bleiben sollen und etwas besser darauf achten können, wohin mich meine Füße tragen.“ Sie lächelte und es war eine Mischung aus schuldbewusst und wagemut. „Ich habe mich zu sehr von all den Läden und deren Auslagen einnehmen lassen und habe es nicht mal zum Instrumentenbauer geschafft.“ Sie lächelte nun wieder etwas fröhlicher. „Aber immerhin hat mich mein Weg in Euren Laden geführt.“

    Sie sah Crispin aufmerksam dabei zu, wie er wieder ein paar Blütenblätter in seine Apparatur gab. „Zum Glück. Sonst hätte ich nun noch mehr in Eurer Schuld gestanden als eh schon“, meinte sie und es klang ein wenig erheitert. Auf sein Angebot sah sie ihn offen an. „Wenn Ihr es nicht als unverschämt erachtet… dann hätte ich gern einen Tee.“

    Edited once, last by Zendaya (April 9, 2026 at 6:50 PM).

  • "Entweder das." Crispin grinste breit. "Oder Ihr seid einfach eine Meisterin Eures Fachs." stellte er der jungen Dheoran einen alternative Möglichkeit zu verfrühten Vorschusslorbeeren vor. "Vielleicht finden wir es noch heraus." Wenn Zendaya von ihrer Gruppe sprach, dann bedeutete das wohl, dass ein ganzer Wagenzug der Dheoran in der Stadt angekommen war. Das war eine gute Nachricht, sie versprach Kurzweil am Tag wie auch am Abend - erstaunliche Darbietungen, fliegende bunte Kleider und fröhliche tanzende Leute. Der Besuch eines Dheoranlagers hatte für jedermann etwas zu bieten.

    Crispins Augen funkelten in sanftem Spott, während er eine Hand hob und zu einer lockeren Faust ballte. So betrachtet sollte er den beiden Schuften wohl dankbar sein, denn ohne deren freundliche "Unterstützung" hätte Zendayas Weg sie kaum in seinen Laden geführt und das, gestand er sich freimütig ein, wäre doch wirklich sehr bedauerlich gewesen. "Richtig...... Ihr steht ja ohnehin schon in meiner Schuld......" Vielsagend betrachtete er seine Faust von vorne und von hinten, als ob Zendaya nicht vor ihm stehen würde sondern in seiner Hand gefangen wäre. "Da hab ich Euch nun...."

    Dann allerdings musste der junge Mann offenherzig grinsen als er Zendayas Worte zu den ihr angeboteten Getränken hörte. Als ob nicht seine Faust sondern ein weitaus größerer Gegenstand vor seinem Gesicht in der Luft hängen würde, linste er um selbigen herum zu Zendaya hinüber. "Wenn es unverschämt wäre, wäre nicht ich dann noch unverschämter, weil ich es überhaupt angeboten habe?" fragte er belustigt und wedelte mit dem Daumen seiner freien Hand über die Arbeitsplatte hinüber zur anderen Seite der Werkstatt, wo in einem Wandregal gut erkennbar einige Becher und einige kleine Beutel aufgereiht standen. "Tee gibts dort drüben, Teuerste Dheoran."

    Die Alchemie ist die Wissenschaft von der Beschaffenheit der
    Materie, der Energie und der Umwandlung von dem einen in das
    andere.

    Jede hinreichend entwickelte Technik
    ist von Magie kaum noch zu unterscheiden.

  • Die Dunkelhaarige lachte leise, aber glockenhell auf. „Vielleicht tun wir das. Die Wahrheit wird vermutlich in der Mitte dieser beiden Möglichkeiten liegen“, zwinkerte sie ihm belustigt zu. Crispin stand Zendaya, so fand sie, in nichts nach. Er war charmant, witzig und hatte einen sehr wachen Geist. „Verrät mir der Meister der Duftextraktion und Seifenherstellung, wie genau sein Handwerk funktioniert?“, fragte sie nach. Zwar hatte Zendaya eine Idee und eine sehr vage Vorstellung davon, aber sie wollte es gern von einem Experten erklärt bekommen, zwar würde ihr dieses Wissen wohl nie nutzen, aber wenn man schon mal einen Fachmann an der Hand hatte und dann auch noch so einen interessanten Aufbau auf der Werkbank, da musste sie einfach mehr wissen.

