- Ein Überblick -

Nir'alenar, die Schöne, Nir'alenar, das Juwel - die Namen für die große Stadt, die nun von den Wellen verschlungen ist sind ebenso vielfältig, wie ihr Erscheinungsbild. Unter einer Kuppel verborgen ragen die hohen, marmornen Türme noch immer in die Luft, berühren diese jedoch niemals. Die größten Architekten aller Rassen haben an dieser Stadt gearbeitet und haben sie zu einem strahlenden Juwel gemacht- nicht einmal der Fluch Eriadnes konnte daran etwas ändern, ganz im Gegenteil- vielleicht wird die Schönheit der Stadt von dem farbenprächtigen Meeresboden, auf dem sie nun liegt, noch unterstrichen und perfektioniert.
Beinahe ist man versucht bei der Beschreibung zu einer Schneekugel zu greifen, denn ebenso wie diese ist Nir'alenar von der gläsernen Kuppel umschlossen, die jedoch niemals starr, sondern immer ein wenig elastisch wirkt. Sie wurde auf magischem Wege von den Göttern selbst erschaffen und schützt die Bewohner der Insel Beleriar und der Stadt Nir'alenar vor den sie umgebenden Wassermassen, die sanft dagegen schlagen und die Kuppel ein wenig bewegen. Aber es gibt auch Zeiten, in denen größere Meeresbewohner die Kuppel in Schwingungen versetzen, wenn ein unvorsichtiger Schwimmer gegen die Kuppel stößt.
Die Kuppel schließt die Bewohner der Insel von der Außenwelt ab, trotzdem erleuchtet magisch verstärktes Licht die Welt darunter und ermöglicht so den Übergang des Tages in die Nacht, wenn auch diese Nächte nicht von den Sternen erleuchtet werden und man stattdessen den Meeresboden erblickt, wenn man nach oben schaut. Bei Tage fällt ein Lichtkegel von außerhalb des Meeres auf die Stadt hinab und erleuchtet somit auch das die Stadt umgebenden Wasser. Im Laufe des Tages wird er immer schwächer, bis er bei Nacht vollkommen verschwindet. Ohne dieses Licht könnten die Nir'alenarer nicht auf dem Meeresboden existieren. Es spendet die Wärme der Sonne, aber auch die Kälte des Winters.
Die Bewohner haben sich aber niemals auf dieses Licht verlassen, dass ihnen von den Göttern gegeben wurde. Stattdessen nutzen die Nir'alenarer für die Beleuchtung ihrer nächtlichen Straßen das Licht der Zaubermuscheln, wie sie im Volksmund genannt werden. Diese Muscheln werden von den Bewohnern des Sternenmeeres genutzt, um ihre Städte und Siedlungen mit einem hellen, weißen Licht zu beleuchten, dessen Stärke bis zu einem warmen Orangerot gedämpft werden kann. Die Zaubermuscheln leuchten aus sich selbst heraus, sobald sie geöffnet werden und man dämpft ihren Schein durch einen bestimmten Ton, der leise gesungen wird. Die Zaubermuscheln werden überall im Sternenmeer gezüchtet und haben in Nir'alenar Verwendung als Straßenlaternen oder Leuchter gefunden, die die Stadt in ihr Licht tauchen.
Viele Hände haben Nir'alenar im Laufe der Jahrhunderte verändert und der Stadt ihr eigenes Bild gegeben und so vereinigt die Stadt die architektonischen Besonderheiten und ihre Perlen in sich. Die hohen Marmorgebäude der Menschen (in unserer Welt würden sie an die Antike Baukunst erinnern, die man in der Renaissance wieder aufgegriffen und verarbeitet hat) stehen Seite an Seite mit den schlanken Türmen und Strukturen der Elfen, ebenso wie mit den kunstvollen, runenverzierten Hallen der Zwerge. Noch immer leuchtet die Stadt unter den Wellen am Boden des Meeres so wie einst, als sie das Juwel der bekannten Welt war.
Es ist nicht schwer sich Nir'alenar vorzustellen, wenn man annimmt, dass eine Mischung aus dem Florenz der Renaissance, einer antiken, griechischen Stadt und fremdartigen elfischen und zwergischen Strukturen auf dem Meeresboden gelandet ist und nun unter einer Kuppel weiterexistiert, über der man die bunten Meeresfische und allgemein rundum das Leben auf dem Meeresboden sehen kann.
Die Gebäude in Nir'alenar sind eine Sehenswürdigkeit für sich. Das Stadtbild wird von großen Marmorgebäuden dominiert, die mit Reliefs aus der Stadtgeschichte verziert und von Säulen getragen werden. Die Straßen sind ebenfalls aus weißem Stein und trotz des ungewöhnlichen Standortes der Stadt haben sich Bäume und Pflanzen gehalten, die nun die Straßen säumen und einen Hauch von Grün in die Stadt tragen.
Nir'alenar war früher eine sehr reiche Stadt, eine wahrhaftige Metropole, deshalb sind auch Gold- und Edelsteinverzierungen keine Seltenheit und viele Bauwerke glänzen von feinen Juwelen, die als Verzierung zwischen goldene Muster gesetzt worden sind.
Das Wahrzeichen der Stadt ist jener Turm aus einem fremdartigen, blauen Kristall, dessen Spitze von den blauen Saphiren erleuchtet wird und der das blaue Wasser widerspiegelt, dass die Welt um ihn herum beherrscht. Es ist der schlanke Turm der Erzmagierin Eleria Anuriel, von dem aus sie die ganze Stadt beobachten kann.
Die Stadt selbst ist in mehrere Viertel unterteilt, die allerdings keine sichtbaren Grenzen haben. Vielmehr wissen die Bewohner einfach, wo ein Viertel aufhört und wo das nächste beginnt. Die Viertel tragen die Namen Händlerviertel, Adelsviertel, Palastviertel, Künstlerviertel, Philosophenviertel und Seeviertel.

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