Die Bardin freute sich sichtlich darüber, als die Tänzerin sich bereit erklärte ihr beim Einhalten des Versprechens zu helfen. „Das ist auch das Ziel und ein Risiko mit dem er hätte rechnen müssen. Eine Bardin zu beleidigen kann schon mal zu unerwünschten Liedern führen.“ Sie horchte nach den Vorschlägen von Atashkada und stellte noch eine weitere Überlegung an bezüglich des Refrains.
"Mäh, macht der Hirte, wenn er Hörner sieht,
Weil sein Verstand vor den Schafen flieht!
Er hat seinen Kopf auf der Weide vergessen,
Dort hat ihm wohl ein Hammel gefressen!
Mäh, mäh, mäh … stolzer Tropf
Wie viel Wolle steckt in deinem Kopf?
Mäh, mäh, mäh … feiner Herr,
Von Anstand weißt du gar nichts mehr!
Nein, nein nein ... lass es sein
keine will dein Schäfchen sein"
Während sie sprach klapperte schlug sie ein paar Mal mit den Hufen auf um zu testen, wie es sich mit dem Takt verhielt. „Das könnte gehen.“ Als es um den Tanzpartner ging, gab die Tänzerin zu, dass er durchaus charmant war. „Das … klingt doch gar nicht so übel“, kommentierte sie die Aussage, wagte es jedoch nicht weiter nachzufragen. Männer waren ein heikles Thema, da musste man nicht unbedingt noch hinein bohren. Viel lieber tastete sie noch einmal über ihre im Flackerlicht matt glänzenden Hörner, als die Andere meinte, sie würden ihr gut stehen, fast so als wäre sie eine Königin, die gerade dabei war ihre Krone zu richten. Bei den Worten, dass sie wohl die richtige Entscheidung getroffen haben musste, nickte sie vorsichtig. „Nun ja … es war wohl absehbar, dass es auf Dauer nicht gut gehen kann. Die … Mätresse eines verheirateten Barons zu werden, war wohl nicht die beste Entscheidung, die ein Kind des Waldes treffen konnte. Aber … es ist manchmal echt verrückt, was man aus Liebe so alles tut.“ Diese Worte meinte sie ganz ehrlich und unverblümt. „Aber etwas gutes hatte es dann doch.“ Sie machte eine kurze Pause für den dramatischen Effekt. „Ich bekam die schönsten Kleider, die man sich nur vorstellen konnte … und Schmuck. Damit hätte ich wohl für den Rest meines Lebens nicht mehr hungern müssen, hätte ich nicht alles dort gelassen.“ Sie verzog das Gesicht. Wieder eine Entscheidung, die wohl vielleicht ein bisschen dumm war.
„Na gut, dann ist es ein Name den eure ganze Familie trägt“, sprach sie über das Feuer des Nelio, das wohl doch kein Ort war, „So etwas gibt es in meiner Familie nicht. Ich selbst habe nur den Beinamen Aschemond, der jedoch mit dem Bau meiner Lyra zusammen hängt. Es ist eine Art heimisches Ritual, eine Weihe wie man es nennen kann. Ansonsten ist meine Familie an verschiedenen Orten des Waldes verstreut. Und auch in anderen Wäldern und Orten. Dafür sind wir von recht unterschiedlichen Wesen des Waldes umgeben. Wie … den Nymphen zum Beispiel oder … Feenelfen. Mein bester Freund ist einer von ihnen. Der hat jedoch nur Unsinn im Kopf.“ Sie schüttelte lachend den Kopf, angesichts des Gedanken über ihn. Weiterhin lauschte sie den Worten die sie über ihre Familie sprach. „Kein rothaariger Flammenwerfer also...“, wiederholte sie noch einmal. Dann war Vaelon wohl nicht Teil ihrer Familie.
Tashas Worte über die Liebe klang plausibel. Sie war jedenfalls niemand der im Namen der Liebe alles was sie ausmachte aufzugeben gedachte. Aber man konnte gut reden, wenn man bisher noch nie verliebt war. Wieder ging es zu der Geschichte mit den roten Schuhen und ein wenig war sie irritiert über ihre Worte. „Wie … soll ich es denn sonst erzählen? Ich … finde die Geschichte an sich schon schlimm genug, da braucht es nicht auch noch einen Heulkrampf.“ Auch sie schüttelte den Kopf. Das hätte ihr gerade noch gefehlt. „Ich kenne weder das Mädchen, noch weiß ich etwas über den Verbleib dieser Schuhe und ob es die wirklich gibt oder nicht.“ Sie warf einen Blick hinunter zu ihren Hufen. „Ich denke … ich wäre wohl eine der Wenigen, die von diesem Fluch verschont bleiben würde. Denn so etwas wie Schuhe brauche ich doch gar nicht.“ Sie hob wieder ihren blonden Schopf und blickte zu der Anderen. „Nun gut … ihr könnt gerne aus der Geschichte gerne machen, was ihr wollt und sie verändern, wie es euch beliebt.“ Was sollte sie sonst noch dazu sagen. Im Grunde war es ihr gleich.
„Vielleicht sollten wir uns wieder auf das Lied konzentrieren“, lenkte sie geschickt ab, „Wie klingt das?
Hier steh ich froh im Frühlingskleid,
die Hörner poliert, das Haar glänzt wie Seid´
Die Menge schweigt im bunten Band,
Da tritt er vor, mit der Kart in der Hand
Sein Händedruck ist schlaff und kalt,
Ein dunkler Rock, ganz speckig und alt.
„Ganz ansehnlich“, so krächzt er frei,
Wenn bloß mein haar’ges Bein nicht sei!“