- Die Diebesgilde von Nir'alenar -

Die Geschichte der Diebe von Nir'alenar

Nir'alenar, die Stadt unter dem Sternenmeer ist eine große Stadt, sie hat viele Einwohner verschiedener Rassen und Interessen. Manche dieser Bewohner haben jedoch Interessen, welche nicht zu vereinbaren sind mit dem Gesetz, man nennt sie auch Langfinger, Besitzumverteiler oder schlicht und einfach Diebe. Einige dieser Bewohner kamen deshalb auf die Idee sich in Gruppen zusammen zu tun, denn mit vereinten Kräften kann man viel mehr erreichen als die wenigen Einzelkämpfer, die immer noch nicht den Vorteil erkannt haben, dass es besser und auch gesünder ist, sich einer der Gruppierungen im Geschäft in den Schatten an zu schließen.
Ursprünglich gab es nur eine große Gilde der Diebe in der Stadt, durch interne Machtkämpfe des Rates der Schatten, trennten sich einige der Anführer und begannen mit ihren Getreuen ihr eigenes Süppchen zu kochen. Manche mit Erfolg, Andere endeten im Kerker oder hauchten ihr Leben am Galgen oder auf dem Richtblock aus. Die meiste Zeit bekommt der normale Bürger nicht viel mit von den Aktivitäten der Langfinger, die kleinen Taschendiebe und Trickbetrüger sind im Grunde harmlos, außerdem hat die Wache der Stadt ihr wachsames Auge überall in der Stadt. Überall? Nein nicht wirklich, dafür ist die Stadt einfach zu groß, die Diebe zu gerissen, wenn es der Wache gelingt einen Dieb zu erwischen, handelt es sich meistens nur um einen Anfänger im Diebeshandwerk. Zu selten in all den vielen Jahren ist der Wache ein wirklich wichtiger und einflussreicher Geselle der Zunft in die Finger geraten. Aber kommen wir nun zu den einzelnen Gilden, von denen es vier bekannte gibt, der Rest ist nicht der Rede wert, da es sich meistens nur um kleine Gruppen oder Einzelgänger handelt.

Die Gilde der lautlosen Hand

Die Diebesgilde der lautlosen Hände ist die älteste Gilde der Stadt Nir'alenar. Sie ist etwa 130 Jahre alt und wurde von Mascar Alusha gegründet, einem Halbelfen dessen Vater einer der erfolgreichsten Glücksspieler und Trickbetrüger aller Zeiten war und dem niemand nachweisen konnte ,dass er ein Betrüger war. Mascar war ein geschickter junger Mann und durch den Einfluss seines Vaters gelangte er bald zu der Erkenntnis, dass es lohnender war, seinen Mitmenschen das Geld auf illegalem Weg aus der Tasche zu ziehen als ehrlich dafür zu arbeiten. Zwei Jahre lang brach Mascar in Häuser von Kaufleuten und Adligen ein, sammelte Reichtümer an und lebte ein gutes Leben bis er eines Nachts einen Traum hatte, in welchem er sich als Anführer einer großen Organisation sah, welche effektiv und straff organisiert in den Schatten der Nacht arbeitete. Er grübelte lange und ausführlich über einen Plan, dann stand der Gründung einer Gilde nichts mehr im Weg.
