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- Sylphen -

Hoch auf den Gipfeln der Berge, jedoch auch an den Flüssen, die Niel'Anor mit ihren silbrigen Linien durchziehen, kann man die Sylphen finden, jene Luftwesen mit den großen, engelsgleichen Flügeln, die frei und ungebunden durch die Lüfte schweben.
Sylphen sind dabei tatsächlich Einzelgänger, die feste Bindungen scheuen und nahezu niemals Ruhe finden können. So kann man ihnen also an jedem Ort auf Niel'Anor begegnen, wird dabei jedoch nur selten eine Gelegenheit haben, eine Sylphe wirklich näher kennen zu lernen oder für längere Zeit ihre Gesellschaft zu genießen.

Aussehen

Wie der Wind selbst ist eine Sylphe ein flüchtiges, annähernd menschengroßes Wesen, beinahe durchscheinend und leicht zu übersehen, wenngleich von schöner Gestalt mit Haaren, die weiß wie der Wind wehen und sich ständig zu bewegen scheinen, als streichelte ein Lufthauch durch sie hindurch, selbst wenn die Sylphe reglos verharrt.
Die Augen sind meist ebenso durchscheinend, beinahe wie aus Glas, hinter dem der schwache Schein vieler Farben wirbelt und sich ständig verändert - einmal grün, dann blau, dann violett - wer weiß, vielleicht sieht man in der Iris einer Sylphe nur den Widerschein der Farben um sie herum?
Doch das sicherlich am auffälligsten erscheinende Merkmal dieser Lebewesen sind ihre Flügel. Meist ebenso durchscheinend und von vielfältiger Farbe wie ihre Augen oder die Flügel einer Libelle, die in der Sonne schimmern, überragen diese zarten Flügel die Sylphe um zwei oder drei Kopfeslängen, können jedoch auch auf eine Art und Weise gefaltet werden, dass man sie beinahe nicht mehr wahrnehmen kann.
Sylphen machen sich selten etwas aus Schmuck und edlen Kleidern, stattdessen kleiden sie sich einfach und oft beinahe ein wenig ärmlich, wenn auch stets in fließende Stoffe, die ihnen eine ausreichende Bewegungsfreiheit lassen und sie in den Lüften nicht behindern. Um ihr Wesen zu verbergen, lieben sie es, sich auch oft in lange Mäntel mit Kapuzen zu kleiden, die ihre Gestalt vor den Augen der anderen verhüllen, wenn sie sich unter anderen Lebewesen oder in Städten bewegen.

Verhalten / Vorlieben

Kein anderes Wesen ist wohl jemals so freiheitsliebend gewesen wie die Sylphen, die sich unter den warmen Strahlen der Sonne hoch oben in den Wolken am wohlsten fühlen und die jegliche Art von Freiheitsberaubung ablehnen, darauf mit Abscheu und Unverständnis reagieren. Es kommt nicht selten vor, daß Sylphen gefangene Tiere oder auch andere gefangene Wesen befreien, weil sie den Anblick von Gittern und Käfigen einfach nicht ertragen können.
Sylphen sind frei wie der Wind und ebenso unbeständig und launenhaft. Nichts hält sie lange an einem Ort und so mancher ist wohl erstaunt, wie schnell sich die Reaktion einer Sylphe in vielen Situationen verändern kann. War sie soeben noch fröhlich und ausgelassen, reicht ein Wort, um sie wütend werden zu lassen, eine traurige Melodie, um sie in Melancholie verfallen zu lassen.
Noch dazu besitzen Sylphen einen sehr stark ausgeprägten Beschützerinstinkt, der sie ständig nach Gefahren Ausschau halten lässt und so haben sie schon so manches Lebewesen vor dem sicheren Verderben gerettet, indem sie es einfach mit sich in die Lüfte gezogen haben, um es von dort aus an einen sicheren Ort zu bringen. Danach verschwinden sie meist so schnell wie sie gekommen sind und lassen den Geretteten verdutzt in seiner neuen Situation zurück, ohne ihm eine Gelegenheit zum Dank zu gewähren. Denn Sylphen tun sich oftmals schwer darin, Dank zu akzeptieren und sie fühlen sich ausgesprochen unwohl, wenn sie im Mittelpunkt des Interesses stehen. Allein schon größere Ansammlungen von den Wesen Niel'Anors nimmt ihnen die Luft zum Atmen und in engen, geschlossenen Räumen kann dies sogar Panik in ihnen auslösen, die sich auf vielerlei Arten äußert.
Sylphen durchstreifen die Welt in ihrer vollkommenen Freiheit und sind mehr die unermüdlichen, einsamen Wanderer der Winde, als wirklich sesshafte Wesen, die an einem bestimmten Ort ihre Heimat gefunden haben, auch wenn Windland für gewöhnlich als ihre angestammte Heimat gilt.
Sie sind liebevolle, schützende Wesenheiten, auch wenn so mancher von ihnen das aufbrausende Naturell eines Sturmes besitzt, das er von seinem Vater, Selurian, geschenkt bekommen hat und das dann bei vielerlei Anlässen zutage kommt.
Es verwundert jedoch kaum, wenn man auch sehr oft eine Sylphe, die sich an einem der Flüsse im warmen Licht der Sonne, von ihrer anstrengenden Tätigkeit ausruht, erblicken kann, denn kaum ein anderes Wesen besitzt eine solche Nähe und Liebe zur Natur wie die Sylphen. Oftmals kann man sie in den Nächten im Freien übernachten sehen, selbst wenn sie sich in einer Stadt aufhalten, denn sie ertragen nicht das Eingesperrt sein in einen Raum und würden sich selbst dann, wenn es sehr kalt ist, nur einen natürlichen Unterschlupf suchen, der möglichst offen bleibt, wie beispielsweise eine Höhle aus natürlichem Fels.

Beziehung zur Umwelt

Sylphen sind Einzelgänger, die sich nur selten binden, denn jede Bindung würde bedeuten, dass sie an einem Ort bleiben müssten und das gelingt nur den wenigsten, ganz gleich ob männlich oder weiblich.
Trotzdem sind sie der Schönheit nicht abgeneigt und nehmen sich von Zeit zu Zeit einen Geliebten oder eine Geliebte, jedoch nur, um schon bald wieder wie ein sanfter Lufthauch in den frühen Morgenstunden aus dessen Leben zu verschwinden und weiter durch die Welt zu wandern, durch die innere Ruhelosigkeit dazu verdammt, immer mit dem Wind zu gehen, der niemals lange an einem Ort bleibt, sondern immer weiterzieht, als habe er niemals fest an einem Platz existiert.
So kennen nur wenige andere Wesen eine Sylphe wirklich gut, ganz gleich, ob sie durch die Straßen Nir'alenars wandern oder in den Wäldern auf die Waldwesen achten - eine Sylphe hat nur wenige Freunde, die sie durch ihr Leben begleiten. Wer würde schon die Existenz eines Wesens wahrnehmen, dass die Zeit nur flüchtig wie der Wind berührt?

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