    „Da habt ihr mich nun. Knietief stehe ich in Eurer Schuld. Und vielleicht verrät mir mein edler Retter, wie ich die Schuld vielleicht abtragen könnte, damit ich irgendwann wieder freikomme?“, fragte sie ihn und sah ihn sehr aufmerksam an. Wie edel dieser Retter wohl war? Auch da hatte die junge Frau eine Ahnung, und war mehr als neugierig, ob sie stimmte, oder sich irrte. Sie betrachtete ihn aufmerksam und interessiert zugleich. Auch lächelte sie, als er zu ihr herüber sah.

    „Touché. Ihr seid nicht nur ein Meister der Düfte und Seifen, sondern auch Meister des Wortes und Wortgefechts wie mir scheint.“ Sie lächelte fröhlich-verspielt und wandte sich dann den Bechern und kleinen Beutelchen zu und beugte sich näher zu diesen heran. „Um welche Sorte von Tee handelt es sich? Und eine weitere Frage, nehmt Ihr auch einen, oder bedient Ihr euch lieber an dem erwähnten Schnaps?“

    Edited once, last by Zendaya (April 8, 2026 at 3:22 PM).

  • "Hmmmmmm...." Crispin tat so, als müsse er nachdenken, grinste am Ende aber breit. "Also ich setze auf die Meisterin." erklärte er siegesgewiss und folgte mit den Augen den Worten der jungen Dheoran zum Destilliergerät auf der Arbeitsplatte. "Gern, wenn es Euch interessiert." Ein wahrlich ungewöhnlicher Wunsch für eine so bezaubernde junge Frau. Faszinierend! "Aber heut Abend nicht mehr, einverstanden?" Gerade interessierte der junge Mann sich weitaus mehr für seinen unerwarteten Gast als für das Sammelsurium von Konstruktionen in seiner Werkstatt.

    Zendaya entschied sich für Tee und wechselte um die mittige Arbeitsplatte herum zu dem Wandregal auf das Crispin gezeigt hatte, um die verschiedenen Tütchen, die sein Teesortiment bildeten, zu inspizieren. Ganz natürlich bewegte sich die junge Dheoran durch seine Werkstatt und Crispin hatte seinen Spaß daran, dass sie es so vollkommen ungekünstelt tat. "Nein nein. Tee ist wunderbar." gab er zurück und entschied sich, auch noch die letzte Portion der Blütenschnipsel ins Gerät zu geben, welches die Arbeit nun ohne ihn zu Ende führen konnte. " Früchtetee ist in den hellen Beuteln, Kräutertee in den Dunklen. Sucht einen für uns aus." forderte er Zendaya auf, neugierig, was sie wohl wählen mochte und weil - anders als in seinem Laden - an der Schnürung eines jeden Tütchens ein kleines Etikett mit Abbildern der jeweiligen Geschmacksrichtung hing.

    Seinerseits umrundete Crispin den Arbeitstisch auf der anderen Seite, wo er an der offenen Feuerstelle des Raumes vorbei kam. Dort schob er seinen Wasserkessel über die glühenden Kohlen im hinteren Bereich, nicht bevor er diese mit dem Blasebalg noch einmal kurz angefacht hatte. Gut, dass Zendaya das amüsierte Funkeln seiner Augen nicht sehen sondern nur seine halb lachende halb seufzende Stimme hören konnte. "Und WIE es mich trifft, wenn so betörende Lippen mich Meister nennen. Und dann noch gleich zweimal hintereinander." Kaum quoll der erste Wasserdampf aus dem kleinen Kessel, ergriff Crispin denselben.