Er begann einige viel versprechende Talente um sich zu scharen, brachte ihnen Alles bei, was er sich mühevoll selbst beigebracht hatte, teilte seine Schüler in kleine Gruppen auf und schickte sie auf kleinere Raubzüge durch die Stadt, dabei sorgte er stets dafür, dass die Gruppen in ihrer Besetzung regelmäßig wechselten, somit war gewährleistet, dass sich nach einiger Zeit alle Mitglieder kannten und eine eingeschworene Gemeinschaft entstand. Mascar gab seiner Organisation den Namen "Die Lautlose Hand" und schon bald bestand seine Gilde aus einhundert Männer und Frauen, die Alles taten, was er von ihnen verlangte. Das jedoch genügte ihm nicht. Er wollte seine Organisation noch größer machen. Aus seinen Anhängern wählte er in vielen Tests und Prüfungen die Besten aus, es waren sieben an der Zahl und übertrug ihnen gewisse Verantwortungs-bereiche, für welche sie ihm alleine verantwortlich waren. So entstanden Untergilden in der Hauptgilde. Die Untergilden waren die Gilde der Taschendiebe, der Einbrecher, der Betrüger, der Schmuggler, der Fälscher, der Mörder und die der Spione. Jede dieser Gilden hatte einen eigenen Stützpunkt in der Stadt und die Anführer jede dieser Gilden traf sich regelmäßig mit Mascar um zu planen und zu entscheiden. Im Laufe der Jahre wurde Mascar alt und müde, er suchte einen Nachfolger, da er selbst keinen Sohn hatte, dem er die Diebesgilde anvertrauen konnte. Er begann heimlich nach einem Nachfolger zu suchen, er wollte niemanden aus seiner Gilde dafür, da er ihnen Allen nicht so recht traute. Schließlich wurde er fündig in dem jungen Denairu, einem Burschen aus armen Verhältnissen, der aber mit Intelligenz, Geschick und viel Charme gesegnet war. Denairu begriff schnell was der alte Mascar von ihm wollte und ergriff die Gelegenheit beim Schopf. Innerhalb von drei Jahren wurde er zur rechten Hand des alten Meisterdiebs. Als Mascar seiner Gilde endlich den Entschluss bekannt gab, kam es zu einem Streit der Unteranführer mit ihrem Anführer. Denairu wurde von Zalec, dem Anführer der Spione zum Messerkampf gefordert, wenig später bereute er diesen Entschluss und hauchte sein Leben dank einem Stich in die Kehle qualvoll erstickend am eigenen Blut aus. Die Anderen schworen daraufhin ihrem neuen Anführer die Treue und dieser herrschte lange Zeit, circa zwanzig Jahre, in denen die Gilden mehr und mehr Macht erlangten.

