![]() Ashiana ist ein Name, der unter den Wellen des Sternenmeeres nur geflüstert wird - und dies hat einen guten Grund, denn wer weiß schon, ob sich hinter einem harmlos aussehenden Fremden einer ihrer Spione verbirgt?Dies lässt bereits vermuten, daß Ashiana einen ausgesprochen hohen Bekanntheitsgrad besitzen muss und tatsächlich ist der Name der Hohepriesterin der Zi'llail in aller Munde. Schließlich ist sie diejenige, die über das große Reich der Yassalar herrscht und dabei vollkommenen Gehorsam und Ehrerbietung von ihren Untertanen erwartet. Ihr Ruf könnte dabei unter den Völkern Niel'Anors nicht unterschiedlicher sein. Denn so mancher Bewohner des Festlandes mag sie durchaus für eine Persönlichkeit halten, deren Bekanntschaft erstrebenswert wäre. Hier besitzt sie einen beinahe legendären Status, denn ihre Schönheit und ihre Intelligenz sind in aller Munde, ebenso ihr politisches Geschick und ihre vielzähligen Eroberungen. Hört man sich dagegen die Meinung eines Meeresbewohners an, der nicht zu den Yassalar gehört, so wird man erstaunt sein, wie sehr sich die Einschätzungen unterscheiden. Denn für die Bewohner des Meeresbodens ist Ashiana das dunkle Herz des Bösen, das Tag für Tag ihr Leben und ihre Familien mit seiner unersättlichen Gier nach Macht und Reichtum bedroht. Tatsächlich ist Ashiana der Mittelpunkt der Yassalar und mit ihrer scharfen Intelligenz dafür verantwortlich, daß sich ihr Reich stetig vergrößert. Dabei nutzt sie unermüdlich und skrupellos alle Mittel, mit denen Zi'llail sie so verschwenderisch ausgestattet hat. Dies wäre einmal natürlich ihre exotische Schönheit - die wenigsten Männer, die Ashiana einmal zu Gesicht bekommen haben, werden ihren Anblick jemals vergessen. Noch weniger haben ihr jemals widerstanden, wenn sie den Wunsch gehegt hat sie zu verführen - und wer dies vollbracht hat, hat meistens nicht mehr lange genug gelebt, um davon erzählen zu können. Dabei inszeniert Ashiana sich jederzeit gekonnt und mit möglichst großem Aufwand, wobei sie ein untrügliches Gespür dafür besitzt, wenn sie auf welche Art und Weise am geschicktesten beeindruckt. Dies beginnt schon an jedem Morgen, wenn sich die große Muschel, auf der sie über ihrem Volk thront, öffnet und Ashiana darin in königlicher Haltung zum Vorschein kommt. Wenn sie reisen muss, so geschieht dies in einer Sänfte aus Korallen, die von attraktiven, männlichen Sklaven getragen wird, die ihrer Herrin ohnehin jeden Wunsch von den Augen ablesen, ohne daß sie sich jemals bemühen müsste, auf andere Weise mit ihnen zu kommunizieren. Spricht Ashiana schließlich mit den Würdenträgern eines anderen Volkes, so klingt ihre Stimme dabei stets dunkel wie schwarzer Samt, der sich um sein Opfer schmiegt und es einwickelt, ohne daß es sich dessen bewusst ist. Es ist keine Frage - die schöne Yassalar mit dem langen, weißen Haar ist gefährlich - wenn nicht durch ihre von Zi'llail gegebene Macht, dann sicherlich allein durch ihre Aura, die es ihrem Gegenüber gar nicht erst zu Bewusstsein kommen lässt, was ihm wohl gerade geschieht und welche Bedeutung dies haben mag. Allerdings wird Ashiana von ihrem eigenen Volk nicht nur verehrt, sondern auch berechtigterweise gefürchtet. Schließlich ist bekannt, daß sie kein Versagen duldet und es mit unerbittlicher Härte straft. Ebenso bekannt ist die Tatsache, daß Verrat an ihrer Person tödlich endet und sie bisher noch jeden gefunden hat, der es gewagt hat, sich ihr zu widersetzen. Schon seit über 350 Jahren führt Ashiana den Krieg gegen die Mira'Tanar an und hat ihnen empfindliche Schläge versetzen können. Doch in letzter Zeit haben sich ihre Augen sehr oft auf die Insel Beleriar gerichtet, wobei besonders Fürst Aranil Falkenauge ihr Interesse geweckt hat. Ein solch ehrenhafter und durchaus attraktiver Mann würde schließlich eine sehr interessante Marionette abgeben. Und vielleicht wäre es sogar möglich, die Kuppel über der Stadt bestehen zu lassen, wenn ihr in ihrem Namen darüber herrschen würde. Es ist kein Wunder, daß selbst Narion mittlerweile ein Auge auf Ashiana hat. |