    Mit dem heißen Wasser in der einen Hand und der triumphierend hochgehaltenen Faust kam er offensichtlich vergnügt bei Zendaya an. "Mir schwebt da schon etwas vor, womit Ihr Euch freikaufen könntet." grinste er spitzbübisch. "Erratet Ihr, was es ist?" Den kleinen Kessel platzierte er auf dem bereit stehenden Stövchen.

    Die Alchemie ist die Wissenschaft von der Beschaffenheit der
    Materie, der Energie und der Umwandlung von dem einen in das
    andere.

    Jede hinreichend entwickelte Technik
    ist von Magie kaum noch zu unterscheiden.

  • Die junge Frau lächelte sonnig, als Crispin sich nicht von seinem Lob und seiner Meinung abbringen ließ. Sie ließ es nun einfach so stehen und würde abwarten, ob die Zeit seine Ansicht ändern oder bestärken würde. Zendaya war weder enttäuscht noch traurig, dass der junge Tüftler ihr nicht gleich Auskunft geben wollte. Sicherlich war sie noch immer neugierig. Allein schon, weil die Apparatur so interessant aussah. Aber so bedeutete seine Aussage auch: “Das heißt dann wohl, dass Ihr gewillt seid, Euch zu einem anderen Zeitpunkt mit mir zusammenzusetzen, um mir dies zu erklären?”, fragte sie mit einem unschuldigen Augenaufschlag und einem neckenden Lächeln nach.

    Ohne groß oder lange darüber nachzudenken, entschied die Dunkelhaarige sich für den Früchtetee. Die Abbildung zeigte ein paar verschiedene Beeren, wenn sie diese recht erkannte. Brombeeren, Heidelbeeren… Erdbeere? Sie war gespannt. Sollte man sich fragen, warum sie sich für den Früchtetee entschieden hatte, dann lag das daran, dass sie Kräutertees nur bedingt leiden konnte. Meist dann, wenn eine Krankheit sie heimsuchte, was zum Glück nicht oft der Fall war. Aber dann gab sie sich auch mit Thymian- oder Kamillentee zufrieden. Sie betrachtete die netten kleinen Abbildungen. Viel Aufwand, sehr klein aber dennoch hübsch anzusehen. Dann beobachtete sie den nun, mittlerweile durfte sie Crispin wohl auch als ihren Gastgeber bezeichnen, jetzt wo er ihr sogar Tee angeboten hatte. Seine Handgriffe waren gekonnt und geschickt. Er verstand etwas davon, wie man mit dem Feuer einer Feuerstelle umging und davon, wie man Wasser erhitzte. Sie schmunzelte. “Ach ja? WIE trifft es Euch denn?”, wollte sie es dann doch näher wissen.

    Crispin steuerte das heiße Wasser bei und Zendaya ihre Beute, bestehend aus zwei Beutelchen Früchtetee und zwei Becher. Die Beutelchen hatten bereits den Weg in die Becher gefunden und Zendaya schürzte ihre Lippen, als sie überlegte. “Ich bin nicht gut in diesen Ratespielchen”, gestand sie ihrem Gastgeber ein. “Vielleicht wollt Ihr einen Abend an unserem Feuer mit uns verbringen?”, riet sie dann also einfach ins Blaue. Aber da dies kein so seltener Wunsch war, vor allem, da Crispin auch so rasch erraten hatte, welchem Volk sie angehörte. Entweder kannte er die Gastfreundschaft der Dheoran bereits oder hatte davon gehört und wollte diese auf die Probe stellen. Sie sah ihn interessiert an.

  • "Na mitten ins Herz!" seufzte Crispin ergeben und legte seine freie Hand auf die entsprechende Stelle seines Brustkorbs, um der Inbrunst der Worte Nachdruck zu verleihen. "Welch besserer Lohn könnte einem edlen Ritter denn sonst zu teil werden als dieses?" Nur die spöttisch funkelnden Augen straften seine heroischen Worte Lügen.