Yanuis Schrecken

Dies Alles änderte sich als Yanui in der Gilde aufgenommen wurde. Yanui war ein Halbyassalar, magisch begabt und hervorragend im Umgang mit Wurfdolchen und de Schwert. Er war machthungrig und es gelang ihm in der Gilde der Mörder schnell die Leiter hoch zu klettern. Er wurde zum stellvertretenden Anführer der Mörder, dass aber reichte ihm nicht. Mit Hilfe von fingierten Botschaften, geschickt gestreuten Lügen und Gerüchten brachte er den Anführer der Mördergilde in Verruf bei seinen Männern und Frauen, worauf diese ihren Anführer in der Nacht auflauerten und er am eigenen Körper erfuhr, wie gut sie im Umgang mit den Messern waren. Yanui wurde zum neuen Anführer der Mördergilde und die nächsten fünf Jahre schien Alles ruhig zu sein, denn niemand wusste von den Plänen des Halbyassalars. Er widmete sich ausführlicher seinen magischen Studien, übte sich in der Magie der Schatten und mit Hilfe eines von ihm selbst beschworenen kleinen Dämons war er immer in der Lage, mehr Informationen zu besitzen als die anderen Anführer der restlichen Untergilden der lautlosen Hand. Denairu, ergraut in Ehren und dem Arm des Gesetzes immer geschickt entkommen, fasste nach all den Jahren des Diebeshandwerks den Entschluss, sich wie sein alter Meister zurück zu ziehen. Er hatte zwei Kinder ,einen Sohn und eine Tochter, die er aber nicht in die Schatten gebracht hatte, sie wussten noch nicht einmal, was ihr Vater für eine Arbeit verrichtete. In all den Jahren hatte Denairu es tatsächlich geschafft, seinen Liebsten zu verheimlichen, was er für ein Krimineller war. Seine Unteranführer drängten ihn zu einem Entschluss, er sollte festlegen, wer der neue Anführer der Gilde werden sollte, leider kam er nie dazu, seine Entscheidung bekannt zu geben, ein schnell wirkendes Gift bereitete seinem Leben ein Ende. Insgeheim wusste jeder der Unteranführer, dass Yanui hinter dem heimtückischen Mord stand, nur beweisen konnte es ihm niemand und es wollte auch Keiner von ihnen, dafür hingen sie alle zu sehr an ihrem Leben. So wurde Yanui der neue Gildenmeister. Die kommenden Jahre bescherten der Diebesgilde große Reichtümer, Yanui war kaltherzig, brutal und gemein aber gleichzeitig ein Meisterhirn in der Planung von Aktionen. Ihm gelang es, dass alle Mitglieder der Gilde ihn fürchteten, ihn gleichzeitig jedoch auch respektierten. Die Gilde der Mörder und die Gilde der Spione wurden unter Yanui zu einer Gilde vereint. Er brachte der Gilde einige Neuerungen, lehrte seinen Anhängern die lautlose Zunge, eine Kombination aus Gesten, Symbolen und Mimik, mit der die Gildenmitglieder ohne mit den Lippen zu sprechen, kommunizieren konnten. Ihm war es zu verdanken, dass die Adligen der Stadt sich ab und an der Talente seiner Untergebenen bedienten und das die Gilde ihren höchsten Punkt der Macht und des Einflusses erreichte. Bis er einen entscheidenden Fehler machte und sich mit dem falschen Mann anlegte, mit Ageri Nalish Sugraimor, dem damals neuen Kapitän der Wache. Yanui und Ageri begehrten beide die gleiche Frau, die junge Tochter des einflussreichen Kaufmannes Shet A'kil. Milani, so hieß die Tochter, war eine junge Frau voller Anmut und Grazie, sie war mit Ageri verlobt und die Hochzeit stand kurz bevor, als Yanui sie auf dem Markt sah. In ihm kochte das Feuer der Leidenschaft und er beschloss, sie mit allen Mitteln in seine Hände zu bekommen. Seine Spione beobachteten die junge Frau ständig, er wusste immer, wo sie war. Als er sie mit Hilfe seines Dämons Xorush in einem Lustgarten mit Ageri entdeckte, wuchs ein Hass in seinem Herzen, welcher beispiellos war. Yanui schickte zwei seiner Meuchelmörder los, auf das sie Ageri in einer dunklen Gasse auflauern und ihm den Garaus machen sollten. Ein Plan der leider nicht gelang. Ageri war ein exzellenter Fechter und tötete die Zwei, vorher aber holte er noch die Information aus ihnen heraus, wer hinter dem Mordanschlag steckte. Ageri ging wütend zum Anführer der Wache und bat ihn um Unterstützung, dieser aber verweigerte seinem jungen Kapitän die Hilfe, da die Wache wieder einmal im Kampf mit den Yassalar stand und somit die meisten Kämpfer der Stadt nicht zur Verfügung standen für eine Strafaktion gegen Yanui und seine Gilde. Ageri verstand es nicht in seinem Zorn und kam zu dem Entschluss, dass es wohl am Besten sei, auf eigene Faust zu handeln.
