- Die Bewahrer des Lichts -

"Wenn der Schatten am stärksten ist und die Dunkelheit über Nir'alenar hereingebrochen ist, dann wird ein Bund tapferer Männer und Frauen das Licht, das Wissen und den Frieden zurückbringen."

So lautet eine sehr alte Prophezeiung und die Bewahrer des Lichts haben es sich zur Aufgabe gemacht, sie zu erfüllen. Die Ritterlichkeit ist in Nir'alenar noch lange nicht tot, denn es gibt noch immer Männer und Frauen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, nach ihren Idealen zu leben und für sie zu sterben, wenn es sein muss.
Die Bewahrer des Lichts leben nach einem Kodex, der ihre Taten und ihr Leben bestimmt, sie versuchen das Licht des Wissens zu bewahren und den Einfluss der Dunkelheit, die von Shirashai und Narion ausgeht, einzudämmen, auf das alle Bewohner Nir'alenars niemals mehr ein solches Schicksal erleiden müssen, wie jenes, dass ihnen zuteil wurde, als sie sich vom Licht abwandten.
Nach außen hin ist dieser Geheimbund als eine Art Club für ritterlich orientierte Herrschaften getarnt und erregt somit eher wenig Aufsehen in der Stadt, manche der adeligen Herren belächeln gar diesen hoffnungslos altmodischen Club. Die Damen sehen dies freilich ein wenig anders und so manche schwärmt für die edlen Damen und Herren mit den hohen Idealen und dem immer sehr gepflegten Aussehen.
Die meisten würden niemals eine gut funktionierende und perfekt getarnte Geheimgesellschaft hinter den Türen der alten Villa erwarten, die dem Bund als Zuflucht dient und in der scheinbar nur langweiligen Diskussionen gefrönt wird.
Die Bewahrer des Lichts haben sich vielen Zielen verschrieben, das Einhalten eines ritterlichen Kodex ist dabei noch das geringste. Sie wollen das Wissen um den Untergang Nir'alenars und seine Gründe bewahren, damit Narion nie wieder die Macht erlangt, die er einstmals errungen hat. Aber auch jegliches andere Wissen ist es wert bewahrt zu werden, ebenso wie die Künste. Die Bewahrer haben ihre Spione überall, in ihrem Reihen findet sich ein jeder vom geschickten Krieger bis zum Gelehrten, der die über die Stadt verstreuten Bibliotheken betreut. Auf diese Weise sind sie immer über die neuesten Vorgänge in der Stadt informiert und versuchen Verschwörungen schnell auf die Schliche zu kommen, um sie zu verhindern.
Die Bewahrer des Lichts erkennen sich gegenseitig anhand eines Symbols, einer brennenden, weißen Kerze auf goldenem Hintergrund. Dieses Symbol wird immer an einer goldenen Kette um den Hals getragen, kann aber nur von den Bewahrern selbst erkannt werden. Allen anderen erscheint es als ein ganz normales Schmuckstück.
Die Bewahrer dienen einem Bündnis von sechs Göttern, die als Schutzpatrone des Bundes gelten. Es handelt sich hierbei um Alaria, die Mutter des Meeres, Aranus, der Gott der Wissenschaft, Eriadne, die Göttin des Wissens und der Künste, Fanur Mondenlied, Schutzpatron der Stadt, Liaril, die Mutter der Elfen und Kharad, Erschaffer der Zwerge. Diese Götter dienen alle dem Schutz der Stadt und ihrer Umgebung und können so als diejenigen angesehen werden, die für diesen Bund als Paten dienten.