    Zendaya hatte bereits alles vorbereitet, kleine metallene Teeeier steckten in den Becher, ihre kleinen Kettchen hingen über den Rändern und Crispin war gespannt, welchen Tee sie wohl ausgesucht hatte. Mit dem Kinn deutete er zu einem handlichen Topf Steingut, der mit einem pfropfartigen Deckel verschlossen an der Wand stand, überließ ansonsten aber das Geschäft der weiteren Teezubereitung der jungen Frau. "Honig, wenn Ihr mögt." Eine handvoll dünner metallener Stäbchen mit breit geklopftem Ende stand in einem Becher daneben. Crispin hatte ihre andere Frage nicht vergessen und lud die junge Dheoran ausgesprochen gern zu weiteren Besuchen ein. "Kommt her, wann immer Ihr Lust habt und es Euch nach staubigen alten Gerätschaften verlangt, Zendaya." Sein Lächeln war nunmehr freundlich und ehrlich. Vielleicht ein wenig ungläubig, weil sich derart schöne und anziehende Frauen in seiner Welt bislang nicht für solcherlei Dinge interessiert hatten.

    Crispin ließ Körper und Schultern in übertriebenem Schauspiel herunter sacken. "Das war wirklich schlecht geraten!" lachte er dann belustigt, ohne sie beleidigen zu wollen sondern nur, weil Zendaya es bereits eingestanden hatte. Wobei...... "Unbedingt möchte ich einen Abend in Eurem Lager mit Euch und den Euren verbringen....." gestand er ein. Wer könnte das nicht wollen? ".... nur ist das natürlich nicht ausreichend um eine solche Schuld abzutragen." Augenzwinkernd deutete er auf die geschlossene Faust. "Noch ein Versuch?"

    Die Alchemie ist die Wissenschaft von der Beschaffenheit der
    Materie, der Energie und der Umwandlung von dem einen in das
    andere.

    Jede hinreichend entwickelte Technik
    ist von Magie kaum noch zu unterscheiden.

  • Zendaya lachte leise. „Ihr bekommt also gern Komplimente gemacht? Das werde ich mir merken.“ Sie lächelte noch immer sonnig. „Da selbst die edlen Ritter nur Männer sind, ist es schwer zu sagen, ob dies als Lohn reicht. Ich hätte ja eher auf nein getippt… Aber ich lasse mich gern eines besseren belehren, wo Ihr ja einer dieser legendären Helden seid, von denen es mehr Geschichten als echte Persönlichkeiten gibt.“ Ein wenig Neckerei und ein wenig Ernst schwang in ihren Worten mit.

    „Honig“, wiederholte sie und ließ dies nicht zweimal sagen. „Ihr seid hervorragend ausgestattet, edler Ritter und Meister Crispin. Wie trinkt Ihr Euren Tee am liebsten?“, fragte sie dann. Sie mochte Honig gern, nicht zu viel, aber ein bisschen davon. Natürlich kam es auch immer auf die Teesorte an. Wenn dieser schon süßlich war, brauchte es keinen Honig, wenn aber nicht… Denn ein Löffelchen voll Honig selbst die bitterste Medizin versüßt… Sie sah Crispin ob seiner Einladung forschend an. „Es könnte durchaus sein, dass ich das Angebot annehmen werde. Nun, zumindest so lange unser Lager nahe der Stadt ist. Habt Dank dafür.“ Sie lächelte ihn freundlich an und musste sich eingestehen, dass sie wirklich Glück gehabt hatte, genau in diese Türe gestolpert zu sein.

