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Nach ihren Experimenten mit den Nachtelfen, ihren ersten Kindern, die sie für ihren Ungehorsam verflucht hat, gab Shirashai noch lange nicht den Traum von persönlichen Dienern für ihre Vorhaben auf. So experimentierte sie diesmal mit ihren dunklen Künsten, um etwas anderes zum Leben zu erwecken, das ihr treuer ergeben sein sollte.
In der Nacht schlich sie durch die Straßen Nir'alenars und suchte sich aus den Bewohnern der Stadt diejenigen heraus, die ihr besonders viel versprechend erschienen, verführte sie, nur um ihnen durch ihren Kuss das Leben zu nehmen und sie zu dem zu machen, was sie nun sind - Schatten ihrer früheren Existenz, der Göttin der Nacht treu ergeben und bereit, all ihre Befehle auszuführen - zumindest die meisten von ihnen. Aussehen Ihr Aussehen in dieser Illusion ist so vielfältig wie ihre Natur, denn beinahe alle Wesen können zu Schatten gemacht werden, sofern es sich nicht um Valisar oder Dai'Vaar handelt. Doch eines könnte sie verraten, wenn ihre Existenz jemals bekannt werden würde, denn durch Shirashais Kuss verfärben sich ihre Augen zu einem wirbelnden, schattigen Grauschwarz und die Haare werden dunkler, nehmen jedes Mal einen schwärzlichen Ton an, der nur noch eine leichte Erinnerung an ihre frühere Beschaffenheit beinhaltet, rötlich oder bläulich schimmern kann, wenn leichtes Licht darauf fällt. Aber ganz gleich, wie ihre wahre Gestalt gewesen sein mag, Shirashais Kuss gibt ihnen die Möglichkeit, wesentlich anziehender zu erscheinen, als sie es im Leben gewesen sind und so hat schon so manche dunkle Schönheit einen arglosen Bewunderer verführt, um ihn dann durch einen langen Kuss zu ihresgleichen zu machen. Verhalten / Vorlieben Die Kinder der Nacht sind Shirashais beste Assassinen und führen diese Tätigkeit auch mit einer gewissen Leidenschaft aus, die sie umso tödlicher macht. Doch anstatt ihr Opfer wirklich zu töten, entzieht der leidenschaftliche Kuss eines jener Schattenwesen ihm die Lebenskraft so lange, bis er selbst zu einem Schatten wird und seiner neuen Göttin treu dient. Sollte in der Tat eines der Opfer diesen vampirischen Vorgang überleben, ist es dennoch sein Leben lang gezeichnet und hat seinen Schatten bis zum Ende seiner Existenz unwiederbringlich verloren. Trotz der Vorteile, die ein Leben als Schatten mit sich bringt - beinahe unsichtbar, unhörbar und körperlos, ohne Hunger oder Durst, bis auf jenen unstillbaren Durst nach der Lebenskraft der lebenden Wesen, kann die Existenz eines Schattens nur allzu schnell enden. Denn ein Schatten braucht zwar ein gewisses Maß an Licht, um zu existieren, doch vollkommene Dunkelheit oder sehr helles Licht, löscht sie ohne eine Möglichkeit zur Wiederkehr aus und hinterlässt nur die leere, körperliche Hülle, die das Wesen einst besaß. Beziehungen zur Umwelt Erst bei Nacht verlassen die Schatten ihre Wohnungen oder andere Unterschlupfe und mischen sich unter die Bewohner der Städte, genießen ihre Feste und andere Gegebenheiten, bei denen sie mit ihrem geheimnisvollen Wesen faszinieren können, denn mit Shirashais Kuss haben sie einiges von ihrem Temperament in sich aufgenommen und sind ausgesprochen dekadent - wenn es auch ab und an schwierig wird zu erklären, warum ihr Weinkelch sich niemals leert oder warum man sie nicht bei Tage antreffen kann. Oh ja, ein Schatten genießt die körperlichen Freuden sehr, die ihm geblieben sind, denn dies ist doch die beste Gelegenheit, einen langen, Leben spendenden Kuss zu genießen, der die Gier nach der Lebenskraft endlich zu stillen vermag - für den Moment jedenfalls. |