Ausbildung

Es ist kaum jemals möglich, die Bewahrers des Lichts in eine eigene Schule zu stecken, denn eine Organisation, die aus dem Geheimen heraus operiert, kann sich solcherlei einfach nicht leisten. Da jedoch trotzdem ein gewisses Maß an Ausbildung gegeben sein muss, absolvieren alle Bewahrer eine Lehrzeit in den der Kerzenhalle, einem großen Gebäude, dass es erlaubt, einige Wesen in seinem Inneren zu fassen.
Hier wird den Bewahrern, die von der Organisation auserwählt worden sind und die dafür ein Jahr lang unter der Vorgabe eines guten Grundes komplett verschwinden müssen, einiges beigebracht - sei es die Verteidigung mit oder ohne Waffen, das Wissen über die Geschichte, die Götter, Kräuter, Gifte, Adelshäuser und vieles mehr, u.a. das Wissen, wie man seine Tarnung aufrecht erhält und wie man die Ziele der Gruppe geheim hält.
Alle Bewahrer des Lichts erhalten eine Ausbildung, wie sie sich der beste Dieb der Stadt nur wünschen könnte, beherrschen die Verkleidung ebenso gut, wie das Eindringen in gut gesicherte Häuser und die Beschaffung von Informationsmaterialien.
Die Ausbildung ist hart und erbarmungslos, denn die Bewahrer wissen, dass ihre Feinde nicht sanft mit ihnen umgehen werden, wenn sie einen Fehler machen und manch einer wird an seine körperlichen und geistigen Grenzen geführt, bevor er am Ende endlich die Kette mit der goldenen Kerze in einer feierlichen Zeremonie überreicht bekommt, in der er den Bewahrern die Treue schwört. Oftmals wird den Anwärtern ihr schlimmster Alptraum entgegengestellt, um ihre Herzen zu prüfen und sie ihn überwinden zu lassen.
Die Anwärter werden mit einer extremen Härte auf Treue und Standhaftigkeit geprüft, denn ihre Herzen müssen rein sein und spätestens während jener Zeremonie, wird der Kerzenanhänger einen jeden verbrennen, dessen Herz dunkel und dessen Eid nicht ehrlich ist. Danach wird von ihnen verlangt, dass sie sich an den ritterlichen Kodex der Bewahrer halten, der z.B. beinhaltet, dass man nur im ehrenhaften Zweikampf töten darf, wenn der Gegner bewaffnet ist.
Jetzt wird der neue Bewahrer in die Welt herausgeschickt und darf wieder zu seiner Familie zurückkehren, um der Organisation zu dienen und ihre Aufträge auszuführen. Dabei kann er zwar selbstständig arbeiten, muss jedoch in der Kerzenhalle mindestens einmal im Monat Rückmeldung machen, wie es ihm ergangen ist und was er für seinen Orden erreicht hat. Es ist unnötig zu erwähnen, dass jene Kerze ohnehin dafür sorgen wird, dass keine Verräter in ihren Reihen zurückbleiben.

Ordenshaus

Kaum einer weiß von der Existenz der Kerzenhalle, denn nach außen hin ist dieser Club für ritterliche Herrschaften ein sehr wohl edles, jedoch ganz gewöhnlich wirkendes Gebäude, in dem ein beständiges Kommen und Gehen herrscht.
Hinter der großen Doppeltür befindet sich ein edel eingerichteter Salon, in dessen Inneren sich stets eine Anzahl an gut gekleideteten Herrschaften inmitten der samtenen Sofas und der geschmackvollen Ölgemälde der gepflegten Konversation hingibt. Diener laufen zwischen ihnen umher, überbringen Nachrichten und Getränke und halten im Allgemeinen alles im Auge, was sich in diesen Räumen abspielt.
Geht man dann jedoch durch eine geheime Doppeltür, die sich in einer Bibliothek verbirgt, in der man die passende Lektüre findet - Bücher über das Rittertum und ähnliche Ideale, dazu noch jede Menge der bei den Damen so beliebten romantischen Ritterromane, betritt man eine andere Welt.
Hier gibt es weder Samt noch Seide, nur das dunkle, jedoch fein geschnitzte Holz und einen langen, von Kerzenlicht beleuchteten Gang, der unter die Erde führt, wo die eigentlichen Räume des Ordenshauses gelegen sind.
Hier ist alles einfach gehalten, ohne Prunk und Dekor, wenngleich die Schönheit hier in der Schlichtheit liegt. Es gibt allerlei Übungshallen für die unterschiedlichsten Zwecke und Räume, die einfach dazu dienen, die Waffen und ähnliche Utensilien des Ordens aufzubewahren. Oftmals hört man das Klirren von Waffen aus den Übungshallen herausdringen, manchmal sogar weniger grimmige Klänge bis hin zu den heiligen Gesängen, die den Patengöttern des Ordens gewidmet sind.
Oft hört man hier die Stimmen der Lehrmeister über die Flure schallen, wenn sie etwas erklären oder auch Kommandos geben und sicherlich kommen nur die Hallen des Wissens selbst der riesigen Bibliothek gleich, die hier unterirdisch von den vielen Kerzen beleuchtet wird, die ihr ein warmes Licht schenken. Der Bibliothekar, ein Gnom namens Palanus Aserkan wacht hier Tag und Nacht über seine geliebten Bücher und hat für die Neuanwärter, die noch am lernen sind, ebenso wie für alt gediente Bewahrer stets einen guten Ratschlag und ein offenes Ohr, auch wenn er auch den ersten Blick sehr grimmig und brummig wirkt.
Tief in diesen Hallen liegt jedoch noch ein anderer Raum, der ein gut gehütetes Geheimnis verbirgt, denn hier, weit ab von allen Übungshallen und weit entfernt von den privaten Räumen des obersten Bewahrers, ist eine kleine Kammer, deren Tür von einer Vielzahl magischer Zeichen durchfurcht ist.
Nur wer das Passwort und die notwendigen, magischen Formeln und Bewegungen kennt, kann die versiegelte Tür öffnen und den Sicherheitsmaßnahmen entgehen, die einen Unvorsichtigen schnell das Leben kosten können. Es ist dunkel hier, denn keine Fackel und keine Kerze erhellt die kleine Kammer, doch nur ein Wort genügt, um einen Lichtstrahl von der Decke herab auf ein langes, fein verziertes Schwert fallen zu lassen, das hier auf einem Lager aus Samt zur Ruhe gekommen ist. Es ist Nya'shizar, das Schwert des Arion Falkenauge, das dem Orden von Eriadne persönlich gegeben worden ist und den Bewahrern einen Großteil der Macht verleiht, die diese geheimen Hallen vor neugierigen Blicken schützen.
Dieses Schwert besitzt mehr Macht, als sich ein Sterblicher vorzustellen vermag und der Tag wird kommen, an dem es Nir'alenar in den Händen eines würdigen Auserwählten wieder an das Licht des Tages bringt. Bis dahin wird es jedoch an diesem sicher Ort verwahrt und nur eine Handvoll vertrauenswürdiger Wesen weiß überhaupt von seiner Existenz.