Es entstand ein Kleinkrieg zwischen Yanui und Ageri. Mehrere Male setzte der Anführer der Gilde seine Mörder auf den Kapitän an und jedes Mal scheiterten diese an der Klinge des Mannes. Es schien fast so, als ob Ageri unter dem Schutz der Götter stand. Yanui kochte und tobte, seine Eifersucht trieb ihn an, den Kapitän zu beseitigen, sonst konnte er Milani Shet A'kil nicht für sich haben. Yanuis Männer wurden langsam aber sicher immer mehr davon überzeugt, dass ihr Anführer begann, wahnsinnig zu werden wegen dieser Frau und so beschlossen sie, ihn zu entmachten, eine Entscheidung, die für die Gilde der lautlosen Hand heftige Konsequenzen haben sollte, denn ihr Anführer hatte seine Spione überall. Dank seiner Paranoia und der daraus konsultierenden Vorsicht, erfuhr Yanui von den Plänen seiner Unteranführer. Nur in seiner ureigensten Gilde, die der Mörder und Spione, besaß Yanui genug Getreue. Mit Hilfe von Magie und seinen treuen Mördern, erlebte keiner seiner Widersacher den nächsten Morgen. Yanui ließ die Köpfe der Aufrührer, wie er sie nannte, bei der nächsten Versammlung vor seinem Schattenthron aufstapeln und niemand wagte es, auch nur ein Wort gegen ihn zu sagen. Alle fürchteten sie ihn und seine teuflischen Machenschaften. Insgeheim trafen sich viele der Diebe an stillen Orten, sie machten Pläne für die Trennung von Yanuis Gilde und damit war der Grundstein für die heutigen Gilden gelegt. Yanui sollte die Trennung nicht mehr erleben, er machte seinen nächsten Fehler und trat der jungen Milani entgegen und gestand ihr seine Liebe. Sie lachte ihn aus, machte ihn auf den Umstand aufmerksam, dass sie Ageri liebte und seine Frau würde. Yanui begann zu rasen, Milani flüchtete in Panik vor ihm, Yanui wütend und voller eifersüchtigem Zorn hinter ihr her. Er wollte sie haben und wenn er sie nicht haben konnte, dann auch kein anderer Mann. In einer Seitengasse des Kaufmannsviertels jagte Yanui die junge Milani in die Enge. Er bat sie, zu ihm zu kommen, sie versuchte weinend vor ihm zu fliehen, was ihr nicht gelang. Da schaltete sich der Jähzorn in Yanuis Handeln ein und er würgte die Tochter des Hauses Shet A'kils zu Tode. Ihre Leiche wurde am nächsten Morgen geschändet gefunden. Ageri war von Trauer und Hass übermannt als er die Tote aufgebahrt im Tempel liegen sah, Tränen des Hasses liefen aus seinen Augen und er schwor vor den im Tempel versammelten Menschen Rache und wenn es das letzte war, was er tun würde.
In den nächsten Monaten jagte Ageri mit einigen Getreuen die Anhänger Yanuis. Er tötete jeden Einzelnen von ihnen, den er fangen konnte, aufs Grausamste. Seine Rache war gnadenlos aber sein Vorgesetzter ließ ihn gewähren, schließlich war Yanui auch ihm ein Dorn im Auge, den es zu entfernen galt. Die Diebe, welche noch auf der Seite des Halbyassalars waren, trauten sich bald nicht mehr auf die Straßen bei Nacht. Es schien, als ob Ageri seine Augen überall hatte, er wusste über jeden Beutezug Bescheid, den Yanui plante und er erwischte sie Einen nach dem Anderen, bis er eines Nachts, dem Anführer der lautlosen Hand Aug in Aug gegenüber stand. Yanui hatte sich entschlossen nach all den herben Rückschlägen und Niederlagen, den Kapitän eigenhändig zu töten. Sein letzter Fehler in seinem verruchten Leben, Ageri beendete Yanuis Leben und schlug diesem den Kopf ab, auch wenn er kurz darauf ebenfalls sein Leben aushauchte, da das Gift an Yanuis Klingen etwas länger brauchte um ihn ins Jenseits zu schicken.

