- Nachtelfen -

Die Nachtelfen sind eine besondere Unterart der Elfen, die in der Dunkelheit lebt, da sie das Licht des Tages nicht mehr ertragen.
Shirashai hat sie einst erschaffen, da der Neid auf Liaril, die Mutter der Elfen sie verzehrte und sie ebenso wie sie ein Volk für sich wollte, das sie über alle anderen Götter stellen und verehren würde.
Doch die Nachtelfen wandten sich von ihren dunklen Wegen ab und strebten zum Licht wie ihre Geschwister, die Edelelfen.
Denn Shirashai hatte das Volk aus einem Edelelfen erschaffen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie tief die Liebe dieses Volkes zu Liaril, ihrer einzigen Mutter, war.
Da verhängte Shirashai in ihrem Zorn einen Fluch über sie - sie sollten das Licht des Tages niemals genießen können, da es ihre Haut versengen würde sobald sie es erblickten. Nur in der Dämmerung können sie die letzten Strahlen des Lichtes genießen, jedoch niemals einen Sonnenaufgang erleben und die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut spüren.

Aussehen

Die Shira'Tanar besitzen nachtblaue Haut, die Farbe, die Shirashai bei ihren Kindern am besten gefiel, da sie sie an die Schönheit der Dunkelheit erinnerte. Sie sind hoch gewachsen und schlank, wobei sie eine zarte Schönheit besitzen, die den Edelelfen gleichkommt.
Ihr volles Haar hat oft die silbrige Farbe der Sterne, kann aber auch schwarz oder bläulich sein. Dabei tragen die meisten Nachtelfen es offen und lang, wenn sie sich nicht den Konventionen der anderen Völker unterwerfen und es aufstecken oder flechten, um es aus dem Gesicht zu haben.
Die größte Besonderheit der Shira'Tanar ist sicherlich die Farbe ihrer Augen. Sie sind silber- oder goldfarben und glühen in der Dunkelheit wie das Licht der Sterne selbst. Nur sehr selten gibt es Nachtelfen, die eine andere Augenfarbe besitzen und falls doch, dann ist es meist ein stählernes blau, das ebenfalls zu leuchten scheint.
Die Kleidung der Nachtelfen variiert je nachdem wie sie beschließen ihr Leben zu gestalten. Teilweise folgen sie der Mode der Menschen oder der Edelelfen, die meisten von ihnen, die die anderen Völker meiden tragen aber noch die traditionelle Kleidung ihres Volkes - die zarten, vielfach überlagerten Schleier, die aus dem Licht der Sterne gewoben zu sein scheinen und die sie in vielfältigen Formen zu tragen verstehen. Man kann aber davon ausgehen, dass sie in der Stadt ein wenig angepasster sind, was ihre Kleidung betrifft. Viele Nachtelfen haben eine einfache Vorliebe für schwarzes Leder und mögen keine allzu bunte Kleidung. Dies mag daran liegen, daß sie in der Dunkelheit und mit ihrer Nachtsicht ohnehin wenig davon wahrnehmen.
Was Schmuck angeht, halten sich die Nachtelfen zurück. Lediglich die Diamanten, die an das Licht der Sterne erinnern, finden ihr Wohlgefallen, erinnern sie sie doch an ihren Ursprung und an das einzige Licht, das sie zu sehen vermögen, ohne daß es sie schmerzt.

Verhalten / Vorlieben

Die Nachtelfen sind Ausgestoßene, denn sie können nur bei Nacht ihr Leben leben und müssen sich bei Tage zurückziehen. Dies macht sie in den Augen vieler zu bösen Wesen, die es zu meiden gilt. Auch ihre leuchtenden Augen tragen dazu bei die Angst vor ihnen zu schüren. So führen die Nachtelfen ein sehr zurückgezogenes Leben und lassen sich meist in der Einsamkeit der Wälder nieder, wo sie in kleinen Gruppen zusammenleben und in der Nacht im Licht der Sterne tanzen.
Wie ihre hellen Halbgeschwister trachten die Nachtelfen danach Anerkennung für ihre eigene Art der Kunst, bei der sie das Licht der Sterne zu wundervollen Dingen verweben können. Es wäre den Nachtelfen damit sogar möglich großartige Architekturen zu erschaffen, deren Schönheit alles überträfe, was jemals erschaffen worden ist. Doch leider weiß niemand davon und so bleiben ihre Talente verborgen. Wer würde einen Nachtelfen auch in seinem Teil des Waldes besuchen?
Die Shira'Tanar suchen unermüdlich nach einer Möglichkeit, wieder das Licht der Sonne erblicken zu dürfen. Sie lieben und hassen die Schönheit der Nacht, die ihnen das Leben schenkt. Sie möchten zurück in das Licht und wieder die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut spüren, die sie in ihrer jetzigen Form jedoch verbrennen würden. Shirashais Rache an ihren Kindern war gründlich, denn die Nachtelfen leiden an einer geheimnisvollen Lichtallergie, die sie töten kann, wenn sie zu lange dem Licht ausgesetzt werden.
So umgibt immer eine Aura der Traurigkeit die Nachtelfen, denn nur zu gut erinnern sie sich an die kurze Zeit, während der sie neben ihren Geschwistern im Licht der Sonne tanzen durften. Sie wollen nichts lieber, als eine Wahl zu haben, ob sie in der Dunkelheit oder im Licht existieren möchten.

Beziehung zur Umwelt

Shirashais Rache war in vielerlei Hinsicht sehr gründlich - so flüsterte sie den anderen Völkern giftige Worte über die Niedertracht und die Gefahr ins Ohr, die von den Nachtelfen ausgehen soll.
Die Völker, die im Licht leben lernten so, dass die Nachtelfen niederträchtige Wesen seien, die es zu meiden gilt. Noch heute ranken sich Geschichten und Legenden um sie, die von ihren Gräueltaten berichten und die Kinder warnen sollen niemals allein in einen Wald zu gehen, der von den Nachtelfen bewohnt wird.
Nur die Edelelfen kennen die Wahrheit und würden ihren Halbgeschwistern gerne helfen - aber wer würde ihnen glauben wollen? So bleiben die Nachtelfen unter sich und fristen ein einsames Dasein. Eine Rasse, die den Yassalar so ähnlich sieht, kann schließlich nur mit wenigen Freunden rechnen.
Allerdings hat Eriadne das Los der Nachtelfen ein wenig erleichtert, als sie Beleriar im Meer versenkte. Denn jene, die diese Insel ihr Heim nannten, können sich nun länger unter dem Licht des Tages bewegen, das ja keines natürlichen Ursprungs mehr ist.

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