- Yassalar -

Für die Völker des Meeres hat es niemals eine Zeit ohne die Yassalar gegeben und so mag es nicht verwunderlich sein, daß man sie oft als die Geißel der Meere bezeichnet. Für viele Völker, die über den Wellen leben mag dies schwer nachvollziehbar sein. Schließlich wirken die Yassalar keineswegs so bedrohlich, wenn man sie zu Gesicht bekommt und so verstummen die Geschichten über ihre Grausamkeiten meist sehr schnell wieder und werden gerne als alberne Legende abgetan. Im Gegenteil - sie sind überaus attraktiv und besitzen durchaus das Talent, als angenehme Gesprächspartner aufzutreten. Es braucht also mehr, als nur eine flüchtige Begegnung, um wirklich die Gefahr einschätzen zu können, die von diesem Meeresvolk und seiner Hohepriesterin Ashiana ausgeht.

Aussehen

Kein anderes Volk gleicht der exotischen Schönheit der Yassalar. Ihre Haut ist schwarz wie die Nacht und an ihren Armen und Beinen glänzen silbrige Schuppen, die ihre geschmeidigen, schlanken Körper betonen.
Für gewöhnlich sind sie extrem feingliedrig gebaut und besitzen lange, schlanke Finger an deren Spitze sie oft die die Nägel lang und spitz wachsen lassen.
Die Augen eines Yassalar können tiefblau, silbern oder tiefviolett erscheinen, gerade so, wie sie es wünschen und sie können damit in der Dunkelheit der Meere alles wahrnehmen.
Die Haare eines Yassalar sind in der Regel silbrig und glänzend. Dabei erreichen sie eine erstaunliche Fülle, die die Yassalar je nach Vorliebe mit raffinierten Muschelspangen bändigen.
Als Wasserwesen bestehen sie nicht auf Kleidung, bedecken ihren Körper aber meist mit Stoffen aus einem fließenden Material, die so geschnitten sind, daß sie ihre Bewegung nicht behindern oder nutzen ein lederartiges Material, dem das Wasser nichts anhaben kann.
Außerdem besitzen sie eine starke Vorliebe für schönen Schmuck, der oft mit magischen Edelsteinen bestückt ist. Dabei mögen sie durchaus verschnörkelte Muster, in denen man Muscheln, Fische und Seesterne erkennen kann, wenn man sie genauer betrachtet.

Wesen / Verhalten

Ja, die Yassalar sind klug und attraktiv. Aber dies kann leider nicht darüber hinweg täuschen, daß sie ebenso grausam und machthungrig sind. Dabei ist es wohl schon ihre Gesellschaft, die dieses Verhalten fördert und prägt. Denn unter den Yassalar sind es die Stärksten, die Klügsten und die zielstrebigsten, die wirklich zählen.
Jeder Yassalar wird von Kindesbeinen an lernen, daß Schwäche verabscheu-ungswürdig und daß schwache Wesen diejenigen sind, die dazu geschaffen wurden zu dienen.
Diese Haltung, gepaart mit einem starken Hang zur Grausamkeit und wenig Interesse an den Gefühlen anderer haben die Yassalar zu einer Macht werden lassen, die von allen Wesen des Meeres gefürchtet wird. Denn natürlich reicht es ihnen nicht, ihre eignen Städte zu beherrschen, nein, sie trachten nach dem Sternenmeer und dann womöglich sogar noch nach mehr. Dies resultiert in einem ständig präsenten Krieg auf dem Meeresboden, bei dem es nur selten einen Waffenstillstand gibt. Dabei muss dabei nicht unbedingt Waffengewalt zum Einsatz kommen - für die Yassalar gibt es vielerlei Wege des Machtgewinns und sie verstehen es, jeden davon in Perfektion und Präzision zu verfolgen.
Wer in der Gesellschaft der Yassalar nach Liebe und Emotionen suchen möchte, wird schnell enttäuscht werden, da dies Werte sind, die für sie keinen hohen Stellenwert besitzen. Gefühle machen schwach und Schwäche ist das, was ein Yassalar am meisten verabscheut.
So werden Lebensgemeinschaften nicht aus Gefühlen heraus geschaffen. Die Hohepriester der Zi'llail suchen stattdessen die Individuen aus ihrem Volk, die gemeinsam die vielversprechendsten Nachkommen haben werden und bringen diese schließlich zusammen, trennen sie jedoch auch wieder, wenn sich eine bessere Kombination ergeben sollte.
Wenn es um Machtgewinn geht, können die Yassalar jedoch bei aller Verachtung für niedere Wesen - was für sie ziemlich alle Völker außer ihnen selbst bedeutet - extrem charmant und wortgewandt sein. Denn eine gute Intrige, ganz gleich ob unter ihresgleichen oder unter anderen Wesen, ist ihnen schon immer ein lieb gewonnener Zeitvertreib gewesen. Und dies gilt besonders dann, wenn diese Intrige wertvolle Früchte trägt und bei ihrer Entfaltung einen gewissen Unterhaltungswert beinhaltet.
Neben all diesen Elementen steht bei den Yassalar allerdings ihre Verehrung für Zi'llail an einer wichtigen Position, was sich schon allein darin zeigt, daß die Diener der Göttin bei ihnen an erster Stelle stehen. Dabei gelten diese als von Zi'llail für dieses Amt auserwählt und niemand wird es von daher wagen, Zweifel an ihrer Befähigung zu äußern. Schließlich ist es bekannt, daß weder Zi'llail, noch ihre Diener sonderlich gut darin sind, zu vergeben. An letzter Stelle wohl Ashiana, ihre Hohepriesterin, die bei den Yassalar besonders gefürchtet, jedoch auch besonders verehrt wird.
Es gibt keine Armut in der Gesellschaft der Yassalar, denn jeder besitzt hier seinen Platz, ganz gleich ob nun als mächtiger Adeliger oder als niederer Sklave. Wenn es also etwas Gutes gibt, das man über die Yassalar sagen kann, dann ist es wohl genau diese Tatsache.

Beziehung zur Umwelt

Die Yassalar trachten gierig nach Macht über alle anderen Lebewesen unter dem Meer und dies wirkt sich natürlich auf ihre Beziehungen zu den anderen Völkern aus. Dabei haben sie mittlerweile allerdings auch die untergegangene Insel Beleriar ins Auge gefasst, die die Metropole Nir'alenar beherbergt und einiges an Macht und Reichtum verspricht. Schließlich ist Zi'llail Eriadne nicht in Freundschaft zugetan und würde der Göttin des Lichts nur zu gerne einen empfindlichen Stich versetzen.
Dazu suchen sie unermüdlich nach einem Weg die Kuppel zu zerstören, um die Stadt für sich bewohnbar zu machen, was ihnen jedoch dank dem Schutz der guten Götter noch nicht gelungen ist. Allerdings weiß Ashiana, daß man in diesem speziellen Fall behutsamer vorgehen muss und das Einnehmen von Nir'alenar womöglich ein wenig mehr Fingerspitzengefühl erfordert.
Einen besonderen, wohl schon angeborenen Hass verspüren die Yassalar auf die Meereselfen, die sie nur allzu gerne auslöschen würden, wenn sie keine so starken Verbündeten besäßen. Natürlich beruht dies auf Gegenseitigkeit und es ist keineswegs angenehm, in einen Streit zwischen den Völkern zu geraten.
Es wäre durchaus angemessen, die Yassalar als eine große, schwarze Witwe zu bezeichnen, die in ihrem Netz auf alles lauert, was sich unvorsichtig nähert - um es dann zu verschlingen.

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