Posts by Tara

    Tara registrierte den Tumult an der Tür nur aus dem Augenwinkel. Abgerissene Kerle, wie der, der kurz zu ihnen herüberstarrte, bevor er in den Schatten des hinteren Raums verschwand, war in der „Schwarzen Katze“ wahrlich kein seltener Anblick. Dennoch entging ihr nicht, dass Daerid für einen Sekundenbruchteil seine Aufmerksamkeit dorthin lenkte-

    Sie wandte sich wieder ihm zu.

    „Informationen also“, wiederholte sie leise, mit einem kaum zu überhörbaren, ironischen Unterton in der Stimme und trommelte dabei mit den Fingerspitzen auf die Tischplatte.

    „Ich bin erst seit gestern Abend wieder in Nir’alenar. Die Winde haben mich hier her geführt, ohne Plan und ohne Ziel."

    Sie hielt inne und beobachtete seine Reaktion.

    „Das war eure erste Frage. Und die zweite? Wollt Ihr wissen, ob ich etwas Bestimmtes gesehen habe oder hättet ihr lieber etwas allgemeinen allgemeinen Klatsch ?“

    Dabei schob sie fast beiläufig den Stapel Karten wieder in die Mitte, obwohl sie bereits wusste, dass sich mit Daerid hier sicherlich kein erquickendes Spiel auftun würde. Sie warf einen Blick zum hinteren Teil der Spelunke, wo der abgerissene Kerl verschwunden war. Wahrscheinlich hätte sie mit dem Typen mehr Spaß haben können, als mit diesem unterkühlte Geplänkel hier am Tisch.

    So wie Darids Augen Taras Bewegungen verfolgten, so ließ sie ihn nicht aus den Augen. Der Kerl war alles andere als durchschaubar. Und genau das störte Tara mehr, als sie es sich selbst eingestehen würde. Keine Regung, arrogantes Gehabe gegenüber der Bedienung – und so richtig schien ihn das Spiel auch nicht zu interessieren.

    Sie kniff die Augen zusammen.

    Was wollte er dann hier?

    Ihr Blick glitt zu den Karten, die er eine nach der anderen aufdeckte.

    Die 6 landete gegenüber der 4. Eine Frage für Daerid. Die 8 fand ihren Gegner in der 10. Sehr gut, diese Frage ging an Tara.
    Und der Bube schlug ihre 7. Etwas missmutig rümpfte die Rothaarige die Nase.

    „Das Glück ist hold mit euch. Zumindest, so lange wir um Informationen spielen.“

    Sie tippte mit der Fingerkuppe auf die 10.

    „Meine Frage steht. Was glaubt ihr hier zu finden? Ein Rausch ist es nicht, eine Dirne ist es nicht… und.." Ungeniert glitt ihr Blick langsam über ihn. Er passte in keine der üblichen Kategorieren. Kein Trinker, kein Spieler, kein Freier,.. keine Stadtwache. ".. ihr wirkt auch nicht, als würden die Karten euch wirklich locken.“

    Diesmal legte sie den Kopf etwas schief, ihre meergrünen Augen musterten ihn weiter. Ihre Stimme wurde leiser.

    „Und dann dürft ihr mir zwei Fragen eurer Wahl stellen. Zwei, nicht drei.“

    Tara kniff die Augen zusammen. Der Kerl hatte nicht einmal seine Karte angesehen. Aber Fragen hatte er dafür genügend. Ob er von Stadtwache war? Die stellten auch immer viele Fragen. Allerdings traten die auch rüpeliger auf und hätten nie und nimmer eine Verneigung angedeutet..

    Die Rothaarige schob die rote Zwei zurück ins Deck. Daerids Karte ließ sie unangetastet vor ihm liegen.

    "Das sind gleich drei Fragen, werter Daerid. Ihr geht ganz schön ran."

    Sie legte zwei weitere Karten vor ihn hin. "Drei Fragen, drei Karten." Fügte sie erklärend hinzu, bevor sie drei Karten vor sich ablegte. Sie zog langsam. Fast genüßlich.

    Eine Vier.

    Eine Zehn.

    Und eine Sieben.

    Nicht schlecht, nicht gut. Die Chancen standen für beiden nicht schlecht, eine Frage beantwortet zu bekommen. Und je mehr die Rothaarige ihr Gegenüber beobachtete, desto neugieriger wurde sie. Sie griff nach ihrem Humpen, nahm einen kleinen Schluck und stellte ihn wieder ab.