Der Krieg der Diebe und der Neuanfang

Mit dem Tod Yanuis schien es, als ob Ruhe in den Schatten eingekehrt war. Die Diebe der Stadt hielten sich mehrere Jahre zurück in ihren Aktivitäten. Neue Anführer kamen und gingen, keiner war so schlau wie Mascar, Deinairu oder Yanui. Sie alle schafften es nicht, die Gilde lange anzuführen. Immer mehr zersplitterten die Gilden in kleinere Gruppierungen, welche sich auch untereinander bekämpften. Es begann die Zeit der Schattenkriege in den Straßen Nir'alenars. Diebe bekämpften sich bis aufs Blut, verrieten sich gegenseitig an die Wache, welche der Nutznießer dieses Kriegs der Diebe war. Jeder tote Dieb sorgte indirekt für mehr Ruhe in den Straßen, bis die Anführer der kleineren Gilden einen Waffenstillstand beschlossen, da der Blutzoll zu hoch geworden war. Es kam zu einer großen Versammlung außerhalb der Stadt, bei der die Diebe Frieden beschlossen und dass nie mehr Einer alleine die gesamte Macht in den Schatten besitzen sollte. Es wurden vier neue Gilden gegründet, welche von einem Rat aus den erfahrensten Dieben der Stadt angeführt werden sollten. Mit diesem Entschluss schien jeder zufrieden zu sein und das Ergebnis sind die vier heutigen Diebesgilden. Die größte Gilde ist immer noch die der lautlosen Hand. In ihr sind alle Taschendiebe und Einbrecher der Stadt vereint. Sie besteht aus etwa dreihundert Mitgliedern und arbeitet nicht nur in Nir'alenar selbst sondern auch außerhalb der Stadt. Schon so mancher Adliger musste eines Tages feststellen, dass sein schmuckes Haus auf dem Lande plötzlich ohne Inventar war. Das prominenteste Opfer war vor vier Jahren der Graf Eisenklinge, welcher daraufhin im Rat der Stadt einen Rachefeldzug gegen die Diebesgilde propagierte.
Die zweite Gilde ist die der dunklen Feder, in dieser Gilde, welche knappe fünfzig Mitglieder hat, sind die Fälscher und Betrüger vereint. Sie arbeiten für jeden, der ihrer Dienste bedarf, diese Gilde führt ein sehr lukratives Geschäft und man munkelt das mehre Mitglieder des Adels der Insel ihre Finger bei dieser Gilde mit ihm Spiel haben. Wer diese Adligen sind, ist jedoch nicht bekannt.
Die dritte Gilde nennt sich der Bund der helfenden Hand, ihre Mitglieder, es sind circa einhundert, sind im Schmuggel von Waren tätig, wer etwas Außergewöhnliches benötigt, kann über diesen Bund fast Alles bekommen, was man für Geld haben kann. Die letzte Gilde der Diebe ist der Schrecken der Nacht, sie ist die kleinste Gilde aber auch die gefährlichste. Ihre auf etwa ein Dutzend bis zwanzig Männer und Frauen geschätzten Mitglieder sind allesamt Mörder und Schläger von ziemlich guter Ausbildung und vor Allem ohne Skrupel! Ihr Aufgabengebiet ist breit gefächert. Sie dienen dem Rat der Diebe als Instrument für Bestrafungen innerhalb der Gilde, sie verrichten Mordaufträge gegen Bezahlung, Entführungen, Schutzgelderpressung, all dies und mehr fällt in den Aufgabenbereich dieser Leute. Da niemand genau weiß, wo dieser Bund sich trifft und wer zu ihnen gehört, ist die Wache für jegliche Information über die Schrecken der Nacht dankbar, nur scheint niemand so wahnsinnig zu sein, der Wache diese Informationen geben zu wollen, wenn es denn möglich ist. Gerüchte um diese Verbrecher besagen, dass ihr Anführer ein Nachfahre von Yanui sein soll, ob dies wahr ist, weiß man nicht. Es könnte aber ein Funke Wahrheit dran sein.

Der Rat der Diebe

Der Rat der Diebe besteht aus vierzehn der erfahrensten Diebe der Stadt. Sie treffen sich einmal im Monat an einem geheimen Treffpunkt, welcher ständig gewechselt wird. Dort besprechen sie durchgeführte Aktionen, es werden Pläne für die Zukunft der Gilden geschmiedet, wichtige Entscheidungen getroffen. Im Rat wird Alles demokratisch abgestimmt, wie im Rat der Stadt Nir'alenar, nur das die Diebe eher zu einer Entscheidung kommen als der regierende Rat unter Fürst Falkenauge. Einmal im Jahr wird eine große Versammlung aller Diebe der Stadt einberufen. Auf dieser Großversammlung werden neue Ratsmitglieder vorgeschlagen oder alte in ihrem Amt bestätigt. Es ist wohl dem geneigten Leser klar, dass diese Versammlung unter strengster Geheimhaltung steht und der Dieb, der den Standort dieser Versammlung verraten sollte, wird von Seinesgleichen mit dem Tode bestraft.

