![]()
Sie sind in der Öffentlichkeit nicht bekannt, doch trotzdem nehmen sie Einfluss auf das Leben aller - selten gibt es jemanden, der den Traumwebern wirklich entkommen kann, wenn sie in der Nacht genau dies tun - Träume weben. Träume von einer besseren Zukunft und einem Nir'alenar, das wieder das ist, was es vor seinem Untergang gewesen ist.
Sicherlich ist es in der Öffentlichkeit bekannt, dass es im Künstlerviertel einige Anstrengungen gibt, Nir'alenar wieder wie den Phoenix aus der Asche auferstehen zu lassen und ebenso ist es auch bekannt, dass Lady Valea Onoris, die Leiterin der Akademie der Künste, die Theorie vertritt, dass die Stadt wieder an die Oberfläche gelangt, wenn ihre alte Schönheit und ihre alten Ideale wiederhergestellt worden sind. Schon lange gibt es aus dem Künstlerviertel Bemühungen, diesen Zustand wieder eintreten zu lassen und viele der Wesen aus dem Künstler- und Philosophenviertel haben sich der Bewegung angeschlossen, die im Geheimen als ‚Die Traumweber' bezeichnet wird. Die Traumweber arbeiten nicht als Spione und versuchen auch nicht, andere Parteien auszukundschaften. Sie sind nicht solch leuchtende Beispiele wie die Bewahrer des Lichts, obgleich sie sich ihnen verbunden fühlen, leben aber alle gemeinsam den gleichen Traum, der ihren Herzen Hoffung gibt. Valea ist diejenige, die diese Organisation gemeinsam mit einigen Verbündeten und Vertrauten ins Leben gerufen hat und sie ist auch diejenige, die an ihrer Spitze steht, obwohl eine ganz andere Wesenheit die große Macht ist, die fest hinter der Meisterbardin steht. Iriel Corashai ist der Name des Feenwesens, das nun als die Traumweberin an ihrer Seite agiert, obgleich Valea keine Magierin ist. Viel mehr ist Iriel eine Fee, die keinem Magier mehr dient und sich nun der Sache der Traumweber verschrieben hat. Nacht für Nacht kommt Iriel Corashai aus der Kuppel der Akademie der Künste hervor und beginnt ihren Weg durch die Stadt, um jenen, die träumen möchten und Inspiration suchen, die Träume zu bescheren, die sie sich wünschen. Dabei verbreitet sie Inspiration und Hoffnung in den Herzen der Wesen Beleriars, die sie in ihren Träumen besucht, ist aber bisher noch nicht sehr weit über die Grenzen des Künstler- oder Philosophenviertels hervor-gedrungen, in denen sie willkommen ist. Es sind stets Nächte voller Zauber, die eine ganz eigene Aura besitzen, die von der Kreativität der vereinten ‚Sterne' wie sich die Mitglieder selbst nennen, leben und in denen gemeinsam gesungen und getanzt wird. Eher gleichen diese Zusammenkünften fröhlichen Festen, nach denen ein jeder mit einem Kopf voller Ideen und einem leichten Herzen das Gebäude verlässt, um am nächsten Tag an die Arbeit zu gehen, die alten Ideale in der Welt wiederzuerwecken. Es gibt kein großes Aufnahmeritual, bis auf einen Kuss des Feenwesens Iriel, bei dem sie in das Herz des Anwärters blickt und es auf seine wahren Motive überprüft. Ist der Anwärter ehrlich, so folgt für ihn eine Nacht voller wundervoller Träume, wenn nicht, dann lässt ihn der Kuss auf der Stelle in einen tiefen Schlaf sinken, aus dem er am nächsten Morgen erwacht, ohne sich an etwas zu erinnern. Sollte der Anwärter Iriels Kuss überstanden haben, so wird er auf dem folgenden Fest in die Reihen der Traumweber aufgenommen und schwört Valea und Iriel die Treue, wird bald darauf hinausziehen, um für ein Jahr eine andere Stadt Beleriars oder auch nur ein kleines Dorf aufzusuchen und dort das Licht der Künste zu