Kurz wurde die Musik unterbrochen. Nach einer zusätzlichen Drehung blieb Amelie stehen. Doch gleich darauf setzte sie wieder ein. Etwas anders. Und mit Gesang. Der Text der Hellhaarigen ließ vermuten, dass diese ebenfalls noch auf ihren Tanzpartner wartete. Was Amelie wieder dazu brachte, selbst Ausschau zu halten. Und dabei ein bekanntes Gesicht zu entdecken. Ein Gesicht, welchem sie allerdings keine weitere Beachtung schenkte, denn offensichtlich, war ihm eine andere Farbe zugeteilt worden.
Und während sich die Tanzfläche mehr und mehr füllte, war Amelie es, die sich geschickt durch die Paare hindurch wand. Bei ihr lief eben immer alles etwas anders, als bei anderen. Und genau das war es, was sie an ihrem Leben so sehr liebte. "Verzeihung", entschuldigte sie sich hier und da, als der eine oder andere kleine Rempler sich nicht vermeiden ließ.
Eine Weile hatte es gebraucht, die Tanzfläche zu verlassen und zu deren Rand zu gelangen. Dorthin, wo die Stehtische für die Durstigen bereit standen. Amelies Schritte trugen sie an den Tischen entlang. Hier wirkte es - im Gegensatz zur Tanzfläche - recht übersichtlich.
Und so dauerte es auch nicht lange, bis sie ihn sah. Den Mann mit der passenden Karte in der Einstecktasche seines Gehrocks. Leise räusperte sie sich, als sie sich ihm näherte. "Bitte verzeiht mir meine Ungeduld", setzte sie an. "Aber wenn Musik erklingt, kann ich einfach nicht anders, als zu tanzen". Sie hatte den Kopf leicht anheben müssen, um dem hochgewachsenen Mann beim Sprechen in die Augen sehen zu können. Er kam ihr nicht bekannt vor. Aber das war auch kein Wunder. War Amelie doch lange Zeit andernorts unterwegs gewesen und auch hier stand das Leben nicht still.
"Ich hoffe doch sehr, dass Ihr noch immer gewillt seid, mit mir zu tanzen", ließ die Nymphe wissen, dass sie durchaus interessiert war.