Persönlichkeiten: Illierna Valenar

Der oberste Bewahrer ist ein Titel, der niemals leichtfertig vergeben wird und in diesem Falle gäbe es keine würdigere Anwärterin, als Ilierna Valenar, die den Titel ‚Die Stimme des Lichts' tragen darf.
Ilierna ist keine junge Frau mehr, denn die Edelelfe hat schon viele Jahrhunderte an sich vorüberziehen sehen und die Anzeichen des Alters haben sie so berührt, wie sie eine Elfe berühren können, vielleicht sogar ein wenig mehr, denn ihr einstmals so rein goldfarbenes Haar ist mittlerweile von silbernen Strähnen durchzogen und in ihren Augen spiegelt sich eine unglaubliche Weisheit wieder, die von der langen Lebenserfahrung und dem Miterleben des Unterganges durch Narions Krieg herrühren.
Ilierna hat in ihrem Leben vieles gesehen - unglaubliche Gräueltaten ebenso, wie die Schönheit des Lebens und das Wissen darum, dass das Leben es immer wert ist, bewahrt und beschützt zu werden, haben sie zu dem gemacht, was sie heute ist.
Wenn die Stimme des Licht mit ihrer leisen, sanften Stimme spricht, gibt es niemanden, der ihr das Gehör verweigert und ihre goldfarbenen Augen scheinen direkt in die Seele ihres Gegenübers zu blicken und dort zu verharren, bis sie alles erfahren haben, was sie zu sehen gewünscht hat.
Sie kleidet sich stets in ein weißes Kleid, das das Symbol der goldenen Kerze auf der Brust trägt und hat dem normalen Leben unter den anderen Wesen Beleriars schon lange entsagt, um sich vollkommen der Aufgabe, den Orden zu führen, zu widmen.
Diese Aufgabe erfüllt sie mit voller Hingabe und sie würde ihr Leben dafür opfern, Beleriar wieder unter dem Licht der Sonne und endlich vollkommen von Narions Einfluss befreit, erleben zu können.
In ihrer Aufgabe tritt noch heute manchmal die Härte der Kriegerin zutage, die einst im großen Krieg das Schwert geführt hat, obgleich ihr Wesen sanft ist und sie sich heutzutage lieber der Geistlichkeit hingibt und ihre Zeit mit der Bewahrung der Geschichte verbringt, anstatt das Schwert zu schwingen.
Trotz alledem ist sie ein wahrhaftiges Organisationsgenie, dass beinahe jeden Namen eines jeden Bewahrers, der jemals für das Licht gekämpft hat, noch immer in ihrem Geist bewahrt.

Ziele

Die Ziele der Bewahrer sind nicht schwierig auszumachen, denn sie wollen eigentlich nur eines - das Licht bewahren und die Insel wieder an ihren alten Platz unter dem freien Sternenhimmel zurückführen.
Sie arbeiten dafür, dass das Wissen um Narions wahre Natur und sein wahres Wirken niemals vergessen werden wird und auch dafür, dass die Künste und die Wissenschaft erblühen können. Stets sind sie bemüht, die Ideale der Ritterlichkeit aufrecht zu erhalten, obgleich sie wissen, dass man im Kampf gegen das Böse oftmals zu Mitteln greifen muss, die sich damit nicht mehr vereinbaren lassen. Dieses Wissen ist es, dass den Bewahrern nicht leicht fällt, doch sie haben schon vor langer Zeit erkannt, dass man auf andere Weise nicht gegen die Mächte der Dunkelheit bestehen kann.

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