- Liaril -

Liaril, die Sternengeborene, Mutter aller Elfen und Hüterin des elfischen Lebens, wird von allen Elfen in den höchsten Ehren gehalten. Einst, zu Anbeginn der Zeit, teilte sich die Göttin der Elfen die Aufsicht über ihre Kinder mit ihrer Schwester Zi'llail, die die Dunkelheit zu ihrem Licht war, zwei Mächte, die einander ergänzten und in ihrem gemeinsamen Ziel verbunden waren. Doch der Friede zwischen den Schwestern wurde zerstört, als Shirashai damit begann, Zi'llail vergiftete Worte in das Ohr zu flüstern, wenn diese schlief. Wenn Zi'llail erwachte, spürte sie den Groll gegen ihre lichte Schwester und sie neidete ihr die Aufmerksamkeit aller Elfen, die ihr soviel größer zu sein schien, als die Verehrung, die ihr selbst entgegen gebracht wurde. Das Herz der dunklen Göttin wurde immer schwärzer und schwärzer, bis eines Tages der offene Konflikt zwischen beiden Schwestern zum Ausbruch gekommen war und Zi'llail, die sich düstere Verbündete, dämonische Gestalten aus dem Meer, zu ihrer Unterstützung gesucht hatte, den Versuch unternahm, Liaril zu vernichten. Für diese Tat verbannte man die dunkle Göttin der Elfen unter das Meer, in dem sie nun ihre eigenen Kinder, die Yassalar, gebar.
Nun ist die Sternengeborene, die aus dem Licht der Himmelskörper geboren worden ist, die alleinige Mutter aller Elfen. Ihr Wesen ist gleichermaßen sanft und schützend, wie es einer Mutter gebührt, doch sie wird ebenso in der Form einer Kämpferin verehrt, deren Schwert mit tödlicher Präzision zuschlagen kann und die in eine Rüstung aus reinem Diamant gekleidet ist. Liaril, die Eriadne nicht unähnlich ist und ihr von ihrem Wesen her seit jeher zugetan war, ist eine vehemente Streiterin gegen die Dunkelheit und die Yassalar und lehrt ihren Kindern mit Hilfe ihres Gemahles Andralor die Kunst des Kampfes und der Verteidigung, um sie auf den Tag vorzubereiten, an dem die Yassalar wieder aus dem Meer herausdrängen werden, um sich an das Licht zu wagen und die Welt mit ihrer Boshaftigkeit zu überziehen.

Die Sternengeborene erscheint mit bleicher, beinahe silbriger Haut und fließendem Haar, das sie wie ein Schleier bedeckt und in der gleichen Farbe über ihren schlanken Rücken fließt. Ihre Augen sind von dem tiefen Blau der Saphire und wer sie erblickt, der wird ihren Anblick niemals wieder aus seinem Gedächtnis streichen können. Doch die Sternengeborene erscheint nicht allein als verführerische Frau in einem leichten Kleid nach der Art der Elfen, sondern auch als starke Kriegerin in ihrer diamantenen Rüstung, wird dabei jedoch immer von schwebenden Sternen umgeben, die ihren Körper einhüllen und zum leuchten bringen.
Ihr Symbol ist ein Vollmond, der von acht glitzernden Sternen umgeben wird und somit auf ihre Natur hinweist.

Die Priesterschaft Liarils hat gleichermaßen eine Funktion als Heiler, die Leben retten und schützen, als auch die Funktion von Sehern inne, die Visionen und Einblicke in eine ferne Zukunft erlangen können, wenn es dem Schutz ihres Volkes dient. Ein jeder von ihnen ist im Umgang mit Klinge und Langbogen versiert, wobei sie für gewöhnlich die neumodischen Schusswaffen ablehnen und lieber bei traditionelleren Waffen bleiben. An sich liegt ihnen die Erhaltung der elfischen Traditionen sehr am Herzen und sie arbeiten unermüdlich für ihren Fortbestand.
Liarilpriester kleiden sich in nachtblaue Gewänder, auf denen silberne Sterne schimmern und verehren ihre Mutter in einer Kombination aus feierlichen Gesängen und komplizierten Ritualen, die von anderen Wesen kaum nachvollzogen werden können und auf die die Natur selbst zu reagieren scheint. Ein Liarilpriester verschreibt sich seiner Göttin mit Herz und Seele und nur wenige von ihnen wählen einen festen Partner, um die Hingabe an ihre Göttin nicht mit anderen Gefühlen zu verunreinigen.

Nur sehr wenige große Tempel sind jemals zu Ehren Liarils errichtet worden, denn die Sternenmutter bevorzugt es, wenn ihre Kinder sie unter keinem anderen Dach, als jenem des Himmels verehren, der sich über ihnen in die unendliche Weite erstreckt. Besonders in Vollmondnächten, in denen Shirashais Dunkelheit von dem Licht des Mondes durchbrochen wird, finden die wichtigsten Rituale auf freien Waldlichtungen statt, denn diese Nächte verkörpern Liarils Wesen und ihre Ziele wie keine andere. Das Licht des Mondes gibt Hoffnung und vertreibt das Dunkel, so wie es die Göttin anstrebt.
In Städten, in denen sehr viele Elfen leben, gibt es jedoch einige Tempel, die zu Ehren der Elfenmutter aus feinem, weißem Marmor erbaut werden und die feine Struktur und das zerbrechliche Wesen der elfischen Baukunst aufweisen. Eine Besonderheit dieser Tempel, in denen gerne die elfische Entstehungsgeschichte als Verzierung dient, ist der große, freie Platz hinter dem Tempel mit jenem Brunnen, in dem sich das Mondlicht spiegeln kann und von dem man sagt, dass jeder, der hineinblickt, sein eigenes Schicksal sehen wird. Außerdem gilt das Wasser darin als heilkräftig und wird nach jeder magiespendenden Vollmondnacht in kleine Phiolen gefüllt, die dann als Medizin dienen und auf Wunden aufgetragen werden, um sie zu heilen.

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