    Dann hob sie den Blick.

    „Ihr seid dran“, sagte sie ruhig und deutete mit zwei Fingern auf die Karten vor ihm. „Dreht um.“

    Tara beobachtete, wie Daerid sich setzte, als würde er nicht einfach einen Stuhl nehmen, sondern eine Position einnehmen. Dieses Lächeln… glatt, bewusst… fast wie vor dem Spiegel geübt. Die Goldmünzen rollten über das Holz, blieben zwischen Rumflecken und Karten liegen.

    „Reizvoll, hm?“ Sie zog eine Braue hoch, diesmal deutlicher. „Kommt drauf an, was man sich anschaut. Aber … damit wir uns nicht falsch verstehen…“ Ihr Blick blieb einen Moment an seinem Lächeln hängen.

    „Ich bin keine Dirne – und schon gar nicht für einen Humpen Rum zu haben.“ Der Blick der Rothaarigen wanderte kurz nach unten, als prüfe sie, ob ihr Hemd vielleicht eine andere Sprache sprach. Dann wurde ihr Lächeln breiter. Gerade so, als hätte sie damit alles Wichtige gesagt und könne nun zum spaßigen Teil des Abends kommen. Ihre Hand legte sich auf die Goldmünzen und zog sie näher zu sich.

    „Aber ich kann euch gratulieren – ihr habt gerade euren Einsatz für ein kleines Spiel gezahlt.“ Die Rothaarige mischte die Karten noch einmal durch, geübt und schnell, und legte schließlich eine verdeckte Karte vor Daerid auf den Tisch.

    „Einfache Sache. Habt ihr die höhere Karte, nenne ich euch meinen Namen. Habe ich die höhere Karte, sagt ihr mir, was so ein hübscher Kerl wie ihr in einer Spelunke wie dieser sucht.“ Im selben Moment zog Tara ihre eigene Karte.

    Ein kurzer Blick darauf – und sie verzog das Gesicht. Mit einer fließenden Bewegung warf sie die Karte auf den Tisch.

    Eine rote Zwei. Schlechter hätte es für die Piratin kaum laufen können.

    „Mein Name ist Tara, werter Daerid.“ Ihr Grinsen kehrte zurück, schief und ein wenig herausfordernd.

    „Und es sieht aus, als meinten es die Karten heute gut mit euch.“ Tara lehnte sich zurück. „Also,.. nutzt euer Glück. Was wollt ihr wissen?“

    Die Wirtin musste Taras Glückssträhne registriert haben. Der neue Humpen war fast schon schneller auf dem Tisch als es Tara lieb sein konnte. wollte aber sofort bezahlt werden. Offenbar wußte die Wirtin, dass das Glück an solchen Abenden auch sehr schnell flüchtig sein konnte.

    In einer unbeholfenen Bewegung strich die Piratin sich das rote Haar aus dem Gesicht und führte den Humpen an die Lippen.

    Rum war ein Stück Heimat. Rum war das Knarzen der Planken unter den nackten Füßen, Rum war der salzige Wind, der einem die Gedanken aus dem Kopf blies. Rum war der dreckige Dreispitz einer alten Erinnerung. Rum war der Lärm eines Sieges und die Stille danach. Rum war tröstend, wärmend.. und..

    Energisch stellte Tara den Humpen wieder auf den Tisch.

    Genug davon.

    Sie war zum Spielen hier, nicht um sich Selbstmitleid und alten Erinnerungen zu baden.

    Offenbar fanden ihre Karten heute keine weiteren Mitspieler. Geschickt ließ sie sie noch einmal durch die Finger gleiten, sah sich in der Hafenspelunke erneut um und... Halt. Hatte der große Kerl schon die ganze Zeit da gestanden? Warum sah er sie so an? Sah er sie überhaupt an?

    Tara hob das Kinn. Er wirkte ... falsch an diesem Ort. Zu aufrecht, zu sauber, zu nüchtern.

    "Wer nicht spielt, verliert auch nicht." Sprach sie in seine Richtung. Kaum merklich hob sich eine Braue. Ihr Lächeln wurde frecher. ".. oder seid ihr einer der lieber nur... zuschaut?"

    Alles gut. Ich denke, wir ticken da spieltechnisch eh unterschiedlich. Ich denke meine Figuren in einzelnen Momenten, nicht in epischen Geschichten.