verbreiten und andere zu finden, die sich den Traumwebern anschließen. Nach dieser Zeit wird er, hoffentlich mit neuen Anwärtern, zurückkehren, die dann ebenfalls Iriels Kuss erwarten und die gleiche Aufgabe übernehmen. So verbreitet sich das bisher nur kleine Licht der Kunst und der Träume über Beleriar und lässt die Insel Valeas ursprünglicher Vision wieder näher kommen. Wer weiß, vielleicht ist dies tatsächlich der richtige Weg, wieder zum Licht der Sonne zurückzukehren und die Wunden aus Narions Krieg endlich zu vergessen. Auf dem Boden sind stets Kissen zu finden, die genügend Sitzplätze bieten und Tische voller Speisen und Getränken stehen bereit, falls es bei den Diskussionen und den folgenden Feierlichkeiten trockene Kehlen und hungrige Bäuche gibt. Der Kuppelraum wird bei diesen Gelegenheiten von den Feen bewacht, die zu den Angehörigen der Akademie gehören, die zauberkundig sind und jene Wesen sind es auch, die den Raum mit ihrer Magie für alle abschotten, die nicht zu den Traumwebern gehören und die weder Zugang besitzen, noch etwas hören sollen, dass darin vor sich geht. Der Kuppelraum wird nicht durch eine Tür, sondern durch eine Art magischer Teleportation erreicht, denn jedes Mitglied besitzt einen goldenen Schlüssel, der ihn sicher hinein und auch wieder an seinen Bestimmungsort zurückbringen kann - was natürlich weitaus sicherer ist, wenn das Fest etwas fröhlicher wird, als vorgesehen. Iriel besitzt eine herzzerreißende, zarte Schönheit, denn die silberne Aura des Lichts und die Augen, die stets die Farbe ändern können, erinnern an die Göttin Eriadne selbst. Ihre langen, weißen Haare scheinen stets in einer Brise zu wehen, so wie ihre leichten, schimmernden Kleider, die ihren Körper kaum verhüllen. Iriel ist größer als eine normale Fee und erreicht dabei mit ihren Flügeln ca. 1,45 m, was sie weitaus hoheitsvoller erscheinen lässt, als die kleinen Feenwesen, die nur 50 cm erreichen können. Iriel Corashai besitzt ein gütiges Herz voller Liebe, verfügt aber noch immer über die unberechenbaren Launen und die Lust an Streichen, die den Windfeen zu Eigen sind. Der Einfluss des Lichtes hat sie ruhiger werden lassen und sorgt dafür, dass sie nun weniger unruhig ist, dennoch ist sie mehr als glücklich, wenn sie in der Nacht auf Wanderschaft durch die Stadt gehen kann und damit ihren Trieb, neues zu sehen und zu erleben, befriedigen kann. Wann immer Iriel auf ein allzu phantasieloses Wesen trifft, kann sie ihre Ader für Streiche nicht mehr im Zaum halten, bleibt dabei jedoch stets unsichtbar, wie es schon zuvor ihre Art war. Die Organisation hat kaum Feinde oder Widersacher, ist sie doch im Grunde nicht bekannt und darin mag am Ende ihre große Stärke liegen. Die Traumweber weben ihr Traumnetz nur sehr langsam, aber stetig und selbst wenn sie niemals den gewünschten Erfolg haben mögen und den Fluch damit brechen können, so machen sie die Insel sicherlich wieder zu einem schöneren Ort. Und wer weiß? Vielleicht wird Eriadne irgendwann ein Einsehen haben - Immerhin haben Lilliande und Yanariel schon lange ein Auge auf die Traumweber geworfen und vielleicht dauert es nicht mehr lange, bis die Göttinnen der Liebe ihnen ihre Unterstützung geben. Trotzdem ist in letzter Zeit ein Wesen aufgetaucht, dass Iriels Bemühungen zunichte zu machen versucht, denn in letzter Zeit klagen einige Künstler über Alpträume und Ideenlosigkeit und es ist sehr gut möglich, dass ein ähnliches Wesen wie sie selbst dahinter steckt. |