- Die Geschichte der Klingentänzer -

Die Feuertaufe für die Schwertkämpfer kam in der Nacht zum Jahreswechsel ins Jahr 466. Eine große Feier wurde am Hofe des Königs Alirendras gehalten. Elfen aus allen Ecken der Insel Nir’alenar waren eingeladen worden, selbst angesehene Elfen aus Ländern jenseits der Ozeane waren geladen. Die Feier sollte berauschend werden. Aber etwas anderes hatte das genaue Gegenteil geplant und wollte die Feier nutzen, um dem elfischen Volke, das Grauen wieder bei zu bringen. Als die Feier auf dem Höhepunkt war, geschah es.
Wie aus dem Nichts erschienen schattenhafte humanoide Wesen und begannen ein regelrechtes Massaker unter den Besuchern anzurichten. Aber die Elfen waren nicht ohne jeglichen Schutz. Daylaron und seine Männer und Frauen waren unter den Gästen. Alle bewaffnet und bereit, jeden Angreifer zu vernichten. Sie leisteten heldenhaften Widerstand. Ein Angreifer nach dem anderen fiel ihnen zum Opfer und es gelang ihnen, den König und seinen Hofstaat vor ernsthaftem Schaden zu bewahren. Sie fielen wie Heuschrecken über die Angreifer her, erledigten sie so schnell es ihnen möglich war. Nach einer Stunde war der Kampf vorbei. Daylarons Haufen war bis auf vier seiner Kämpfer dezimiert aber die Angreifer hatten alle ihr Leben verloren. Überall lagen die Toten und Verletzten. Es war ein Anblick, den man nicht vergessen würde. König Alirendras aber war erleichtert. Es gab nun eine Gruppe von Kriegern, die bewiesen hatte, dass man die Schatten besiegen konnte.
Am nächsten Morgen trat der Rest des hohen Adels der Elfen zusammen. Daylaron und der klägliche Rest seiner Kämpfer wurden herbeizitiert. Man offenbarte ihnen, dass man ihnen eine wichtige Aufgabe übertragen würde. Gespannt hörten sie die Worte des Königs. Er verkündete, dass Daylaron der erste Schwertmeister seiner Leibgarde werden solle und gleichzeitig die besten Schwertkämpfer und Schwertkämpferinnen Beleriars um sich scharen sollte, damit er aus ihnen eine Waffe gegen die Schatten formen konnte. Niemals mehr sollte ein Elf Angst haben, im Dunkeln zu wandeln. Daylaron nahm diese Aufgabe mit Freuden an und er tat dies gewissenhaft und voller Tatendrang. Er wählte einen Namen für sich und seine Schüler, der für viele hundert Jahre, Schrecken und Angst in die Gegner der Elfen einfahren ließ. Die Klingentänzer. Ein jeder, der die Prüfungen erfolgreich absolvierte, durfte sich Klingentänzer nennen. Gleichzeitig musste er schören, dass Volk der Elfen zu schützen, auch wenn es das Ende seines eigenen Lebens bedeuten könnte. Mancher Gelehrte behauptet, dass dieser elfische Orden praktisch das Gegenstück zu vielen menschlichen Ritterorden darstellte. Nur dass kein Orden diese Form der Schwertkunst beherrschte.
Weit mehr als zweihundert Jahre gingen ins Land und die Klingentänzer waren eine feste Institution im Leben der elfischen Kriegskunst geworden. Sie stellten den Gipfel der Kampfkunst dar und es gab Nichts, was in einem Schwertkampf mit einem Klingentänzer bestehen konnte.
Nichts? Nein, leider war dies nicht die ganze Wahrheit. In einem fernen Land, weit weg von Beleriar, gab es einen Orden, der von einem Günstling Shirashais, mit Namen Bain-Hdel, angeführt wurde. Sie nannten sich „Die Klingen der Nacht“ und waren ein Orden von Kriegern und Kriegerinnen, die in der Einsamkeit einer steinernen Wüste in einem alten Tempel die hohe Kunst des Kampfes erlernten. Im Gegensatz zu den Klingentänzern aber, hatten sie keinen Kodex und sie nutzten jedes nur erdenkliche Mittel, um ihren Gegner zu besiegen. Die Göttin der Nacht besuchte sogar in unregelmäßigen Abständen ihre Schwertkämpfer. Sie hatte Gefallen an dem Gedanken gefunden, eine Waffe zu formen, die sie gegen die Anhänger ihrer Schwester Eriadne einsetzen konnte und das Beste daran, war die Tatsache, dass sie überhaupt nicht in Erscheinung treten musste. Die Klingen der Nacht wuchsen innerhalb von drei Jahren zu einer mächtigen Organisation heran. Hunderte von ausgebildeten Schwertmeistern befanden sich in ihren Reihen und ihr Anführer Bain-Hdel begann seine Klauen nach wertvollen Zielen auszustrecken. Er war ein Mensch mit elfischer Abstammung und aufgrund seiner fast Raubtierhaften Mentalität von seiner Familie verstoßen worden. Diese Schmach konnte er nicht verwinden und er hatte lange Jahre auf Rache gesinnt. Rache, die ihn und seine Getreuen auf die Insel Beleriar im Jahre 673 führte, wo seine Familie nun lebte. Bain-Hdel brauchte nur wenige Wochen, um heraus zu finden, wo er seine Verwandten finden würde und er schickte Gebete des Dankes an seine Göttin, die ihn für die kommenden Aktionen segnete. Bain-Hdel war siegessicher und somit befahl er den Angriff auf das Jagdschloss der Elfenfürstin Niyilia, wo seine Cousine Shinae und sein Halbbruder Laynodil als Angestellte der Fürstin lebten. Shinae war eine Wasserzauberin und Laynodil ein angehender Klingentänzer. Bain-Hdel befahl seinen Kämpfern, das Schloss anzugreifen, seine Verwandten zu töten und keine Zeugen am Leben zu lassen.

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