    Der Aufruf gilt aber weiterhin als niederschwelliges Angebot für jeden der Lust hat. Tara bietet einen leichten Einstieg, etwas Kurzweil und am Ende kann man immer noch Sarandir Eisenklinge überfallen. ;)


    Bitte zerredet es nicht noch weiter. Gale/Vaelon wird schon einen passenden Enstieg für sich finden. :angel:

    Sorry, mir war nicht bewusst, dass das Spielprinzip hier nicht ganz so bekannt ist. Ich habe tatsächlich nie anders gespielt. :cover:

    Valea hat es ja schon gut erklärt:

    Ortstrennung-> Gasthäuser, Geschäfte, Paläste etc. stehen im Endeffekt immer der Allgemeinheit offen. Wer z.B. die Vogelhandlung besuchen will, besucht sie. Brennan wird (hoffentlich) reagieren.

    Szenentrennung -> entscheidet sich ein Spieler für eine eigene Szene, in diesem Fall mein Glücksspiel, ist der Ort erstmal egal, es zählt rein das, was man spielen will und es wäre schön, wenn nicht jeder ungefragt reinplatzt. (sofern man nicht um allgemeine Teilnahme gebeten hat).

    Orvaine wird - wenn sie nicht selbst Lust hat, am Glücksspiel teilzunehmen - also nicht in dem Thread benötigt. Man schreibt halt, dass man noch ein Bier bekommen hat und es ist total unnötig, wer wie das Bier vorbeigebracht hat. Kein Warten, nur lockeres, unverbindliches Spiel. In dem Tara vielleicht ein wenig sie Richtung vorgibt.

    (Beispiel: Glücksspiel - in der Szene ging es z.B. darum, wie Tara an ihre Pistole kam. Das Gaststättenleben ging inzwischen ganz normal in dem Thread weiter - Die Schwarze Katze. Wenn es euch tatsächlich so schwer fällt, da eine Trennung zu erkennen, ändere ich den Namen der Schenke halt ab und Tara sitzt wieder in der schwarzen Katze. Scheint mir grade tatsächlich einfacher. Für die Zukunft sollte das Spielprinzip aber bekannt sein.)

    Leider muss ich dir sagen, dass du es grade verkompliziert.

    Die Szene habe ich absichtlich frei von einer Örtlichkeit gehalten, um es übersichtlich zu halten. Nur das Glücksspiel. Es spielt unabhängig von den derzeitigen Geschehnissen in der Taverne. So habe ich es immer gehalten und würde es auch gerne fortführen, da man meiner Meinung ansonsten das Spiel im eigentlichen Geschäftsthread behindert.


    Und noch zur Fairness: ich dpiele entweder mit Gale oder mit Vaelon. Ich gehe nicht mit 2 Charsktern eines Spielers in einen Thread.

    Wieso Tara ausgerechnet wieder einmal in der „ Schwarzen Katze“ gelandet war, wusste sie selbst nicht so genau.
    Es hätte ebenso gut jede andere Kneipe sein können.
    Jede andere Kneipe, die ihren Gästen nicht allzu genau auf die Finger sah.

    Es gingen Gerüchte um, dass man im „Korallenriff“ im Händlerviertel Glücksspiel nicht mehr besonders gern sah.
    Ob da etwas dran war, wusste Tara nicht.
    Zu lange war sie nicht mehr in Nir’alenar gewesen. Und dass der Wind sie überhaupt wieder hierher geweht hatte, glich ohnehin mehr einem Zufall – oder einer schlecht beschilderten Wegkreuzung – als einem echten Wunsch, in dieser Stadt zu verweilen.

    „Kommt schon! Noch eine Runde!“, forderte die Rothaarige die beiden Männer auf, die ihr gegenübersaßen und die für diese Uhrzeit noch erstaunlich nüchtern wirkten. Doch die schüttelten nur entschieden den Kopf, kippten den letzten Schluck aus ihren Krügen in sich hinein und standen auf.
    Ohne einen weiteren Blick auf die Karten. Oder auf Tara. Feiglinge.

    „Jungs, das war's? Ehrlich?" Ein schiefes Lächeln. „Ich dachte, ihr bringt’s länger.“

    Tara sah ihnen einen Moment nach, dann wanderte ihr Blick zurück zum Tisch.
    Zwischen Bierlachen und Rumflecken hatte sich ein kleiner Berg aus Münzen angesammelt.