Bekannte Treffpunkte

Es gibt mehrere Lokalitäten, an denen man mit Mitgliedern der Schattenzunft in Kontakt treten kann. Die Taverne der Wirtin Essandra, die schwarze Katze, ist wohl einer der bekanntesten Orte für solche Dinge. Hier trifft sich Alles was Rang und Namen hat, nur weiß kein Außenstehender, wer ein Mitglied der Gilden ist und wer nicht, nur die Eingeweihten wissen es aber sie sind eine verschworene Gemeinschaft, deren Mitglieder sich lieber die Zunge heraus reißen lassen würden, als ihre Freunde zu verraten. In der Katze werden öfter Treffen kleiner Diebesgruppen abgehalten, sie feiern dort, schließen Handel miteinander ab und prahlen mit ihren Geschichten. Wer dort jemanden bestiehlt, hat ein Problem und das Harmloseste was ihm geschehen kann ist, dass man ihn teert und federt, dass Schlimmste, dass er am nächsten Tag mit durchschnittener Kehle irgendwo in der Gosse liegt.
Ein weiterer Treffpunkt ist das Grab von Ageri Nalish Sugraimor in der Stadt der Toten. Er hat einen gewissen Ruf seit seinem heldenhaften Kampf gegen Yanui bei den Dieben. Dort finden kleinere Treffen statt und der ein oder andere Handel wird gerne an diesem Grab geschlossen.
Ebenfalls ein Treffpunkt für die Kontaktaufnahme mit den dunkleren Elementen Nir'alenars ist am helllichten Tage auf dem Markt der Stadt. Es hat sich herumgesprochen das man bei den Gauklern und in der Ringerarena am Ehesten die Möglichkeit hat, ein Mitglied der Schattenzunft zu treffen und ihre Dienste in Anspruch zu nehmen. Zu guter Letzt sei noch die Möglichkeit genannt, an Aushängen und an einer alten Eiche im Park Nachrichten zu hinterlassen, dies ist aber nur denjenigen möglich, welche die lautlose Zunge auch in der schriftlichen Form beherrschen und das können die wenigsten Bewohner.

Einzelgänger

Zusätzlich zu den vier genannten Gilden der Stadt Nir'alenar, gibt es aber noch eine Anzahl von mehr oder wenigen bekannten Dieben und Räubern in der Stadt. Sie alle sind den Gilden ein Dorn im Auge und es wird von den organisierten Dieben alles Mögliche versucht, diese unschädlich zu machen. Die Bekanntesten sind die folgenden aufgeführten Schurken und Schurkinnen.

Linas der Flinke

Linas ist ein kleiner Ha'Danar, ja klein ist er, selbst für ein Mitglied des kleinen Volkes. Sein Handwerk ist das eines Taschendiebes, der seine Finger in Alles steckt, was nicht ihm gehört. Sein Hauptgebiet, in welchem er aktiv ist, befindet sich auf dem Markt und in dessen Umgebung. Linas wurde vor einem Jahr aus der Gilde der lautlosen Hand hinaus geworfen, weil er es gewagt hatte ein Mitglied des Rates der Diebe zu bestehlen und so dumm war, sich dabei erwischen zu lassen. Seit diesem Zeitpunkt schlägt er sich als Gildenloser durchs Leben und arbeitet das ein oder andere Mal auch als Informant für die Wache.

Yander Leadres

Yander ist ein Trickdieb und Sammler von außergewöhnlichen Dingen. Er ist stets auf der Suche nach seltenen Objekten und wird oft fündig, wenn auch die Besitzer es nicht schätzen, dass er sich die Objekte seiner Sammelleidenschaft illegal aneignet. Yander ist ein Halbelf mit schulterlangen blonden Haaren, blauen Augen, einem hübschen Lächeln und einer sehr drahtigen und geschmeidigen Figur. Er lebt im Kaufmannsviertel der Stadt und ist bekannt wie ein bunter Vogel aber es ist der Wache bis Heute nicht gelungen, ihm auch nur eine einzige Tat nach zu weisen.