    Die Dunkelhaarige hielt sich die Hand vor den Mund, als sie zu lachen begann. „Ich hatte Euch doch gewarnt. Aber wie sollte ich auch Eure Gedanken erraten können?“ Sie tätschelte leicht seinen Unterarm. „Es ist also zu wenig… verstehe“, meinte sie dann und tippte sich bedacht gegen ihr Kinn. „Einen noch“, nickte sie und überlegte weiter. Was könnte ein Mann wie Crispin im Tausch haben wollen… Nein, nicht als Tausch, als Dankeschön? Sie war wirklich nicht gut darin zu erraten, was in anderer Leute Köpfe vor sich ging. Außerdem hatte sie keine Ahnung, wie viel er von der Geschichte der Dheoran wusste. Wie wanderte ein bisschen in dem Hinterraum auf und ab. Ließ ihren Blick schweifen, aber wurde leider auch keiner Idee dadurch fündig. „Einen Kuss vielleicht? Aber auch das wäre zu wenig für Euren Einsatz und Eure Gastfreundschaft.” Wobei er sich ja mit seiner Einladung bereits das Glück, dass man sich daraus versprach, wenn ein Dheoran die Gastfreundschaft annahm, schon gesichert hatte. “Dass Ihr Euch das Bett wärmen lassen wollt, für eine oder ein paar Nächte glaube ich auch nicht, immerhin seid Ihr ja ein edler Ritter…” Sie schüttelte den Kopf. “Was ist es also, das Ihr begehrt?“, fragte sie dann nach, da sie nicht darauf kam.

  • "Natürlich!" Crispin grinste breit. Wer bekam nicht gern Komplimente? "Eitelkeit ist ein prächtig glänzendes Fell, welches ausgiebiger Pflege bedarf." gestand der junge Mann offenherzig ein, wobei er die Wahrheit mal wieder so übertrieben würzte, dass es nicht so ganz leicht war, einzuschätzen, wie ernst er es wirklich meinte.

    Er hatte seinen Spaß daran, dass Zendaya seine "Offenbarung" auch gleich mit weiteren Komplimenten versorgte. "Für mich bitte mit Honig." Ebenso daran, dass die junge Frau scheinbar auch ein Leckermäulchen war, wenn es um Süßes ging. Er seufzte theatralisch... "Hach ja.... Komplimente und Honig - der Luxus der kleinen Leute." ...und hoffte, dass die Lachfältchen in seinen Augen ihn nicht zu offensichtlich verrieten. Richtig schlau wurde er aus der Antwort der jungen Frau zu seiner Einladung nicht, allerdings konnte er es ihr nun wirklich nicht verübeln, wenn ihr Interesse an seinem Krimskrams hier drinnen doch nicht sonderlich ausprägt wäre und sie nur viel zu charmant und freundlich war, ihm das auf die Nase zu binden.

    Zendaya entschied sich tatsächlich zu einem zweiten Rateversuch und Crispin sah ihr amüsiert und zugleich bezaubert dabei zu, wie sie überlegte. Ob sie sich ihrer Ausstrahlung wohl bewusst war? Ein guter Geist musste dafür gesorgt haben, dass so ein Tee erst noch ziehen musste, bevor man ihn zu sich nehmen konnte, sonst hätte Crispin sich bei dem "Kuss" auf jeden Fall daran verschluckt. Aber auch ganz ohne Tee erlitt er zwischen Protest und Lachsalve einen Hustenanfall bei Zendayas Worten. "Ihr habt ja eine tolle Meinung von mir als edlem Ritter und Retter von Jungfrauen und Waisen." krächzte er, als das Schlimmste vorüber war. Bettgeschichten - du liebe Güte. "Nun...." immer noch lachend hob er die geschlossene Faust wieder etwas empor, um die Frage zu beantworten ".... wie wäre es damit: Wir trinken in Ruhe aus, plaudern dabei ein wenig und dann gestattet Ihr, dass ich Euch zu Eurem Lager begleite. Nur für den Fall, dass diese beiden Halunken noch irgendwo hier in der Nähe herumstrolchen sollten."