    Ein schiefes Grinsen zuckte über ihr Gesicht.

    Die Krabben würden reichen, um die nächsten Tage zu überstehen.

    „Rum!“, rief sie der Wirtin zu, während sie den Großteil der Münzen in ihrem Beutel verschwinden ließ. Der Beutel wurde angenehm schwer.

    Ihr Kartenspiel packte sie nicht ein. Langsam nahm sie es wieder auf, ließ die Karten durch ihre Finger gleiten und mischte sie mit der Routine einer Frau, die mehr Nächte an Tischen verbracht hatte als in Betten.
    Ihr Blick hob sich dabei immer wieder, glitt durch die Taverne – prüfend, suchend.

    Irgendjemand würde schon noch glauben, heute Glück zu haben.

    Und Tara hatte Zeit.

    Hey, geplant habe ich nichts - und für einen Palastraub braucht Tara Leute, denen sie vertraut. Soweit ist sie bei jemandem, der direkt mit „lass uns einen Palast ausrauben“ einsteigt, dann doch noch nicht. 😄
    Aber:
    Wenn dein Charakter sich traut, können wir gern kleiner anfangen.
    Eine Runde Glücksspiel in irgendeiner schäbigen Kaschemme würde ihr deutlich besser gefallen. Und dabei lernt man potentielle Verbündete auch besser kennen. :rolleyes:

    Trara! Tara ist wieder da!
    Und sie sucht Anschluss – sei es für eine kurze Begegnung, ein kleines Chaos zwischendurch oder was auch immer.

    Vorwarnung:
    Sie ist Piratin.
    Sie trinkt Rum, als wäre es Wasser. Sie liebt Glücksspiel. Und sie hat ein erstaunliches Talent dafür, anderen dabei das Geld aus der Tasche zu ziehen.

    Manchmal ist sie laut, manchmal überraschend leise.
    Und nicht immer ist ganz klar, ob man ihr trauen sollte. (Spoiler: eher nicht.)

    Wer sich darauf einlassen will – ich beiße… meistens nicht zuerst. ;) ●●

    Den Erklärungen des Kräuterweibs hörte Tara nur mit halben Ohr zu.
    Es interessierte sie nicht wie man Schwarzpulver herstellte, was man brauchte oder was es zu beachten gab. Sie interessierte sich nur für den Preis, den sie jemanden dafür zahlen musste, dass er diese Arbeit übernahm. Ausserdem hätte sie einer solch alten Vettel auch nicht wirklich vertraut, dass diese die richtige Zusammensetzung kannte.

    Während die Alte wog, redete, abmaß und noch mehr redete, wanderte Taras Blick also wieder über das Geschehen um sie herum. Und was sie diesmal sah, ließ ihre Augen größer werden und die Kinnlade eine Etage weiter nach unten sacken.
    Offensichtlich machte sich ein Feenelf gerade sein Späßchen mit dem Yassalar.
    Und für einen Augenblick wusste Tara nicht was sie tun sollte. Ein raues Lachen erstickte in ihrer Kehle, als dem Schwarzschuppigen Bröckchen von totem Fisch durch die Haare glitten. Doch wusste sie gleichzeitig, dass mit einem zornigen Yassalar nicht zu spaßen war.

    So drehte sie sich wieder zur Marktfrau um, die ihrerseits mit einer Flasche Rum winkte. Immernoch den mit Gammelfisch gespickten Yassalar in ihren Gedanken, schüttelte sie den Kopf.
    "Ich will nicht euren billigen Fusel. Habt ihr keinen Rum vom Silberfluss?" Konnte Tara ihr noch eben entgegen schleudern, als zwei Dinge gleichzeitig geschahen, die um Taras Aufmerksamkeit buhlten.
    Wäre es nur der Feenelf gewesen, der plötzlich über dem Stand der Kräuterfrau auftauchte und dessen Erscheinen durch einen lautstarken Ruf des Yassalars angekündigt wurde, so hätte Tara wohl ihre Steinschlagpistole genommen und das letzte bisschen Schwarzpulver was sie hatte, an diese Kreatur vergeudet.
    Doch der Mann, der neben sie getreten war und lautstark nach Rum krakeelte, lenkte Taras Aufmerksamkeit ab. So sehr, wie es sonst selten ein Mann bei der Rothaarigen schaffte.
    "Aran Eisenklinge.." Knurrte sie hinter zusammengebissenen Zähnen.