Morwin der Gesichtslose

Morwin ist ein brutaler Einbrecher und Räuber auf dessen Konto viele Überfälle in den letzten drei Jahren gehen. Keines seiner Opfer kann ihn genau beschreiben, der Eine schildert ihn als großen und breiten dunkelhaarigen Kerl, der nächste gibt eine Beschreibung eines hageren Mannes mittleren Alters an, wieder ein Anderer beschreibt ihn als jungen rücksichtslosen Schurken ohne Manieren. Es weiß niemand, wie Morwin genau aussieht, die Wache tappt bei diesem Räuber seit Langem im Dunkeln und mittlerweile ist das Kopfgeld auf seine Ergreifung mehrfach verdoppelt worden. Zur Zeit beläuft es sich auf 600 Delphine. Er lauert seinen Opfern, welche bevorzugt betuchte Kaufleute oder Adlige sind, irgendwo in der Stadt auf und überfällt sie. Er nimmt keine Rücksicht und scheut sich nicht, Gewalt zu nutzen wenn es sein muss. Einmal wäre es der Fechtmeisterin Nayara Endara beinahe gelungen ihn zu stellen aber Morwen hat einen Verbündeten der ihm ab und an mit magischer Unterstützung zur Seite steht.

Schattenkralle

Wer ist Schattenkralle? Niemand weiß es genau, nur Eines, Schattenkralle ist eine Frau.
Schattenkralle ist eine Schurkin? In den Augen des Adels und der Reichen ist sie das. Denn nur diese bestiehlt sie und das mit sehr großem Erfolg. Das gestohlene Gut verteilt sie unter den Armen der Stadt, die Bedürftigen lieben sie dafür, in ihren Augen ist sie eine Heldin und ihre Raubzüge haben schon bei so mancher Ratssitzung für Erheiterung gesorgt, wenn wieder einmal Graf Eisenklinge und seine Freunde Opfer eines Ausflugs der Schattenkralle waren. Was ist noch über die Schurkin bekannt? Sie ist eine hervorragende Schwertkämpferin, geübt im Umgang mit Peitsche und Wurfmessern, akrobatisch wie eine Katze und immer das Gesicht verborgen hinter einer Maske, welche die Form eines Katzenkopfes hat. Angeblich soll Schattenkralle die Tochter eines Adligen sein und das Unrecht, welches der Adel dem gemeinen Volk antut, durch ihre Taten wieder gut zu machen. Dabei ist sie nicht zimperlich in der Wahl ihrer Mittel aber sie hat in ihrer kriminellen Laufbahn noch nie einen Kontrahenten schwer verletzt oder getötet. Das einfache Volk betet jeden Tag für sie und hofft, dass sie noch lange ihr Werk verrichten kann, der Adel hasst sie und hat ein Kopfgeld von 1000 Delphinen auf ihre Ergreifung ausgesetzt.

Lashadir

Lashadir ist eine Söldnerseele. Ein ehemaliges Mitglied der Schrecken der Nacht und mittlerweile ein Einzelgänger. Er nimmt jeden Auftrag an, wenn der Preis stimmt. Der kleine drahtige Mann mit den stechenden braunen Augen ist sehr oft in der schwarzen Katze zu finden, wo man ihn beim Drachengoldspiel antreffen kann, welches er recht gut beherrscht. Lashadir ist freundlich, zuvorkommend und äußerst höflich, dass Alles ist aber nur eine Maske, welche sein wahres Wesen verbirgt. In Wirklichkeit ist er eiskalt, herzlos und ein Mörder durch und durch. Er hat sogar seine eigenen Eltern vor vielen Jahren ermordet. Man sollte ihm äußerst vorsichtig begegnen und sich immer bewusst sein, dass man es mit einem der durchtriebensten Elemente der Stadt zutun hat, welches nur noch von Zarbos Schwarzmaske in den Schatten gestellt wird. Lashadirs Markenzeichen ist das Töten seiner Opfer mit einer äußerst seltenen Waffe, einer so genannten Klingenpeitsche, seine Opfer sind meistens enthauptet, wenn man sie findet.

Schlusswort

Man erlaube mir diesen kleinen persönlichen Kommentar am Schluss meiner Ausführungen. Offiziell hat es nie Diebe in Nir'alenar gegeben und es gibt sie auch Heute nicht, dass ist die Ansicht, welche die Wache nach Außen demonstriert. Aber in der Realität weiß jeder Bewohner der Stadt, dass sie existieren! Also geschätzte Leser meiner Schrift, seid wachsam, sonst stehen sie eines Tages in Eurem Haus und ihr seid arm wie ein Bettelmönch, auch wenn die Wache ihr Bestes tut!

Gezeichnet:
Arvanor Shet A'kil
Meister des Klingentanzes

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