    Die Alchemie ist die Wissenschaft von der Beschaffenheit der
    Materie, der Energie und der Umwandlung von dem einen in das
    andere.

    Jede hinreichend entwickelte Technik
    ist von Magie kaum noch zu unterscheiden.

    Edited once, last by Crispin (April 10, 2026 at 5:08 PM).

  • Die Dunkelhaarige schmunzelte, als es um die Komplimente ging. Aber sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Crispin eitel oder gar oberflächlich war. Er schien bodenständig und das Herz am rechten Fleck zu haben. Natürlich konnte sie sich auch irren, vor allem, da sie ihn ja noch nicht einmal eine Stundenkerze lang kannte. Aber auch daran glaubte sie nicht.

    Als die junge Frau wieder bei Crispin einkehrte, stellte sie den Honig zu den Tassen. Dann maß sie ihn ob seiner Größe und deutete dies mit Gesten ihrer Hände an. „Nun, so klein finde ich Euch gar nicht. Eigentlich habt ihr eine ganz stattliche Figur“, neckte sie ihn, denn sie verstand durchaus, was er mit „kleinen Leute“ gemeint hatte. Sie zwinkerte ihm belustigt zu.

    Die Lippen der Dheoran verzogen sich zu einem leicht belustigten fröhlichen Lächeln. Natürlich hatte sie niemals gedacht, dass Crispin sich das wünschen würde, wobei man bei Männern ja nie wissen konnte, was diese sich so wünschten. Zumindest nicht, wenn sie auf ihre älteren Verwandten hörte. Selbst unter ihnen gab es so manches Schlitzohr, dass in jeder Stadt von einer anderen Frau das Bett gewärmt bekam. Und ihre unverheiratete Tante war da keine Ausnahme. „Ich habe das nicht ernst gemeint“, versicherte sie ihm den Braunhaarigen mit den besonders funkelnden haselnussbraunen Augen. „Bislang habe ich sogar eine sehr gute Meinung von Euch, Crispin.“ Sie sah auf seine Faust, als er diese hob. Das Zeichen, das er sie in der Hand hatte. Sie blinzelte ob des Vorschlags. „Das ist sehr ehrenhaft Meister Ritter Crispin. Aber dann stehe ich ja noch mehr in Eurer Schuld, da ich noch mehr Eurer kostbaren Zeit raube.“ Sie senkte für zwei Wimpernschläge den Blick. „Aber ich würde das Angebot dennoch gern annehmen“, sagte sie und sah ihm dankbar in die Augen. „Aber nur, wenn Ihr denkt, dass der Rückweg für Euch sicher sein wird.“ Sie war sich da nun nicht mehr so ganz sicher. Wollte aber auch nicht, dass sich der junge Mann ihr gegenüber in Gefahr begab und das nur, weil sie nicht vorsichtig genug gewesen war. Dennoch würde sie sich sehr darüber freuen, wenn er sie begleiten würde, einfach, weil ihre gemeinsam Zeit dann für heute noch kein Ende finden würde und sie schon lange keine so nette Begegnung mehr gehabt hatte.

  • "Das glaube ich aber auch." Gespielt pikiert tätschelte Crispin seinen flachen Bauch und grinste dann zu der Wortverdrehung. Genau sein Humor. "Rank und schlank." Eine seiner Brauen hob sich boshaft, als Zendaya beteuerte, es mit Kuss und Bett nicht ernst gemeint zu haben. Hätte er es mal drauf ankommen lassen sollen...?

    Bedeutungsschwanger drehte er die erhobene Faust noch einmal hin und wieder her und öffnete sie dann langsam, nachdem die junge Frau seinen Vorschlag zur Begleichung ihrer Schuld angenommen hatte. Sein Blick schien den zarten Flügelschlag eines kleinen Schmetterlings zu verfolgen, der von seiner Handfläche abhob und den nur er selbst sehen konnte. Die verschnörkelte Flugbahn des imaginären Wesens oder Dings endete schließlich im Antlitz der jungen Dheoran.