    "Krötenscheisse.." Wiederholte Tara und rollte mit den meergrünen Augen. "Davon hatte wohl der Yassal..." mitten im Satz verstummte die Rothaarige und grinste breit. Manches musste nicht ganz ausgesprochen werden.

    "Aber ich will auch nichts anderes anschauen, Mütterchen. Salpeter. Verkauft mir .. hmm.."
    Tara biss sich auf die Unterlippe. Ihr fiel auf, dass sie nicht den Hauch einer Ahnung hatte, wie viel Klivv von dieser Zutat brauchte. Angestrengt dachte sie nach. Der Rum, den sie eben noch bei Klivv zu sich genommen hatte, war noch in ihrem Blut zu spüren, verlangsamte ihre Gedanken.
    Sie schloss kurz die Augen. Vor einigen Monden hatte Klivv doch selbst aus Vogeldung Salpeter herstellen wollen. Wie viel der ekelhaften Exkremente hatte Tara doch gleich noch besorgt?
    6 bis 8 Kilogramm waren es sicherlich gewesen. Die Rothaarige schüttelte sich bei dem Gedanken daran kurz.

    "2 von den kleinen Säckchen, die ihr da hängen habt, sollten reichen. Glaube ich.." Antwortete sie und sah sich unsicher um.

    Der Yassalar hatte in der Zwischenzeit wieder das Gespräch mit dem rothaarigen Mädchen aufgenommen. Die Kleine sah irgendwie aus, als würde ihr die Situation nicht behagen. Für einen Augenblick fühlte Tara Mitgefühl. Um dieses Gefühl schnell wieder zu verdrängen, sah sie sich erneut nach der Kräuterfrau um.
    "Ihr habt nicht zufällig auch Rum da?"

    "Ihr steht im Wege." Antwortete Tara trocken und schien von der Drohgebärde des Yassalar völlig unbeeindruckt.
    "Wenn ihr euren hübschen Hintern nur ein wenig mehr nach links bewegen würdet, dann wäre mir schon geholfen." Auch Tara entblößte ihre Zähne. Allerdings zu einem hinreißenden Nixenlächeln - was gleich darauf wieder erstarb.
    Sie hatte keine Lust sich mit irgendjemanden anzulegen. Weder mit einem Yassalar, der meinte sich beweisen zu müssen, noch mit irgendeiner anderen der zwielichtigen Gestalten des Nachtmarktes.

    So versuchte sie sich an Zeciass vorbei zu schieben und warf Fanir einen bedauernden Blick zu. "Entschuldigt, ich störe eure Unterredung nicht länger, ich will nur eben.."
    Endlich stand sie vor dem Stand des Kräutermütterchens und atmete tief durch. Was sollte sie gleich noch besorgen?

    "Hey, Mütterchen! Kann ich bei euch Salpeter kaufen?" Rief sie der Kräuterfrau in einem Ton entgegen, mit dem sie der Yassalar mit Sicherheit bereits beim ersten Wort gehört hätte.

    Hinter Zeciass breitem Kreuz räusperte sich jemand. Einmal. Zweimal.

    "Entschuldigung, könntet ihr vielleicht einen Schritt...!" Die Frau, die Fanir und Zeciass Unterhaltung störte machte eine ausladende Bewegung zur Seite. Doch niemand reagierte.

    Tara hatte sich gleich von der Höhle des Rattenfängers auf zum Nachtmarkt gemacht. Warum sollte man eine Besorgung auch aufschieben? Andere Pläne hatte sie für den heutigen Tag ja sowieso nicht.

    Dummerweise bedeutete das auch, dass ihre Steinschlagpistole mit der letzten Ladung Schießpulver, die sie noch hatte, gefüllt war. Es war also besser, wenn sie heute ausnahmsweise auf dem Nachtmarkt mal nicht in Schwierigkeiten geriet. Da ihre rote Mähne aber sonst bereits von weitem "Schwierigkeiten" zu rufen schien, hielt sie ihr Haar weiterhin unter dem dunklen Kopftuch versteckt.

    Der Schwarzschuppige schien sie noch immer nicht zu hören. Kein Wunder, so wie das Kräuterweib um sich spie.
    "Entschuldigung!!" Sprach die Piratin noch einmal im energischen Tonfall und tippte dieses Mal dem Mann, der nicht viel größer war als sie, auf die Schulter.