Ein Hauch von Magie und erwartungsvoller Unruhe lag über dem Festgelände, das sich wie ein Reigen aus Duft und Farbe unter dem weiten Himmel des Philosophenviertels ausbreitete.
Der Winter hatte seinen Griff endgültig gelockert und Platz gemacht für ein Fest, das die Sinne geradezu berauschte. Der Platz war kaum wiederzuerkennen. Wo sonst nackter Stein oder schlichter Rasen gewesen war, blühte es nun in verschwenderischer Pracht.
Hauchdünne Seidenbänder in allen Farben des Frühlings spannten sich zwischen den alten Bäumen und tanzten im milden Wind. Der Duft von frisch geschnittenem Gras, süßem Flieder und schwerem Honigwein lag in der Luft.
Im Zentrum des Platzes hatten sich Musiker eingefunden, die noch leise, beinahe zurückhaltend spielten – gezupfte Harfensaiten, das klare Klingen einer Flöte, während die Trommeln im Schatten auf ihren Einsatz warteten. Noch mischten sich die Gäste untereinander, lachten, musterten einander und präsentierten ihre Gewänder. Doch über allem lag eine unausgesprochene Frage:
Wer würde die eigene Farbe spiegeln?
Dann schwoll die Musik an. Langsam zunächst, beinahe unmerklich – bis sie schließlich den Moment einleitete, in dem Gespräche verstummen mussten und das Schicksal – oder das Verhandlungsgeschick der letzten Stunden – die Paare auf die Tanzfläche führen würde.