    "Na klar." lachte Crispin vergnügt. "Ich kenne hier doch alle Fluchtwege und Verstecke. Seht es doch einmal so, Teuerste: Ihr besorgt damit, dass ich eine friedvolle Nachtruhe haben werde und mich nicht voller Sorge um Euer ungewisses Schicksal unruhig und schweißgebadet von einer Seite meines Bettes auf die andere werfe." Er hatte dazu bedeutsam genickt und eine oberlehrerhafte Miene aufgesetzt, die am Ende in ein vergnügtes Lächeln zerstob.

    Er langte nach einem Metallstäbchen, um damit den Deckel des Steinguttopfes aufzustemmen und sich mit dem geplätteten Ende eine Portion Honig für seinen Becher heraus zu drehen. "Nur zu." nickte er Zendaya zu, es ihm gleich zu tun. "Erzählt mir ein bisschen von Euch." bat er dann. "Wie lange seid Ihr schon in der Stadt und aus welcher Richtung seid Ihr gekommen?"

    Die Alchemie ist die Wissenschaft von der Beschaffenheit der
    Materie, der Energie und der Umwandlung von dem einen in das
    andere.

    Jede hinreichend entwickelte Technik
    ist von Magie kaum noch zu unterscheiden.

  • “Rank, schlank und nicht klein. Alles was Damenherzen höher schlagen lässt.“ Sie lächelte ihn unschuldig, ob seine Augenbrauen so herausfordernd hob. Beließ es aber bei ihrer Aussage mit dem Kuss. Nun vielleicht hätte sie, vielleicht aber auch nicht. Ein Küsschen auf die Wange? Ein züchtiger richtiger Kuss… Nun, dieses Rätsel würde wohl ungeklärt bleiben.

    Zendaya tat so, als wäre etwas zu ihr zurückgekehrt, das Crispin gerade noch gefangen hatte, denn so wirkte es auf sie, als er seine Augen für sie unspezifisch durch den Raum gleiten ließ. Sie fing es ein und führte es zu ihrem Herzen. „Ihr seid wahrlich ein edler Ritter und Edelmann, Crispin“, sagte sie und meinte es auch so. Denn viele andere hätten sich für diese Dienste reichlich entlohnen lassen.

    Und auch seine nächsten Worte sprachen für ihn. Ein Mann mit einem reinen Herzen. „Nun. So eine Nacht möchte ich Euch sicher nicht zumuten, denn nachdem ich dies nun weiß, kann ich es absolut nicht zulassen. Aber da meine Familie mein Fernbleiben auch irgendwann bemerken wird und Ihr mir versichert, dass es mir dann nicht so gehen muss, wie Euch, freue ich mich schon darauf, an Eurer Seite die Stadt bei Dunkelheit ein wenig zu entdecken.“ Sie sah ihm dabei aufmerksam in seine haselnussbraunen Augen, die sein hübsches Lächeln ebenso zeigten.

    Die dunkelhaarige ließ sich nicht lange bitten, sondern tat es ihrem Gastgeber gleich, holte Honig aus dem Töpfchen und ließ diesen in den Tee fließen bis es zu tröpfeln begann. Dann steckte sie das Stäbchen in den Tee, um nichts von der natürlichen Süße zu verschwenden. „Wir sind die Ostküste entlang gekommen. Die letzte Stadt, in der wir waren, war Ymarue und als nächstes wird es wohl nach Wiesenfeld gehen“, plauderte Zendaya unbekümmert. „Wir sind Vorgestern angekommen. Unser Lager ist ungefähr eine halbe Stundenkerze flussaufwärts vor der Stadt.“ Sie sah Crispin freundlich an. „Seid ihr schon viel gereist, Meister Crispin?“, fragte sie, hob dann den Becher an und probierte einen kleinen Schluck. Ein zufriedenes Seufzen entkam ihr dabei.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!